Ich pflege meine Mutter - aber sie geht mir so auf die Nerven

aboutpixel Rainer Sturm

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Ich habe noch nie im Internet eine Frage gestellt, aber vielleicht können Sie mir helfen. Seit ein paar Monaten pflege ich meine Mutter. Ich muss gestehen, ich bin keine der gelassenen Töchter (in bin auch fast 60), die sich nichts schöneres vorstellen können, als für die alte Mutter zu sorgen. Ich will die Aufgabe gerne annehmen, aber manchmal verliere ich die Fassung. Dann kommt alles wieder hoch, und wir hatten früher auch oft viel Streit. Wenn ich das vierte Mal in der Nacht hochmuss, weil sie nicht schlafen kann, dann bin ich einfach nur noch wütend. Ich kann das niemandem sagen, weil das in meiner Familie nicht geht. Aber ist es erlaubt, auch mal laut zu werden, wenn sie es anders nicht mehr versteht?

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Von Bernhard Felmberg

Dr. Bernhard Felmberg, Jahrgang 1965, studierte Evangelische Theologie in Berlin und Erlangen. Es folgten die Promotion (1997), das Zweite Theologische Examen (1998) und im Dezember 2000 die Ordination. Der gebürtige Berliner war von 2000-02 Bundesgeschäftsführer des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU und später Leiter der Abteilung für Theologische Aus-, Fort- und Weiterbildung im Konsistorium der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) sowie Beauftragter der EKBO für die Kirchliche Sportarbeit.

Seit Februar 2009 hat der gebürtige Berliner das Amt des Bevollmächtigten des Rates der EKD und seit April 2010 als Sportbeauftragter des Rates der EKD inne.

Sehr geehrte Frau xy, dass Sie Ihre Mutter pflegen, ist eine sehr beachtenswerte und gesamtgesellschaftlich leider noch viel zu gering geschätzte Leistung. Tag und Nacht pflegend im Einsatz zu sein, ist Engagement, das großen Respekt verdient, das aber auch eine hohe Belastung darstellt und an den Kräften zehrt. Allen Menschen kommt, weil sie Gottes Ebenbilder sind, grundsätzlich Würde zu. Das gilt auch für Pflegebedürftige und Pflegende. Im Umgang miteinander „laut zu werden“ entspricht, das spüren Sie, nicht einem menschlichen Miteinander, das von Würde und Wertschätzung gekennzeichnet ist. Dieses Erleben beschäftigt Sie offenbar so sehr, dass Sie, entgegen Ihrer sonstigen Gewohnheiten, im Internet Rat suchen. Ich kenne die näheren Umstände Ihrer häuslichen Situation nicht, dennoch sprechen Sie grundsätzliche Herausforderungen der häuslichen Pflege an. In Deutschland gibt es rund 1,5 Millionen Pflegebedürftige, die von Ihren Angehörigen betreut werden. Mehr als die Hälfte der Pflegenden sind Frauen über 55 Jahre. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass pflegende Angehörige oft sehr großen körperlichen, vor allem aber auch emotionalen Belastungen ausgesetzt sind. Dazu gehören das ständige Angebundensein und fehlende Entlastungsmöglichkeiten, aber auch mangelnde fachliche Beratung und unzureichende Hilfsmittel. Dieses alles, vor allem aber auch fehlende Freizeit und ein Mangel an anderen Kontakten können zu Erschöpfungszuständen bis hin zu chronischen Erkrankungen führen. Nicht selten kommt es vor, dass Pflegende den Pflegebedürftigen gegenüber gewalttätig werden. Für Pflegende wie Pflegebedürftige führt die Pflegesituation an persönliche Grenzen und darüber hinaus. Ihr "Laut werden“ ist also eine verständliche Reaktion, nur ist sie weder Ihnen noch Ihrer Mutter würdig und hilfreich und belastet Sie zusätzlich mit einem schlechten Gewissen. Ich möchte Ihnen raten, sich um Ihrer, und auch um Ihrer Mutter willen nicht gänzlich zu verausgaben. Auch für Sie muss ein Leben in Würde und Gesundheit gesichert sein. Ambulante Pflegedienste können einen Teil der Pflege Ihrer Mutter übernehmen. In Gruppen für Pflegende Angehörige können Sie hilfreiche Anregungen finden und Entlastung gewissen, auch indem Sie sich dort einmal „Luft machen“. Es ist wichtig, dass Sie Zeit zum Auftanken finden, ob für sich allein oder auch mit Freunden, um Kraft für die weitere Begleitung zu schöpfen. Gönnen auch Sie sich Hilfe und Unterstützung. Neben professioneller Pflegeberatung kann das auch der Besuch bei einer Beratungsstelle sein, wo Sie im geschützten Raum und aus dem Abstand die Beziehung zu Ihrer Mutter betrachten können, um neue Perspektiven und Zugänge zu gewinnen. Neben den Angeboten der professionellen Pflege können Sie auch auf Nachbarn oder Freunde zugehen. Manchmal ist so rasche Entlastung möglich beim Einkaufen oder Kochen, vielleicht findet sich jemand bereit, Ihre Mutter ein paar Stunden in der Woche zu begleiten. Scheuen Sie sich nicht andere um Hilfe zu fragen. Wenn wir anderen das Gefühl geben, dass Sie gebraucht werden, helfen Sie häufig gern. Und wenn ich das zuletzt noch sagen darf: Scheuen Sie sich bitte auch nicht, das seelsorgliche Gespräch mit Ihrem Pfarrer oder Ihrer Pfarrerin zu suchen. Ein solches Gespräch kann hilfreich, entlastend und tröstlich sein. Pfarrer und Pfarrerinnen kennen zudem die Netzwerke der Hilfen vor Ort und können Ihnen Kontakte und Ansprechpartner nennen. Das kann man tun

Das kann man tun:.......... 1 Stimme(n)

Das tut man nicht:.......... 1 Stimme(n)

80 Kommentare

Heike: 09.08.2017 - 08:08 Uhr

Es ist und bleibt eine enorme Belastung

Ich (50 Jahre) pflege seit 20 Jahren meine demenzkranke Mutter zuhause. Jetzt bin ich an dem Punkt, wo ich schlichtweg und ergreifend nicht mehr kann, da hilft auch keine Hilfe von außen mehr. Zumal diese Hilfe teilweise nur teuer erkauft werden kann (z.B. Zuzahlung für Tagesstätte) oder man im Stich gelassen wird (z.B. Johanniter, denen meine 80 Kilo Mutter zu schwer war, um sie die Treppen raufzutragen). Dinge, die helfen würden, werden nicht gewährt oder bezahlt. Es ist ein ständiger Kampf zu erklären, weshalb die demenzkranke Mutter teilweise nicht mehr richtig laufen kann, weshalb es schwierig ist, Tabletten zu verabreichen, daher wären Tropfen besser etc. Und warum überhaupt Inkontinenzeinlagen? Kann man da nicht jetzt die preiswerteren geben? Nein, kann man nicht, weil die demenzkranke Mutter negativ darauf reagiert. Wenn der Angehörige drei Treppenstufen nicht schafft, dann muß man halt umziehen, weil man als pflegender Angehöriger sich eben anpassen muß. Kur für den pflegenden Angehörigen? Ja, klar, aber bitte den Pflegefall mitnehmen und über die Kurzzeitpflege abrechnen. Es wird viel getan, aber es muß mehr werden und vor allem flexibel, individuell und zielgerichtet. Wichtig ist aber auch, daß alte Leute in Pflegeheimen menschlich und würdevoll gepflegt werden. Ich muß nach 20 Jahren und einer ruinierten Gesundheit auch im Interesse meiner Mutter aufgeben. Wir haben ein schönes Heim gefunden, was nicht selbstverständlich ist. Ich setze für die letzten Jahre meiner Mutter jetzt auf ausgewählte quality time und nicht mehr auf nervenzerfetzenden und aufreibenden Alltag. Den müssen die Pflegeprofis übernehmen. Egal, was man macht und wie es ist: es ist und bleibt ein Elend und eine enorme Belastung für alle.

Jolande: 04.07.2017 - 14:07 Uhr

Was für ein elend.........

das sage ich mir jeden Tag wenn ich die Wohnung meiner Mutter betrete und weiß...ich muss jetzt 6 Stunden in dieser Dunkelheit verbringen. Es ist einfach nur furchtbar und der liebe Gott möge endlich gnädig sein mit dieser 94 jährigen Frau. Das geht jetzt seit Jahren so und kann wirklich nur jedem anraten sich nicht auf das Spiel einzulassen. Wir wissen nicht wie alt die Angehörigen werden und sie sind die reinsten Zeitklauer am Ende des Weges. Ich würde es niiiiiiiiiie wieder tun!

