Frage des Tages

Privat

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Dürfen Bedürftige das verschmähen, was wir zu geben haben?

Ich organisiere seit Jahren einen wirklich großen Trödelmarkt, dessen Erlös caritativen Zwecken zukommt. Die Reste unserer Flohmärkte haben wir bisher immer an Kleiderkammern, Möbelstuben etc. gegeben. Nun sagen mir aber die Betreiber dieser Kammern, dass die Bedürftigen die gebrauchten Möbel, Fernseher oder Kleider nicht mehr abnehmen, seitdem sie von den Sozialämtern keine Gutscheine mehr, sondern direkte Geldleistungen erhalten. Deshalb raten sie uns, für unsere Reste den Sperrmüll zu bestellen. Damit tue ich mich aus zwei Gründen sehr schwer: Erstens fürchte ich, dass wir auf die Dauer keine Sachen mehr bekommen, wenn sie am Ende doch auf den Sperrmüll müssen. Die meisten Menschen reinigen und verpacken, und bringen uns dann die Sachen ja nicht, weil sie sie sonst wegschmeißen würden. Sie bringen sie, weil sie hoffen, dass andere dafür eine bessere Verwendung haben. Zweitens aber frage ich mich auch, ob das nicht furchtbar undankbar ist: Unser Geld nehmen die Bedürftigen gerne an - aber für Sachspenden sind sie sich zu fein?  
Jetzt frage ich Sie: Kann ich die übrig gebliebenen Sachen guten Gewissens zum Sperrmüll geben? Und: Rege ich mich zu Recht auf, dass diejenigen, die unsere Hilfe brauchen, nicht das nehmen, was andere zu geben haben?

Ihre Enttäuschung ist nachvollziehbar: Mit der Organisation des Trödelmarktes haben Sie sich eine arbeitsintensive, sozial verdienstvolle Aufgabe aufgeladen – und sehen sich nun auf einmal mit Problemen und Fragen konfrontiert, die Ihr Engagement  zu entwerten scheinen. Zunächst möchte ich meine Einschätzung zum Thema Sperrmüll vortragen:  „Guten Gewissens“ sind die übrig gebliebenen Dinge nicht als Sperrmüll zu entsorgen, wenn damit die Erwartung unbeschwerter Sorglosigkeit assoziiert wird. Trotzdem kann es im bereits eingetretenen Fall verantwortet werden. Sie schädigen dadurch ja niemanden, sondern reagieren [...] Klaus Ebeling findet: Das kann man tun

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Die Pflege der alten Eltern

Die eigene Mutter pflegen - als Sohn kann ich das nicht

Für die Pflege meiner Mutter komme eigentlich nur ich in Frage. Ich will das auch gern tun. Doch wenn ich nur daran denke, meine Mutter unbekleidet zu sehen, schüttelt es mich. Muss ich eine Therapie machen? [>]

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Schweizer Konten

Unversteuertes Geld in der Schweiz stiften?

Wir haben geerbt - unter anderem ein Konto in der Schweiz mit nicht versteuertem Geld. Können wir den Betrag einfach stiften? Stiftungsexperte Helmut Anheier sucht nach Wegen. [>]

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Zum Vater oder zur Mutter

Wie mache ich meiner Mutter klar, dass ich zu meinem Vater ziehen will?

Die Eltern sind geschieden, und jetzt will ich lieber bei meinem Vater und seiner neuen Freundin wohnen, als bei meiner Mutter. Kann ich das machen? Alleinerziehendenverbandschefin Peggi Liebisch sagt: Offenheit ist wichtig. Auch wenn sie weh tut. [>]

Kommentar des Tages

Sind Reiche unmoralischer?
Ein Forscher der amerikanischen University of California hat Versuchsreihen mit Reichen und mit Armen durchgeführt. Er hat festgestellt, dass die Reichen rücksichtsloser sind, dass sie stärker auf die eigenen Interessen achten, und dass sie einen rüden Stil beim Autofahren haben. Das sagt noch nicht, dass Reiche schlechte Menschen sind. Aber es sagt etwas darüber aus, wer in marktwirtschaftlichen Systemen eher zu Reichtum und Wohlstand kommt als andere. [>]

Ein Kommentar von:
Ursula Weidenfeld
www.das-tut-man-nicht.de

Sophisticated Mums

23.09.2012

Buschkowsky überall: Multikulti ist gescheitert. Mit seiner alten These zieht der weithin bekannte Neuköllner Bürgermeister wieder einmal durchs Land und wirbelt alles auf. Stimmt nicht. In deutschen Schulen ist Multikulturalität längst normal und funktioniert. Nicht die ethnische Herkunft, sondern die soziale Schicht gibt den Ausschlag dafür, wenn ein Stadtviertel auf der Kippe steht.

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So funktioniert das-tut-man-nicht.de

10.10.2009

So etwas tut man nicht. Richtig vermisst wird dieser Satz erst, seitdem man ihn nirgends mehr hört: An Fragen mangelt es nicht. Anständig leben wollen viele - aber Leitplanken für ein anständiges Leben zu setzen, sie zu pflegen und stabil zu erhalten, das ist schwieriger geworden. Wer zweifelt, ob ein Vorhaben in Ordnung ist, oder nicht, bekommt immer vorsichtigere Antworten. Je größer das Problem, desto leiser die Replik.

Wenn Sie wissen wollen, ob Sie etwas tun können - oder ob Sie es lieber lassen sollten - können Sie Ihre Frage an uns schicken. Wir bemühen uns, die richtige Antwort-Person für Sie zu finden. Danach werden Sie vielleicht besser einschätzen können, wie Sie Ihre Frage beantworten können. Können, nicht müssen. Schreiben Sie uns info@das-tut-man-nicht.de [>]