Mannamboden: 15.12.2016 - 07:12 Uhr

30 Jahre zählen nichts, wenn man krank wird. Ich weiß nicht mehr, wohin das führen soll

Mein (m 48 Jahre) Vater ist 77 und hat mehrere Krankheiten. Die für mich Schlimmste ist ein starker Eiweißmangel und gleichzeitig starker Eiweißverlust und unglaublich viel Wasser (ca. 2 Liter pro Tag), das überall aus seiner Haut herausläuft. Wenn er all seine Tabletten nimmt (16 Stück pro Tag), dann geht es mit dem Körper aufwärts, aber sein Geist verabschiedet sich. Ähnlich einem Demenz kranken. Er weiß nicht welcher Tag ist, die Uhrzeit,..und er vergisst alles, was tags zuvor gesprochen wurde. Vor einem Monat hat er einen Stent bekommen, seitdem geht fast gar nichts mehr. Jetzt war er wieder eineinhalb Wochen im Krankenhaus. Er ist unglaublich schwach, hat sich gestern aus dem Krankenhaus selbst nachhause entlassen. Dort ist seine 74 jährige Freundin, mit der er seit 30 Jahren zusammen lebt. Die ist äußerst fit, kann aber mit der Situation nicht umgehen. Innerhalb weniger Stunden habe ich einen Pflegedienst besorgt, und alle anderen wichtigen Dinge in die Wege geleitet. Jetzt sind natürlich noch alle Anträge zu machen und sonst noch alles zu regeln. Er kann nicht mehr aufstehen, geschweige denn gehen und benötigt neben Rollstuhl natürlich auch ein Pflegebett. Seine Freundin will das nun nicht zulassen, weil es dann nicht mehr wohnlich ist. Wir Kinder (3 Stück) sollen ihn ins Pflegeheim geben. Sagt sie auch so vor ihm. Sie gibt ihm Essen, das war es auch schon. Versucht ihm die Situation zu vergraulen, damit er freiwillig geht. Mein Vater war ein überaus schlechter Vater, grauenhafter Mann/Freund. Wenn es jedoch eng wurde, dann war er doch immer kurz für uns da. Bis es eben wieder ging. Heute werde ich ein Gespräch mit ihm führen müssen, ob wir nicht eine palliative Pflege starten und ihn so würdevoll wie möglich gehen lassen. Er hat nach Aussage der Ärzte wohl keine Möglichkeit mehr auf die Beine zu kommen. Würdevoll geht Zuhause nicht. Er saß gestern 8 Stunden in einem Stuhl, kann sich ja nicht bewegen. Er muss selbst telefonieren, sie macht das nicht. Und ja, es nervt gewaltig und ist eine mordsmäßige Anstrengung. Habe einen Sohn mit 4 Jahren, der immer bei mir ist. Meine Frau ist leider nicht so die Übermutter. Natürlich auch noch einen stressigen Job. Ich finde, dass es kein Mensch verdient hat, im Sterben noch unterdrückt, mißachtet und allein gelassen zu werden. Da ich gerade mal zwei Hauseingänge weiter wohne, habe ich nun die berühmte Karte gezogen. Ich bin der, der jeden Abend rüber gehen muss, um ihn mit der Pflegerin ins Bett zu bringen. Seine Freundlich könnte das, macht aber nichts. Meine Geschwister behandeln das mehr so, wie Krankenbesuche als zwei bis drei Tage, mein Bruder wird wohl nicht mehr vorbeikommen. hilfestellung für ihn gibt es nicht. Wer auch immer einen Tipp für mich hat, gerne. Ich halte das schon noch eine Zeit aus, gerade da Weihnachten die Firma Urlaub macht. Ab Januar wird es dann so schlimm mit meinen Aufgaben, dass ich keine Ahnung mehr habe, wie es dann weitergehen soll.

Jolande: 11.11.2016 - 15:11 Uhr

an Karin B

na, dann pflegen sie mal mit posotiver Kraft weiter und wir sprechen uns mal in 10 Jahren wieder. LG Jolande

Karin B.: 24.09.2016 - 21:09 Uhr

Heiliger Bimbam...

.... ich pflege meinen 76jährigen, an Demenz und vor zwei Jahren an Hirnblutung erkrankten Ehemann schon seit fünf Jahren. Ich bin 59 Jahre. Mein Mann hat Glück, dass ich eine gutgelaunte Stubenhockerin bin. Ich lache lieber, als dass ich jammere oder mich über Angehörige und Freunde ärgere, die sich von uns "verabschiedet" haben, nachdem mein Mann krank wurde. Natürlich ist die Pflege nicht leicht. Nun muss ich aber dazu sagen, dass mein Mann ein ganz Stiller und Lieber ist. Er versteht alles, weiss wer ich bin und ist froh, dass er nicht ins Heim muss. Und ich bin dankbar, dass ich gesund bin. Für mich stand schon lange fest, dass ich meinen Mann einmal pflegen werde, sollte es so kommen. Ich mache sicher viele Fehler, aber ich bin kein bösartiger oder ungedulduger Mensch. Von daher hat mein Herzstern, den ich sehr liebe, doppeltes Glück mit seiner Frau. :-) Das wollte ich nur mal loswerden. Denn egal, mit welchen Institutionen ich in Kontakt komme: alle wollen mir einreden, dass ich bald vor Erschöpfung umfalle. DAS ärgert mich so, weils nicht stimmt. Mein Trick ist, dass ich im Haushalt schon mal Fünfe gerade sein lasse. 😊 Ja, wir sind vor seiner Erkrankung oft in Urlaub gefahren oder haben Tagestouren unternommen. War toll. Aber es fehlt mir nicht. Ich bin einfach nur glücklich, dass mein Mann noch bei mir ist. Allen, die es schwerer als ich mit der Pflege und Betreuung haben, wünsche ich, dass Sie vllt eine bessere Lösung finden. Auch wenn dies heissen sollte, dass Sie Ihre/n Angehörige/n ins Pflegeheim geben sollten. Ihre Entscheidung! Alles Gute für Sie alle!

Angelika Schulte: 16.09.2016 - 13:09 Uhr

pflege meiner alten mutter

ich kann nicht mehr... seit 5 1/2 braucht meine Mutter zunehmend Hilfe und Unterstützung. sie ist mittlerweile 96 jahre alt, ich selbst bin 64. meine kraft ist am ende. nach zwei klinikaufenthalten wegen ständiger überforderung ( bin berufstätig und verwitwet, keine Geschwister) holt mich die realität immer wieder sehr schnell ein und die viele guten Vorschläge der therapeuten, grenzen zu ziehen, eigenes leben leben sind schnell wieder vergessen. schlaganfall, tia, halluzinationen, epileptische anfälle, um einige ihrer erkrankungen zu nennen. hinzu kommt absolute selbstüberschätzung und nicht wahr haben wollen der ist-situation. seit einem jahr lebt sie gut in einem pflegeheim, aber nach ein paar ruhiheren wochen ,kommt wieder was neues

Sandra : 15.09.2016 - 15:09 Uhr

Ich kann alle hier verstehen,mir geht es genauso

Wie bereits von allen beschrieben,ist die Pflege von Angehörigen äußerst nervenaufreibend. Meine Mutter pflegt meinen Vater nun seit 5Jahren rund um die Uhr und nun ist sie auch krank geworden,liegt im KH und als "gute Toechter" haben wir gesagt,wir vertreten sie. Unsere Kindheit war mit dem Vater schon immer sehr anstrengend,nur jetzt ist er so egozentriert geworden,lebt seine Launen auf Kosten aller aus und das meine Mutter mit ihrer Krankheit ja überhaupt nicht an ihn gedacht hätte,was er jetzt alles mit uns erleiden müsse. Nur das er durch uns nicht in ein Heim muss,vergisst er dabei ganz und nörgelt die ganze Zeit nur rum,das mir schon jetzt ganz schlecht wird,wenn ich mit meinem Sogn dort bei ihm übernehmen muss Ich hoffe,das ich das aushalten kann für diese Zeit und zähle jetzt schon die Stunden ... vlg an Alle hier

Jolande: 31.08.2016 - 18:08 Uhr

wenn die Kindheit dich einholt

Es tut sich hier bei uns überhaupt nichts und meine eigenen Kräfte fangen echt an zu schwinden und Mutter sitzt gelangweilt im Sessel und schaut ins Leere,mit ihrer fortschreitenden Demenz. Einen Burnout ist wohl das Wenigste,denn mir machen mehr eine Nervenentzündung mehr Sorgen,die ich befürchte zu haben.Dieser ganze Stress hier macht die Nerven kaputt und ich kann nur bestätigen, sich nicht unbedingt so weit aufzuopfern bis zur Selbstaufgabe. Ich habe mich darauf eingelassen weil ich Jahre aus Leidenschaft Kranke gepflegt habe und geglaubt das schaffe ich mit links.Aber die Kranken gingen wieder gesund nach Hause und ich hatte ein Gutes Gefühl,einen Teil der Gesundung dazu beigetragen zu haben.Aber worauf ich mich hier eingelassen habe,bereue ich zutiefst,doch ist aussteigen jetzt im Alter von 93 Jahren, die diese Dame auf dem Buckel hat,für mich sehr schwierig geworden.Schlimm ist es mit der Ohnmacht umzugehen und sie klaut mir meine Zeit und mein eigenes Leben,ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben.Hauptsache Zuhause und im Sessel sitzen! So wie sie im Augenblick drauf ist und ich das einschätzen kann,wird es noch dauern bis sich die Pforten öffnen und ich wieder frei bin. Aber eines weis ich genau...wenn sie zum liegen kommt,werde ich sie abgeben.Das kann sich sehr lange noch hinziehen,weil sie ein Mensch ist,der das Leben nicht loslassen kann.Sie konnte noch nie los lassen und das sieht man auch an dem Krempel der sich ringsherum angesammelt hat. Diese Frau ist in der Hitlerzeit groß geworden und sie erzählte mir vor noch nicht so langer Zeit,das man früher sich Kinder hat klein gehalten,damit sie im Alter gut versorgt waren.Mir fiel fast das Mittagessen aus dem Gesicht und habe über diesen Satz lange nachdenken müssen.Ich habe als Kind schon die Familie aufgefangen und meinen Kopf hingehalten wenn es schwierig wurde.Ich habe den Abwasch gemacht im Haus und gesaugt und geputzt,damit ich Zuneigung und Anerkennung bekam. Das gab es nämlich in meiner Familie nicht.Später wurde ich Krankenschwester und bekam endlich die Anerkennung die mir meine Familie verwehrte.Und das schöne an dem Beruf war, ich tat ihn aus Leidenschaft und wahrer Berufung.Wenn ich aber jetzt psychologisch hinter diese Fassade schaue,denke ich,wie viele Krankenschwestern und Pfleger haben das gleiche Problem gehabt wie ich? Das macht sich natürlich in der Familie bei Geschwistern und alten Eltern sehr zu nutze,wenn es mal eng wird und andere Hilfe brauchen.Da zieht sich ein roter Faden durch das Leben,den man nicht los wird.Aber ich liebäugele schon mit einer neuen Wohnung und wenn ich diese zufällig bekommen sollte,werde ich hier ausziehen. MfG Jolande

Saskia: 12.08.2016 - 11:08 Uhr

Pflegen nur weil es die Gesellschaft erwartet?

Hier zu lesen hat mich in meinem Beschluss bestärkt, meine Mutter nicht zu pflegen. Ich (w25) hatte mich immer gefragt, ob ich es denn ueberhaupt ablehnen darf/kann und was die Anderen denken wuerden, aber am Ende muss doch jeder sein eigenes Leben leben. Manche können es als egoistisch und faul bezeichnen, fuer mich ist es aber mehr ein Selbstschutz. Die Beziehung zu meiner Mutter war schon immer schwierig. Seit dem Kindergarten bekam ich zu hören "du bist ein Unfall, dein Vater wollte dich nie und wegen dir hat er uns verlassen!". Ab der 1. Klasse hat sie nur noch eingekauft und eine warme Mahlzeit zubereitet. Alles andere an Haushaltsfuehrung blieb an mir hängen. Gut, sie hat mir immer 1-2 Mal gezeigt wie etwas geht, aber das war schon alles. So war ich z.B. die Einzige in der Klasse die wusste, dass es Toilettenreiniger gibt, oder wie man Buegelt, Fenster putzt, was Koch- und Buntwäsche ist oder wie man Socken stopft. Wenn ich aus Aufstand kein Geschirr gespuelt habe, blieb es eben Wochen lang stehen und es wurde nur gemeckert. Nicht mal an freien Tagen oder im Urlaub hat sie etwas im Haushalt gemacht oder mit mir unternommen. Ich bin dafuer das Kinder im Haushalt helfen, aber nicht so. Sie hatte nie Zeit fuer mich oder den Haushalt, konnte aber Stundenlang Computerspiele spielen und sich bei mir ausheulen wie schlecht es ihr doch ginge und das sie kein Geld hätte. Bis heute hat sie ihr Verhalten nicht geändert. Nachdem ich ausgezogen bin, verkam ihre Wohnung völlig, aber da interessierte sie sich dann auf einmal fuer mich und wollte mir tatkräftig unter die Arme greifen?! Mittlerweile geht sie auf Mitte 50 zu und ist nach einem Arbeitsunfall bei dem ihre Hand nachhaltig verletzt wurde kaum noch in der Lage fuer sich selbst zu sorgen. Oder zumindest behauptet sie das. Wobei ich ihrem Gejammere fast keine Beachtung mehr schenke. Seit dem Unfall wollte sie das ich ihr bei allem helfe. Wohnung putzen, einkaufen, Steuererklärungen machen, ihr ueber Jahre angesammeltes Chaos aufräume ect. Wenn es nur das gewesen wäre hätte ich mich vielleicht nicht quer gestellt, aber da ist dann auch immer ihre Anwesenheit mit dem unermuedlichem Gejammer und dem nicht endenden Pessimismus. Das hat mich schon als Kind runtergezogen (erste Depression und Suizidgedanken mit 8). Selbst mit getrennter Wohnung hat sie mich bei regelmäßigen Treffen oder Telefonaten immer wieder fast in die Depression getrieben. Ein Regelmäßiger Umgang oder Telefonate mit ihr sind fuer mich darum nicht wirklich möglich. Vor ueber einem Jahr sind mein Mann und ich ausgewandert. Hier geht es mir sehr gut. Wir haben uns ein gutes Leben aufgebaut und auch ein Haus gekauft. Ich habe endlich gelernt das Leben genießen zu können. Nächstes Jahr muessen wir aber geschäftsbedingt wahrscheinlich wieder fuer 1-5 Jahre zurueck und in die Nähe meiner Mutter. Ich bin mir sicher dass sie dann wieder meine Hilfe einfordern wird. Dabei wollten wir anfangen eine Familie zu gruenden... Ich habe angst meine Mutter zu verletzen, aber genauso habe ich angst wegen ihr wieder psychisch instabil zu werden. Außerdem will ich voll fuer mein Kind da sein, aber meine Mutter und Kind bekomme ich nicht hin. Direkte finanzielle Hilfe wuerde auch nichts helfen, da sie ja nicht mit Geld umgehen kann. Das einzige wäre eine Haushaltshilfe, aber dann haben wir kein Geld mehr fuer ein Kind oder muessen unser neues Haus verkaufen um die Ratenzahlung zu stoppen. Das Haus zu vermieten wuerde mein Mann niemals dulden, das Thema hatten wir schon öfters.

Michaela: 01.08.2016 - 11:08 Uhr

Pflege der Alten? Ja, aber nur mit gegenseitigem Respekt.

Was hier zu lesen ist, ist erschütternd. Ich bin selbst pflegende Tochter (50, verheiratet, 1 Kind, berufstätig + eine ältere Schwester, die trotz reichlich Zeit + Geld nicht hilft), die mit ihrer 80jährigen dementen Mutter nicht klarkommt und sich hilfesuchend hier rumtreibt. Wir streiten uns permanent, vieles aus der Vergangenheit kommt hoch, eine Aussprache ist zwecklos. Eine Therapie auch - würde mir zu viel Zeit kosten, zumal ich mein eigenes Leben recht gut im Griff habe. Ich will keine ellenlange Story schreiben, aber bei allem was ich hier gelesen habe, will ich an Verzweifelte tatsächlich einen Rat geben: Lasst die Alten alleine. Demenz hin, Alzheimer her. Das ist schlimm, ja. Aber niemand hat das Recht, andere Personen (eigene Kinder, Nichten/Neffen) die einem eigentlich helfen, so zu schikanieren. Wenn der/die betreffende erstmal eingewiesen wurde (Krankenhaus oder Pflegeheim), ja - selbst wenn der Tod die Folge sein sollte - dann IST DAS HALT SO. Ich habe schon mehr als einmal ehrlich bereut, meiner Mutter derart viel geholfen zu haben - das geht bereits rund 40 Jahre so. Mein Rücken ist voll von den sprichwörtlichen Messern, die sie mir reingerannt hat. Ich lasse sie jetzt gehen und genieße mein Leben. Sie ist böse geworden - ganz sauber war sie allerdings ihr Leben lang nicht. Das macht es in meinem Fall etwas leichter. Was ich sagen will: Habt kein schlechtes Gewissen, nicht zu helfen, geht auf Abstand. Und: Es gibt tatsächlich auch nette alte Menschen, die in Würde altern. Erstaunlicherweise finden diese Konflikte bei der Pflege eher bei Angehörigen oder sehr nahestehenden Personen auf, weniger bei Fremden. Es ist der Respekt der Älteren der Leistung der Jüngeren gegenüber, der fehlt. Daher: Abgeben an andere, bevor man selbst drauf geht! Das hat nichts mit einer egoman werdenden Gesellschaft zu tun; es ist vielmehr die Kehrseite der Medallie, dass wir alle immer älter werden und immer weniger Kinder haben, die sich - zumindest theoretisch - gegenseitig in der Pflege abwechseln. Ich selbst kenne jedoch nur eine einzige Familie wo die Pflege der Mutter von 8 Kindern von 3 unter sich geteilt wurde. In meinem restlichen Umfeld übernimmt das - auch wenn mehrere Kinder da sind - meist nur das am sozialsten eingestellte Kind (meist eine Frau). Pflege ist Schwerstarbeit und sollte tatsächlich den Profis überlassen werden. Wenn es irgendwie geht: Macht Euch frei davon!

Ellie: 20.06.2016 - 23:06 Uhr

19 Jahre alt und scho so verzweifelt

Mein Vater hatte 2014 im Alter von 54 Jahren einen schweren Schlaganfall. Er war nach einigen Wochen Krankenhaus (Koma) in einer Reha Klinik, kam dann im Februar 2015 für einige Wochen nach hause, weil sich die KK mit dem Antrag auf Rehaverlängerung mal wieder Zeit ließ. Schon da jammerte er, dass er ja nicht mehr in die Klinik möchte und lieber zu hause bleiben möchte. Dass die Klinik ihm helfen würde Besserung in Bewegung etc. zu finden, wollte er nicht hören. Trotzdem musste er schließlich bis Februar 2016 in eine neue Klinik. Und schon als er nach diesen wenigen Wochen wieder in die Klinik ging, konnte man bei meiner Mutter (jetzt 52) deutliche Erleichterung spüren. Sie ist die Hauptpflegerin bei uns, sozusagend. Nun ist mein Vater also seit Februar wieder hier und man kann es nicht anders formulieren, er terrorisiert meine Mutter. Man muss ehrlich sagen, dafür, dass er einen solchen schweren Anfall hatte, geht es ihm wirklich gut. Er ist weit entfernt von starker Pflegebedürftigkeit. Er kann Laufen, relativ gut sogar, er kann einigermaßen gut sprechen, auch wenn ihm ab und an Wörter fehlen. Sein rechtes Bein zieht er leicht nach, ist aber trotzdem flott unterwegs. Lediglich seinen rechten Arm kann er gar nicht mehr bewegen. Im Großen und Ganzen durchaus eine sehr gute Grundlage um wieder selbstständig zu werden. Das Schlimme ist: Er möchte nicht. Meine Mutter hat nur einen 450 Euro Job bei dem sie dienstags bis freitags jeweils nur 2 - 3 h arbeitet, heißt also generell hätte sie sehr biel Freizeit, aber mein Vater lässt das absolut nicht zu. Sie steht zur Zeit um 7 Uhr morgens auf um in Ruhe ihre Mutter besuchen zu gehen (was bei ihr seit Jahren ein tägliches Ritual ist, momentan vor allem um mal runter zu kommen), weil er erst um 10 Uhr aufsteht und sie sonst jedes, wirklich jedes mal anpampt, wo sie denn schon wieder so lange war. Selbst wenn sie sich mittags ein, zwei Stündchen hinlegt um sich auszuruhen passt ihm das nicht. Es ist jedes mal dasselbe Spiel: Sie kommt nachhause/steht mittags auf - Er: "Wo warst du schon wieder?/Wieso schläfstdu szändig?/Wieso lässt du mich immer alleine?" Er sitzt DEN GANZEN TAG nur vorm Fernseher, er weigert sich sich in der Behindertenwerkstatt anzumelden, er weigert sich irgendwas zu tun um nal wirklich was zu tun zu haben, und lässt sich dann noch von vorne bis hinten bedienen. Ihm wird das Essen zu Tisch getragen, ihm wird Wasser nachgeschenkt, ihm wird die Haustär offengelassen wenn er dpazieren geht - ansonsten müsste er ja selbstständig einen Schlüssel benutzen (was er kann, das hat er nämlich ein mal sogar gemacht weil niemand zuhause war), er zieht nicht einmal ansatzweise in Erwägung irgendetwas selbstständig zu tun. Letztens hatte er 15 Minuten lang "Hallo? HALLO?" gerufen, bis ich doch malaufgestanden bin (tu ich normalerweise nicht, weil er meistens nur irgendetwas will was er gut auch alleine machen könnte). Wie sich rausstellte hatte er Kopfschmerzen und um seine Tropfen zu nehmen sollte ich ihm einen Löffel geben - der einen halben Meter neben ihm auf dem Tisch lag! Er hatte also ernsthaft 15 Minuten Zeit Hallo zu schreien, anstatt mal selbst zu versuchen an den Löffel ranzukommen!! Genauso wenn er in die Küche läuft und da liegt auch nur ein winziges Stück Papier auf dem Boden, fängt er an zu keuchen und zu fluchen, weil er da ja SO schwer vorbeilaufen kann. Er stellt sich wirklich an manchmal, ich hab da ehrlich keine Worte für. Warum bin ich nun am Verzweifeln? Wegen meiner Mutter. Man sieht ihr an wie sie langsam immer mehr daran kaputtgeht. Mein Vater ist nun seit 4 Monaten zuhause und macht ihr seitdem das Leben zur Hölle. Tu dieses, mach jenes, wehe du verlässt das Haus und lässt mich alleine. Er ist nur am Mosern, schreit sie teilweise richtig an. Einmal schlief meine Mutter im Gästezimmer, weil mein Vater so laut geschnarcht hat dass sie nicht schlafen konnte. Er kamm mitten in der Nacht ins Gästezimmer und hat sie angebrüllt,wie das sein kann dass sie ihn einfach alleine im Schlafzimmer lässt. Mitten in der Nacht. Ich war noch wach und habe alles gehört. Er ist einfach so undankbar. Er lässt sich bis zum geht nicht mehr betuddeln und führt sich auf wie ein kleines Kind wenn ihm etwas nicht passt. Pflegeheim können wir uns beim besten Willen nicht leisten, aber das würde er 100%ig ablehnen. Seine gesamte Familie (Geschwister) melden sich nie, und wenn, dann nur um meiner Mutter Vorwürfe zu machen, dass sie sich ja nicht gut genug um ihn kümmert. Aber selber kümmern? Kommt nicht in Frage. Ich habe mich auch schon zur "Pflegehilfe" oder zumindest als Gesellschaft angeboten, wenn Mama mal nicht da ist, aber das lehnt er einfach ab. Mir wird ständig (von seinen Geschwistern natürlich) vorgeworfen, ich würde mich nicht um ihn kümmern und das stimmt auch, aber weil er es nicht will. Es geht ihm auch null darum Gesellschaft zu haben,er möchte Gesellschaft seiner Frau haben - seine Tochter ist offensichtlich nicht ausreichend. Ich mache mir Sorgen um meine Mutter, ernsthaft. Mein Vater will, will, will und nimmt, nimmt, nimmt - aber gibt NICHTS zurück, außer Geheule und Gepampe ach wie furchtbar alles ist. Meine Mutger und auch ich haben schon so oft versucht ihm klar zu machen, dass wir alle Menschen sind, dass wir alle ein Recht auf ein eigenes Leben haben,dass Mama daran kaputtgeht wenn er so weitermacht, dass das alles nicht nur für ihn schlimm ist sonder für uns alle, weil wir auch Gefühle haben. Er möchte es nicht hören. Nein, stattdessen sagt er nur "Es geht doch aber vor allem um micht" - wenn Mama dann weinend und völlig verzweifelt den Raum verlässt, ist er dann noch beleidigt weil sie ja so egoistisch ist. Ich verzweifle daran, wirklich. Ich möchte meiner Mutter so gern helfen aber ich weiß nicht wie. Mein Vater wird niemals mehr selbstständig wenn das so weitergeht, meine Mutter wird vermutlich bald noch Depressionen bekommen. Ich habe Angst um sie, aber ich weiß einfach nicht mehr weiter.

Jolande: 15.04.2016 - 16:04 Uhr

Das mit dem Alkohol wird revidiert

....und sollte nicht über einen Kamm geschert werden! und ich kenne auch keinen der seine Eltern pflegt und sich zuknallt mit Alkohol. Den gefallen würde ich schon mir selber und auch meinen Kindern zuliebe nicht tun,ich abhängig zu machen von einer Droge die mich noch zusätzlich an den Rand des Grabes bringt. Ich muss meine Mutter über den Berg bringen und geht auch nur noch mit wenig Kraft.An manchen Tagen denke ich so bei mir...hoffentlich ist es bald vorbei und bete sogar...das der Herrgott sie in sein Himmelreich holen möge. Dann gibt es wieder so Tage wie Heute und Mutter und ich haben viel Spaß und sie zeigt ihre Dankbarkeit durch ein müdes kleines Lächeln. Wenn es soweit ist wird der Herrgott schon sein Tor öffnen.Ich kann dann mit erhobenen Hauptes die Türe da unten abschließen und weiß alles mir ermögliche getan zu haben. Ich weiß nicht wie es dann meinen Geschwistern am grabe meiner Mutter geht? Aber das soll nicht mein Problem sein und ist ihre ganz eigene persönliche Geschichte. Heute trifft mich eine Nachbarin und sagt mir mitten ins Gesicht: Aaaaaaaalso Sie sehen ja elend aus.Finden Sie? Ich dachte heute gerade ich habe mich hübsch gemacht. So sind sie die netten Nachbarn was auch noch dazu kommt.Anstatt mal Hilfe anzubieten,treten manche Menschen auch noch drauf. Aber wer gibt sich schon gerne mit alten dementen Personen ab? Da wird man ja konfrontiert mit seinem eigenen Leben und dem Tod. Nein...damit will auch kein Nachbar was zutun haben. In diesem Sinne mal ein schönes Wochenende allen die ihre Eltern pflegen. Gruß Jolande

Sabrina: 11.03.2016 - 21:03 Uhr

Ich habe es wohl noch gut...

wenn ich das alles hier lese. Fertig bin ich aber trotzdem. Wahrscheinlich bin ich einfach zu egoistisch. Zu meiner Geschichte in Kürze: Bin 30 Jahre voll berufstätiig,Partner, leider keine Kinder, Haus gebaut. Seit ca. 20 Jahren totalen Stressjob mit vielen unvergüteten Überstunden. Bei meinem Freund war es ähnlich. Wir sind beide aus einfachen Verhältnissen und haben uns hochgearbeitet. Unser Hausbau war für eine eigene Familie und die Eltern gedacht. Offenbar wollten wir viel zu viel. Krebs beim Vater und dem Schwiegervater, Herzinfarkt bei der Schwiegermutter. Nur meine Mutter ist noch verschont geblieben, lebt jetzt allein und einsam. Zu uns wollte sie nicht. Telefoniere täglich mit ihr, vorher mit beiden Eltern. War dabei, als mein Vater nach langem Siechtum starb. Habe seither immer versucht, meine Mutter aufzubauen und ihr zu helfen. Habe dann selbst Krebs bekommen und nach OP und Bestrahlungen bis jetzt wohl (hoffentlich) überwunden. Gehe mit ihr einkaufen und erledige dies und das und telefoniere mit ihr. War mit ihr verreist. Sie verlässt sich dann völlig auf meinen Partner und mich. Ist aber ok so. Habe dann nach 3 Jahrzehnten Job gekündigt, das passt ihr jetzt nicht. Höre dauernd nur, dass ich früher alles nebenbei gemacht hätte und nicht krank geworden wäre. Mein eigenes Leben ist gelaufen. Habe keinen Beruf mehr. Habe keine Kinder. Nichts. Nur die Verpflichtung meiner Mutter gegenüber, die mir schon meinen ersten Freund verleidet hat.

Werner Müller: 18.02.2016 - 00:02 Uhr

Ich verzweifle an meiner Mutter!

Mein 89jähriger Vater liegt seit 1 Jahr im Altersheim. Meine demente 87jährige Mutter besucht ihn jeden Tag und stopft ihn mit Essen voll. Sie will ihn mit aller Gewalt nachhause holen, was ich auch verstehen kann, aber sie ist selbst nicht mehr in der Lage selbständig die einfachsten Dinge zu erledigen. Das Chaos wäre komplett und wir alle blieben auf der Strecke. Trotz pflegerischer und medizinischer Ausbildung habe ich diese Entscheidung getroffen. Zudem mein Vater mit seinem Aufenthalt nicht unzufrieden zu sein scheint. Meine Mutter nervt mit ihrer Überfürsorge nur. Sie macht mir ständig die Vorwürfe, dass ich ja daran Schuld bin, dass mein Vater im Altersheim liegt und sie überschätzt sich total. Ich hasse sie inzwischen und ich habe auch keinen Respekt mehr vor ihr, denn ansonsten ging ich an ihrer Boshaftigkeit mir gegenüber kaputt. Ich würde ihr Verhalten auf die Demenz schieben, aber schon früher hat sie versucht mit ihrer Dominanz Menschen zu manipulieren und ihren Willen aufzudrängen. Mir widerstrebt es schon wieder für Sie Morgen zu kochen. Zwar bedankt sie sich für das tolle Essen, aber vorher bekomme ich dann zu hören, dass Sie ja keinen Hunger hat und ich viel zu viel gekocht hätte. Und dann soll man am Tisch noch gemeinsam das Essen genießen. Ich kenne einige yDenken ihre Eltern zuhause pflegen und sagen, dass sie das Glas Wein nicht abends nach sondern inzwischen vor der Betreuung trinken um es verkraften zu können. Nein, ich möchte nicht so alt werden!

Joachim: 13.02.2016 - 15:02 Uhr

Nicht jeder ist geignet

ich habe ähnliche Probleme mit meinem Vater der mich seit seiner Verwitwung zu dominieren versucht und nun auch pflegebedürftig wird. Meine Hausärztin und mein Psychologe rieten mir ab mich in die Pflege einbinden zu lassen, weil mir u.a. das nötige positve Selbstwertgefühl fehle. Auch müsse man durchsetzungstark sein, und dem Pflegling klare Grenzen setzen können. Mein Vater wird jetzt daheim mehrmals täglich von einem Pflegedienst betreut, was nach anfänglichem Gezeter schnell sehr gut klappt. ich halte mich völlig raus, und beschränke mich auf Besuche, die viel entspannter als früher sind. Ich kann nur raten sich wirklich zurückzuznehmen und helfen zu lassen, wenn einem die Kraft und der Wille für die Pflege fehlt. Leider sind es gerade die konfliktscheuen, schüchternen Menschen die sich zur oft nach alleinigen Pflege "breitschlagen" lassen , Es ist so tragisch.

Anonym Anonymous: 11.02.2016 - 08:02 Uhr

30 Jahre Pflege

Liebe Leute, ich verstehe euch alle sehr gut. Pflege nun schon 30 Jahre meine von Ärzten zum Krüppel gemachte Tochter. Nicht nur dass die Ärzte mich im Stich gelassen haben, was deren Verantwortung für ihren Mist angeht, leider hab ich auch nicht das nötige Geld gehabt um diese zu verklagen. es blieb mir nichts anderes übrig, als meinen Beruf aufzugeben und meine Tochter zu pflegen. Ich habe es aus Liebe zu meinem Kind getan, was dann aber kam konnte ich nicht ahnen. Wo man auch hinzog, erst wurde am ausgehorcht, was das Kind denn habe und dann hat man grenzenlos über uns hergezogen. Getan hab ich den Leuten nie was. Aber auch so mancher Verwandte hat uns nicht mehr eingeladen. Dies zum Thema Hilfe aus dem Umfeld. Meine Kinder haben dadurch nicht viel Kontakt gehabt, was für mein gesundes Kind auch nicht leicht war. Man vereinsamt, weil man auch nicht mehr raus kommt. Ein Urlaub war aus Geldmangel auch nicht drin. Im Gegensatz zur Meinung der lieben Nachbarn, man würde sich an dem Pflegegeld bereichern können sind wir aber doch sehr Arm geblieben. Auch droht mir nun die Altersarmut, denn die Rente wird hinten und vorne nicht reichen. Ach ja und der nette Herr mit seinen tollen Ratschlägen, die sind leider nicht Realistisch, denn die Kurzzeitpflege, das Geld dafür soll man auch noch vorstrecken, wovon bitte? Mein Mann hat sein Leben lang schwer und immer 40-56 Stunden die Woche gearbeitet für einen Hungerlohn. Da meine Tochter Pflegestufe III hat, kann man sich ja vorstellen, dass ich auch nicht gerade wenig gearbeitet habe mein Leben lang. Das ganze habe ich aus Liebe zu meinen Kindern nur geschafft, aber auch kann nicht mehr, weine oft nachts, bin immer öfter nur noch müde und erschöpft, komme mir auch nur noch vor wie der Hamster in seinem Laufrad und sehe weder ein Ende, es sei denn...

Jolande: 07.02.2016 - 17:02 Uhr

eines Tages wird auch das alles vorbei sein

Ausgebrannt (Burn Out) Du bist von dir nur noch ein Schein. So müde wirkt dein Gang. Und musst ein Übermensch doch sein; das Tagwerk ist so lang, so lang. Abgetaucht die Illusionen in eine finst’re ferne Welt, wo alle Farben längst schon wohnen und niemals sie ein Licht erhellt. Willst und kannst nicht mehr beginnen, was ja doch kein Ende hat. Rennst und eilst fast wie von Sinnen auf einem ganz, ganz schmalen Grat. Unendlich viele Hände suchten dich zu zerren ohne Halt. Ringsum felsig steile Schluchten und dir ist kalt, so kalt, eiskalt. Du weißt, dein eig’nes Leben läuft längst einen völlig ander’n Steg. Ein riesig Muss ist angehäuft und du willst weg, nur weg, weit weg. Wagst schnell mal einen Schritt zur Seite, willst einmal nur du selber sein! Vor dir liegt blühend schöne Weite, du mittendrin, allein. Allein! Doch bitten tausend schwache Augen und weichen auf dein festes Ziel. Die großen Schritte noch nicht taugen, denn hinter dir liegt viel, so viel. Noch läuft das Hamsterrad im Leeren. So schön kann doch das Leben sein! Momentaufnahme! Willst dich wehren und steigst doch wieder ein, schnell ein. Und es dreht sich Rund‘ um Runde pflichtbewusst stets ohne Rast die Maschine Stund‘ um Stunde ungebremst voll Hast, voll Hast. Stahlharte Hand hält dich gefangen, lässt keinen Sonnenstrahl zu dir. Soll etwas Blau ins Rad gelangen, hält sie fest zu die Tür, die Tür. Bis stille steht das runde Gitter. Die Achse bricht. Nun bist du frei. Schmeckt Freiheit süß? Schmeckt Freiheit bitter? Zu spät gefragt, es ist vorbei. Es gibt kein grenzenloses Geben und selbst die größte, stärkste Hand, die stets nur gibt ein ganzes Leben, ist irgendwann auch ausgebrannt. © Gabi Künzel (*1964), Schriftstellerin

Appelt Martina: 31.01.2016 - 17:01 Uhr

pflege

Iich pflege meinen vater seit2014 nach einen schweren schlaganfall, mein papa wird im JUNI 90 , ich bin am ende meiner Kräfte.

Karin Hamm: 27.01.2016 - 12:01 Uhr

Ich kann nicht mehr

Ich pflege seit 9 Jahren meine Demenz kranke Mutter. Man hat kein eigenes Leben mehr. 😢 Wenn irgendwas ist, muß man sofort präsent sein. Da wird nicht gefragt, können Sie, nein, man bekommt nur zu hören, Sie müssen aber. Meine Schwester kümmert sich gar nicht. Sie wohnt näher dran und geht nicht arbeiten. Ich gehe arbeiten und habe auch noch ein Leben. Jetzt musste Sie ins Heim und ich dachte, es würde mich entlasten. Tut es aber nicht. Ständig geht mein Handy, jetzt muss ich mit Ihr zum Arzt fahren, weil Sie einen Ausschlag hat. Wer fragt, wie es mir geht. Ganz zu schweigen von den ganzen Sachen, die nun noch gemacht werden müssen. Kündigungen schreiben, Haus verkaufen, davor noch zum Gericht wegen Vormundschaft. Selbst im Urlaub ging ständig mein Handy. Ich bin mittlerweile soweit, das ich an Selbstmord denke, denn es geht ja immer und immer weiter. ICH KANN NICHT MEHR

Sabine: 07.01.2016 - 09:01 Uhr

Es ist eine einzige Strafe....

Ich, 36, ebenfalls mit GdB 80, mache dieses Theater jetzt seit mehr als 6 Jahren mit. Am Anfang war ja noch alles easy gewesen. Da ging es nur darum zwei Mal pro Woche hinzufahren und mit meiner Tante (83 Jahre, keine lebenden Kinder mehr, keine Geschwister mehr, verwitwet)gemeinsam einkaufen zu gehen. Als mein Freund dann noch miteingestiegen ist, war die Arbeit noch erträglicher gewesen. Dann aber seit einen Sturz mit Beckenbruch im Sommer 2013, ging es mit meiner Tante immer mehr bergab. Sie konnte noch schlechter laufen als vorher (1 Jahr vorher Beckenbuch durch Sturz und Oberschenkelhalsbruch drei Jahre vorher) und ist schließlich gar nicht mehr dazu zu bewegen gewesen mit uns die Wohnung zu verlassen. "Ach nein, macht das mal allein!" Jetzt im Sommer 2015 ist sie schwer am Darm erkrankt und nach 3 Wochen Krankenhaus und 3 Wochen Reha wieder nach Hause entlassen worden. Sie wohnt alleine, etwa eine Stunde Fahrzeit von uns entfernt. Seit Juni ist sie jetzt also ein deutlich schwererer Pflegefall, als vorher und müsste eigentlich PST 2 bekommen, was sie aber natürlich aus Kostengründen von der Krankenkasse nicht bewilligt bekam. Ist ja alles nicht so dramatisch und das ich und mein Partner täglich 3-4 Stunden mit ihr beschäftigt sind inkl. einkaufen, Haushalt... ist natürlich absolut egal. Ich habe von Vollzeitarbeit auf Halbtags gewechselt, weil ich diese Bürde mit Vollzeitarbeit überhaupt nicht mehr geschafft hätte. Die zwei Wochen wo ich es versuchte, war ich an keinen Tag vor 20 Uhr Zuhause. Außer Arbeit und Schlafen war da überhaupt nichts mehr gewesen, weil ich ja am nächsten Morgen wieder um 5:30 Uhr raus musste. Jetzt aktuell bin ich aber an einen Punkt angekommen, wo ich es persönlich nicht mehr vertretbar finde, dass mein Freund und ich uns um sie kümmern. Wie gesagt mehr als 3-4 Stunden kann keiner von uns am Tag aufwenden. Nötig wären in ihrem Fall mittlerweile aber deutlich mehr. Sie kackt ständig ein und pullert auch ein. Sie kann noch nicht mal mehr aufstehen und auf den "Egon" gehen. Das halte ich unverantwortlich. Das Problem ist nur, dass meine Tante sich nicht helfen lassen will. Sie lehnt einen Pflegedienst kategorisch ab, weil sie befürchtet ihn selber bezahlen zu müssen bzw. sie wäre nicht mal bereit Auskunft über ihren Einkünfte geben, was mögliche Sozialleistungen die ihr zustünden verhindern würde. Wenn ich das versuche ihr zu erklären ist ihre Reaktion: Du wirst mich nicht belehren! Ich schaue genug Fernsehen um zu wissen was los ist. Jede Bemerkung von mir in die Richtung, dass ich der Meinung bin, dass sie mehr Hilfe braucht, als was ich und mein Freund ihr geben können, wird mit Aggression gekontert. Besonders gerne mit dem Vorwurf, dass ich meine alkoholkranke Mutter habe verkommen lassen. Wobei die sich auch nicht helfen lassen wollte und dann eben elendig verreckt ist. Gestorben ist sie nach vierwöchigem Koma im Krankenhaus. Das ich eine Unterbringung in einen Heim gut finden würde, spreche ich erst gar nicht an. Die bringt es fertig und knallt mir noch eine. Sie hat absolut null Respekt vor mir. Ich bin in ihren Augen eine kleine dumme Göre, die die Schnauze zu halten hat. Ich meine es im Grunde nur gut mit ihr, wenn ich sage, dass es besser wäre einen Pflegedienst zu besorgen, aber wie gesagt, außer Beleidigungen gegen meine Person, nur gegen mich, nicht gegen meinen Partner bekomme ich nichts zu hören. Das Prinzip bei ihr scheint zu lauten: Mach was ich dir sage und gib keine Wiederworte! Gehorche und schweige einfach, Sklave! Ich hasse alleine schon den Gedanken daran, so wie heute, zu ihr zu müssen. Diesen ekelhaften Gestank aus Kot und Urin (sie schläft auf einer alten, durchgelegenen Klappcouch, ein Krankenbett von der Krankenkasse lehnt sie natürlich stur ab und sieht es als Bevormundung an.) ertragen zu müssen. Mir ihr Gemotze und Gemecker anzuhören (Das Wasser ist nicht warm genug! Hole heißes Wasser oder bist du selbst dazu nicht in der Lage?) Es ist eine einzige Strafe sich um diese Frau kümmern zu müssen... Weiß jemand was ich machen kann? Bei der Krankenkasse war ich schon, die meinten ich solle mich an eine Beratungsstelle wenden. Aber was sollen die mir schon für Ratschläge geben? Nur damit das klar ist: Ich werde nicht die Entscheidung treffen sie in ein Heim zu geben oder gar einen Antrag auf amtliche Betreuung stellen. Damit will ich mein Gewissen nicht belasten!

Caro : 28.12.2015 - 21:12 Uhr

schwanger und Pflege

Hallo, Wenn ich eure Geschichten lese, weiß ich, dass ich nicht alleine bin. Ich 31, pflege meine Oma 91. Sie konnte nicht mehr alleine zu Hause wohnen, da Sie immer stürzte und keiner in der Nähe wohnte. Nach dem Krankenhaus ging es in die Kurzzeit Pflege. Sie wollte aber nicht im Heim bleiben obwohl ich jeden Tag zu Besuch kam. Da Sie drohte sich umzubringen haben mein Mann und ich eine Wohnung direkt gegenüber gekauft. Ich arbeite nicht mehr und pflege Oma morgens, mittags, nachmittags, Abends und zur Nachtruhe. Sie ist so undankbar und nur am meckern. Sie will wieder ins Heim und sie wollte ja nie raus und warum tun wir ihr das alles an und wir sind ja so schlimm etc. So geht es Tag ein und Tag aus. Den Pflegedienst will sie nicht sehen. Der Pflegedienst ist auch sehr unzulässig. Da wurden Tabletten vergessen, oder gar der Schlüssel und Oma wurde erst um 12 aus dem Bett geholt, oder ihr Gebiss wurde vergessen etc. Wie auch immer, heute war der schlimmste Tag. Ich bin endlich schwanger und bis heute (4 Monat) traute ich mich nicht ihr davon zu erzählen. Ich wusste schon warum. Sie sagte nur: Ach du meine Güte, Warum muss mir das noch passieren. Dann war sie ganz zittrig und rief gleich meine Patentante an um die schlimme Nachricht zu erzählen und sich Mitleid zu holen. Dann wollte sie ihre Tabletten um sich umzubringen weil sie dann ja nicht mehr an erster Stelle steht. Ich habe jetzt schlimme Unterleibs Schmerzen und hoffe dass meine emotionale Lage und mein dauergeheule meinem Baby nix antut und alles gut geht. Was soll ich bloß machen? Ich kann ja nicht einfach aufhören sie zu pflegen. Aber hat sie es überhaupt verdient gepflegt zu werden? Hat sie es verdient, dass ich keine Karriere machen kann weil sie Hilfe braucht? ( sie warf mir vor, dass ich ja nicht arbeiten kann wenn ich ein Kind bekomme, aber anscheinend ist es ja ok wenn ich wegen ihr nicht arbeiten kann) Sie war schon immer ein schlechter Mensch. Es ging immer nur um sie. Mein armer Opa musste immer laufen, machen, bezahlen. Mein Vater durfte nie mit anderen Kindern spielen. Ich durfte nie auf den Spielplatz, immer nur brav auf dem Sofasitzen (ich war 10 Jahre täglich bei Oma und Opa) Sie hat nie gearbeitet ausser mal ein halbes Jahr im Krieg. Sie würdigt nichts was andere machen. Meine Mutter ist schlecht weil sie polin ist. Ich durfte kein polnisch lernen. Alles schlechte an mir habe ich von den Pol.... Und so einen Menschen Pflege ich. Ich pulle ihr den kot aus dem Hintern, wasche sie, mache alles. Und wofür? Um mich fertig machen zu lassen? Wo finde ich Hilfe? Kirche ist nicht meins. Krankenkasse hilft auch nicht weiter. Ich weiß nicht mehr weiter. Ich habe auch schon schlimme Gedanken, die ich nicht denken möchte weil sie falsch sind...

Jolande: 29.10.2015 - 16:10 Uhr

Und täglich grüßt das Murmeltier......

Jeden Tag der selbe Trott und es scheint kein Ende in Sicht zu sein. Ich merke das ich mich selber sehr verändert habe durch diese Pflege mit meiner Mutter ich einfach nur noch zum Reiern finde. Schlaflose Nächte, dazu noch Schlaftabletten....damit man am morgigen Tag wieder wie ein Stehaufmännchen an der Front kämpfen kann. Guten Morgen Mutter,,,nein das kannst du nicht anziehen...ach und wir können schon wieder die Sachen wechseln.Was wollen wir heute essen` Na klar wieder Nudeln mit Soße, ganz klein gemacht oder Pizza. Da dreht man echt durch! Und von wegen Nachbarschaftshilfe in einer Kirchengemeinde.Das ist ein Witz vor dem Herrn und Schönrederei ohne Wahrhaftigkeit. * Und wenn ich lese such dir jemanden mit ins Boot zu holen. Ja in meinem Boot sitzt der Pflegedienst,der am Ende des Monats mir noch zuzüglich riesen Rechnungen schreibt. Super Pflegestufe und dann kommt der Pflegedienst und jeder Handschlag wird berechnet und für ne Haushaltshilfe pro Stunde 25€. Da hat sich der Staat ja was tolles ausgedacht und so spart man Altenheimkosten

Charlotte: 28.10.2015 - 21:10 Uhr

Entschuldigung

Entschuldigung, ich hatte mich verschrieben gehabt, es hätte heißen sollen ich "darf" mit keinem mann reden, weil sich das nicht gehört.

susanne: 30.07.2015 - 20:07 Uhr

Muttter lehnt fremde Hilfe ab

Hallo an alle ! Meine Mutter ist 84 Jahre alt und hat chronische Schmerzen (Wirbelsäule) und seit kurzem zeichnet sich eine beginnende Demenz ab. Bis April diesen Jahres hat mein Vater über Jahrzehnte (auch als es den beiden noch recht gut ging) alles getan, was sie wollte und stand ihr 24 h "zur Verfügung". Anfang Mai ist er plötzlich verstorben und nun eskaliert alles. Mama mußte wg. akuter Rückenbeschwerden ins Krankenhaus und hat dort alle Ärzte und Schwestern tyrannisiert. Die wollten sie dann nur noch loshaben mit den Worten, sie könnten nichts mehr für sie tun. Aus der Kurzzeitpflege ist sie mit dem Taxi abgehauen und wir standen dann da und haben versucht alles so zu organisieren, daß es zu Hause klappt. Aber nach einer Woche mußte sie wieder ins Krankenhaus und wir haben sie in eine spezielle Schmerzklinik gebracht. Sie ist der Meinung, daß die Ärzte keine Ahnung haben und ein Verschwörung gegen sie im Gang sei. Wir haben inzwischen eine 24h Pflege organisiert, da sie nicht mehr alleine bleiben kann. Aber sie lehnt jede Pflege von "außen" ab und spricht immer vom Sterbeprozeß, dabei hat sie organisch keine Problem und ist so gesehen relativ gesund. Sie will durchdrücken, daß ich immer für sie da sein muß. Ich habe eine Familie und einen Beruf und bin nach den letzten Wochen schon am Ende meiner Nerven. Ihr ist das alles egal, sie versucht mit allen Mittel ihren Willen durchzudrücken . es ist nicht so, daß ich mich nicht kümmern will, aber ich will auch noch ein Leben und meine Familie haben. Wo kann ich Beratung und Hilfe bekommen ? Was sagt ihr dazu ?

Schneider Magdalena: 21.06.2015 - 10:06 Uhr

Ein Ende ist nicht abzusehen

Ich bin exam. Altenpflegerin und habe 2000 meinen Job aus gesundheitlichen Gründen aufgeben müssen. Nach nur 2-jähriger Ehe mit meinem jetzigen Ehemann hatte er 2003 einen sehr schweren LKW-Unfall mit Polytrauma, Schädel-Hirn-Trauma, einem sehr schweren Schlaganfall, der leider auch noch zur Folge hatte, dass mein Mann, (57) seine Sprache durch eine sehr schwere Form der Aphasie vollends verloren hat. Schriftliche Kommunikation ist leider auch nicht mehr möglich, d.h. wir sind auf nonverbalde Kommunikation angewiesen, die klappt manchmal und meistens überhaupt nicht, es bleibt oft eine sehr belastende Sprachlosigkeit auf beiden Seiten. Mein Mann hatte zum "Glück" einen Arbeitsunfall, d.h. die Berufsgenossenschaft zahlt ihm eine angemessene Unfallrente, weil er durch seine schwere Behinderung zu 100 % schwerbehindert und dadurch auch Pflegestufe 3 erhalten hat. Ich bekomme ein angemessenes Pflegegeld, aber wenn ich die vielen Stunden meines Anwesenheit und Pflege zusammenrechne, ist es echt lächerlich, mit wie wenig Pflegegeld ein Angehöriger selbst von der BG zurechtkommen muss. Ich bin von meinem Ehemann finanziell abhängig, und zwar in jeder Beziehung. Mir wurde nicht einmal erklärt, dass ich der gesetzlichen KK meine Pflegetätig melden muss, und auf diese Weise fehlen mir von 2004 bis heute die Rentenversicherungsbeiträge, nachbezahlen kann ich sie nicht mehr, weil ich das Geld dazu nicht habe. Den Buhmann schiebt man mir zu, weil ich es versäumt habe, nachzufragen, was denn nun mit meinen Rentenbeiträgen passiert, als ich einen Antrag auch Erwerbsminderungsrente stellen wollte und feststellte, dass eben seit 2004 keine RV-Beiträge mehr bezahlt wurden. Die Herren von der BG meinten nur ganz lapidar, dass mein schwerbehinderter Ehemann die Unfallrente und das Pflegegeld für mich bekäme, wenn er es versäumt hätte, mich bei der gesetzlichen Pflegekasse anzumelden, wäre das eben Pech. Dann sagte man mir, dass ich ja eines Tages eine schöne Witwenreente erhalten würde und das es doch eigentlich selbstverständlich sei, dass Familienmitglieder oder Ehepartner einander pflegen, schließlich hätte man sich das bei der Eheschließung ja versprochen vor Gott und der Welt. Ich kann nicht wiedergeben, wie erbost und enttäuscht ich von dieser BG-Pflegekasse bin. Die Mutter meines Ehemannes und dessen Herkunftsfamilie hatten ausser blöden Sprüchen, dass ich meinen Ehemann sofort in ein Pflegeheim abgeben sollte und mich scheiden lassen darf, nichts zu bieten. Bis heute höre ich von diesem Rattenpack nur kontraproduktive Kommentare. Mittlerweile habe ich den Kontakt, mit Hilfe eines Rechtsanwaltes abgebrochen, denn diese Herrschaften waren doch TATSÄCHLICH der Meinung, sie könnten uns mit ihren Gehässigkeiten und Besuchen trotzallem auf die Nerven gehen, ohne dafür selber einen Finger krumm zu machen. Also pflege ich ganz alleine ohne professionelle Hilfe von Aussen meinen schwerbehin. Ehemann, ich habe viel zu wenig Freizeit, ausser abends ab 20 Uhr wenn er dann zu Bett geht, aber dann bin ich so müde und ausgepowert, dass ich nur noch Fernsehen will und täglich dabei einschlafe. Freunde haben wir keine, das Mitleid von aussenstehenden Bekannten verbitte ich mir, denn das ist wenig hilfreich. Sogar mein leiblicher Sohn, der früher gerne mit meinem Mann zusammen war, läßt sich nicht mehr sehen. Er muss sein eigenes Leben leben, sagt er. Soll und muss er auch, aber was soll ich dazu sagen, als Mutter, die ich ihn fast alleine großgezogen habe, also alleinerziehend und berufstätig. Ich muss die Haltung meines Sohnes akzeptieren, auch wenn mir das Herz dabei blutet. Nein, so schwierig und schmerzhaft habe ich mir die Pflege zuhause für meinen Mann nicht vorgestellt. Mittlerweile habe ich mir einen großen Hund angeschafft, der liebt es am Rolli mitzulaufen aber auch alleine mit mir große und kleinere Ausflüge in die Natur zu unternehmen. Ich stamme aus einer sogen. kaputten Herkunftsfamilie, da ist jeder immer sich selber der nächste gewesen, also mag`ich in meiner schweren Lebenssituation nicht um Zuwendung von Menschen betteln, die selber nichts zu geben haben. Mit Kirche und sozialen Vereinen habe ich nicht immer die besten Erfahrungen gemacht, ich mag mich nicht in die Kirche zwingen müssen, nur um etwas Hilfestellung für meinen Mann zu bekommen. Er lehnt fremde Menschen sowieso meistens ab, weil er weiss, dass sie große Berührungs- und Kontaktschwierigkeiten mit ihm haben und umgekeht. Es ist auch eine Sache des Vertrauens, dass man/frau sich erstmal bei einem schwerkranken Menschen verdienen muss, dass ist meine spezielle Erfahrung aus meiner Zeit der Pflege mit kranken und alten menschen. Dieses Jahr muss ich unbedingt die 28 Tage Verhinderungspflege in Anspruch nehmen, weil es mir physich und psychisch einfach nicht mehr gut geht. Ich muss mal wieder etwas alleine sein und Kraft tanken, ob es meinem Mann nun gefällt oder nicht. Ich bin wirklich darauf angewiesen ihn immer wieder zur Kurzzeitpflege und auf Reha zu geben, weil meine Batterien sich ziemlich schnell entladen. Was Wunder auch. Ich mag gar nicht dran denken, wie es mir mal im Alter geht.

Jolande: 14.06.2015 - 15:06 Uhr

die zu pflegenden Familienangehörigen in Kosovarischen Familien abschieben

finde ich persönlich unter aller Kanone. Dabei hätte ich kein gutes Gewissen und würde nicht mehr ruhig schlafen können bei diesem Gedanken. Das Problem ist mit Abschiebung der zu Pflegenden so nicht gelöst und hier sollte sich mal der Staat Gedanken machen, die Familienangehörigen besser zu unterstützen. Was hier staatlich angeboten wird im "angeblichen Sinne" des zu Pflegenden,geht auf die Kosten der Angehörigen.Wenn ich gewusst hätte das meine Mutter so steinalt wird,wäre ich bestimmt ganz weit weg gezogen,als es noch ging. Aber die zu Pflegenden ins Ausland zu buxieren, ist für mich schon fast sowas wie Menschenhandel.

andy49: 13.05.2015 - 21:05 Uhr

Mein Mutter Pflegestufe 3

Ich habe meinen Beruf aufgegeben um meine Mutter zu Pflegen 3Jahre und 6 Monate und ich habe jeden Wunsch erfüllt wo wir nicht viel Geld hatte. Jeden Tag von 5 uhr-24 uhr auf dannnach Pflege habe Sie gepflegt und Abends gewaschen Tag und Nacht bei meiner Mutter aber meine Freunde standen zumir . Ich danke meine Freunde heute Pflege ich mein Bruder jenauso wie mein e Mutter Sie wäre Stolk auf mir Ich würde immer wieder das machen auch für freunde

Jolande: 10.05.2015 - 12:05 Uhr

Wenn der Dampfkessel überkocht

Vielen Dank Alicia für deine Zeilen,sie haben mich auch sehr nachdenklich gemacht. Mittlerweile ist es bei uns so angekommen, das ich viel Wut auf meine alte Mutter habe.Diese Wut und diese Abhängigkeit hat sich mittlerweile so aufgeschaukelt und ich hätte dieser alten Frau beinahe vor 2 Tagen eine gescheuert,weil sie mir endlos mit ihrem nichts recht machen konnte, auf den Geist ging.Wenn die Kinder unmittelbar an der Pflege beteiligt sind,bleibt ein Kind trotzdem immer ein Kind. Hier kann der Staat noch so viele Euros als Lockmittel anbieten, die Situation bleibt schwierig. Es ist doch ein Wahnsinn vor allen Dingen vom Staat von Angehörigen die Erwartungen zu stellen, dass man seine Eltern in häuslicher Umgebung gut pflegen kann. Hier wird sogar ein Zusatzbonbon angeboten eine Pflegeausszeit zu nehmen für die alten Eltern. Jetzt da ich fast meiner Mutter eine gescheuert hätte ist die Grenze bei mir erreicht.Ich werde mein eigenes Leben wieder vermehrt aufnehmen und mich mehr um mich selber kümmern. Mir selber Gutes tun und diese alte Dame mehr dem Pflegedienst überlassen. Auch werde ich morgen einen Termin im Altenheim machen und um ein Gespräch bitten,wie man weiterhin in so einer Situation verfährt. So geht es jedenfalls nicht mehr mit uns weiter. So leid es mir für meine Mutter tut.

Alicia: 09.04.2015 - 15:04 Uhr

Aufopferung ist kein Weg

Ich habe meine Mutter geliebt. Aber ich wusste schon immer, dass ich sie bzw. meine Eltern allgemein nicht pflegen werde. Man weiß und fühlt, was man kann im Leben. Pflege gehört für mich nicht dazu. Sie ist für mich auch keine Bedingung, die an die Liebe zu den Eltern gekoppelt ist. Und welche Mutter wünscht sich wirklich, dass ihr Kind sich aufopfert, quält, überfordert mit dem Waschen, Windeln, Füttern der eigenen Eltern? Liebende Eltern wollen genau dieses Leid nicht für ihr Kind. Das ist meine Meinung. Selbstverständlich kann jeder seine eigene haben. So wie jeder seinen Weg im Leben gehen muss. Meine Mutter wurde bis zu ihrem Tod von einem Pflegedienst betreut. Wäre sie nicht gestorben, wäre das Pflegeheim unvermeidbar gewesen, da sie zuletzt ein Rundum-Pflegefall war (nach Parkinson/Demenz/Blutkrankheit). Ich habe sehr bewusst entschieden, dass ich für sie Pflege organisiere, aber mein Leben nicht selbst in den Dienst einer Vollzeit-Pflege stellen werde. Ich muss weder mir noch den Nachbarn noch einem Gott, an den ich nicht glaube, etwas beweisen. Ich habe so entschieden, um mich zu schützen. Ich sehe (und lese auch hier), wie Pflege Angehörige zermürbt, quält, leiden lässt - über Jahre. Und meist sind es die Töchter, von denen einfach erwartet wird, dass sie ihr eigenes Leben an den Nagel hängen, um die Eltern zu pflegen. Perfiderweise nennt man das gern "Etwas zurückgeben", weil die Eltern einen ja früher auch gewaschen, gewindelt, gefüttert haben. Meiner Meinung nach ist die Pflege eines Babys nicht im Ansatz vergleichbar mit der einen alten, sterbenden Menschen. Für ein Kind entscheiden sich Eltern (zumindest in unserem Kulturkreis) bewusst. Sie wissen, dass das Kind Zeit und Geld kosten wird, dass die eigene Freiheit beschnitten, das Leben auf die Bedürfnisse des Kindes ausgerichtet sein wird. Ein Kind aber wird mit jedem Jahr selbstständiger. Man führt es "ins Leben". Der demente 80-Jährige kann aber nur noch "beim Sterben" begleitet werden. Heilung, Hilfe, gibt es nicht. Keine "Erfolgserlebnisse", nur Leid und Aufopferung. Wer sich dafür bewusst und freiwillig (ohne moralischen Druck) entscheidet, verdient Hochachtung. Wer sich dagegen entscheidet, verdient den gleichen Respekt. Wir sind nicht auf der Welt, um ausschließlich Pflichten zu erfüllen, Erwartungen zu genügen und uns aufzuopfern. Ich wünsche jedem, der er will, dass er sich von diesen Zwängen lösen kann. Niemand, der seine Eltern pflegen lässt, ist ein schlechterer Mensch als jene, die selber pflegen.

Jolande: 06.04.2015 - 13:04 Uhr

wenn Grenzen über Grenzen gehen

Uffff...jetzt geht die alte Dame ins 91.Lebensjahr und wird immer unausstehlicher.Wie ein starrer Esel hält sie am alten Muster fest und will sich nicht helfen lassen.( ich konnte immer alles alleine!) Dabei kriegt sie kaum noch was auf Reihe. Jeden Morgen pünklich steh ich als Tochter wie ein Zinnsoldat in der Wohnung.Mache mechanisch den Frühstückstisch leer, trete in verlorenen Häppchen Brot und Mutter sieht aus wie die Kinder im Kindergarten, die mit Marmelade rum geschmiert haben und den Mund nicht gefunden haben.Aber der Pullover ist ja nicht schmutzig und muss nicht gewechselt werden. Um sie aus ihrer Lethargie raus zu holen machen wir jeden Tag Kopfarbeit und schreiben 3 Dinge auf die sie bei Rewe noch einkaufen kann.Und dann geht sie los......kommt dann nach 2 Stunden wieder und hat 5 Tragetaschen in ihrem Shopper.Den Nachbarn erzählt sie dann sie müsste für mich einkaufen und hier kann sich mancher vorstellen wie die Gerüchteküche rollt. Es macht keinen Spaß mehr so was mit ansehen zu müssen und die Ohnmacht die an manchen Tagen hoch kommt, muss ich dann abreagieren durch einen langen Spaziergang.Das geht vorüber ich weis...und eines Tages werde ich wieder mein eigenes Leben leben dürfen.

Anna: 05.04.2015 - 17:04 Uhr

Was vergessen Leon

Wollt nur noch anmerken..war heut nacht 3 mal auf...nein nicht beim Feiern...weil schwiegermutter brüllt wie am Spieß...die windel voll hat oder einfach brüllt...weil man wach ist...ob es 2 0der 3 oder 4 is egal...weißt du was feiern wäre mir lieber gewesen...und anschließend bis 12 Mittag im Bett bleiben...

Anna: 05.04.2015 - 17:04 Uhr

An Leon

Glaube nicht was ich da Lese...Du bist 15,,sei mir nicht böse wenn ich dir sagen muß..du hast keine Ahnung...du machst doch was du gerne machst..gehst einfach ins Kino,oder Essen....oder machst einfach nichts hockst am Sofa...oder stehstmorgens auf wanns dir past....frag mal einen hier der einfach nur an sich denken kann....ohne planung geht da garnix...und krank werden ist nichterlaubt...was machst du denn wenn du krank bist...nehmen wir nur mal ne Grippe...sage bewust nur...du legst dich auf sofa und läßt dich von Mama bemuttern....und glaub mir...du wirst noch an uns Denken...überleg mal ...wenn deine Eltern krank sind und du mußt alles alein machen...das dir in deinem Alter nicht am Arsch vorbeigeht...obs was zu Essen gibt oder noch frische Socken da sind....wir waren alle mal 15 und keiner von uns hat drüber nachgedacht,daß er irgendwann jemand die Windeln wechseln muß....und solchen Belastungen ausgesezt sein wird....ich finde bei kleinen Kindern braucht man auch Nerven wie Drahtseile,aber bei Pflegebedürftigen....ist das noch ein ganz anderes Kaliber...

Siggi: 02.04.2015 - 12:04 Uhr

Versorge meinen Vater

Ich 49 Jahre versorge seit gut 4 Jahren meinen Vater 88 Jahre. Er wohnt bei uns im Haus, hat das lebenslange Wohnrecht. Er verbindet mit dem Wohnrecht auch die ganze Versorgung. Meine Mutter verstarb relativ schnell nach 2 Herzinfarkten und war aber 8 Jahre jünger und eigentlich viel fitter wie mein Vater. Ich war immer ein Mutter Kind, mein Vater unternahm auch als Kind nichts mit mir, hatte eigentlich nur ein inniges Verhältnis zu meiner Mutter. Geschwister habe ich auch keine, da mein Vater ja überhaupt keine Kinder wollte. Ich selbst habe 2 Kinder und bin in Teilzeit berufstätig. Musste als die Kinder geboren wurden ja meine Arbeit aufgeben, da es damals mit Kindergartenplätze ab 3 Jahren sehr schlecht aussah und meine Eltern, obwohl ja im gleichen Haus mind. 3 x pro Jahr in Urlaub fuhren und auch sonst immer unterwegs waren. Arbeite erst seit 6,5 Jahren wieder. Ist ja auch völlig in Ordnung so. Jetzt sind meine Kinder soweit groß, dass wir auch viel verreisen könnten, muss aber ja erst alles genau geplant werden, da ich immer einen Kurzzeitpflegeplatz im Heim brauche (Vater hat Pfl.st. 1), es ist ja sonst niemand außer mir da, keine Verwandtschaft von meinem Vater und kein weiteres Kind (außer mir). Es war für ich als Kind schon schlimm, ohne Geschwister aufzuwachsen, jetzt fehlt mir ein Geschwister noch viel mehr, da man doch noch einen 2. Verantwortlichen hätte und nicht alles auf meiner Schulter lasten würde. Wenn ich Pflegedienst für zu Hause organisieren würde, wenn wir in Urlaub wollen, wäre er ja auch fast den ganzen Tag alleine im Haus (lässt auch immer Fenster offen stehen) Mein Vater ist auch sehr stur. Dass er einen Rollator benutzt, da er sehr schlecht zur Fuß ist, hat mir 2 Jahre Nerven gekostet, Putzfrau für seine Wohnung ebenfalls 1,5 Jahre Nerven gekostet. Essen auf Rädern geht gar nicht, so geht das seit Jahren mit vielen Dingen. Meine Nerven sind völlig am Ende nicht für die Arbeiten, die ich im mache, sondern seine Sturheit und das angehängt sein. Ich bin jetzt nach gut 4 Jahren am Ende meiner Kraft. Eigentlich wollte ich schon aus dem Haus ausziehen und in Miete ziehen, weil ich es einfach nicht mehr packe. Hat man dann dochmal Besuch, sitzt mein Vater immer dabei, da ich dann wieder ein schlechtes Gewissen habe, wenn er nicht dabeisitzten könnte. Wenn man in einem Haus lebt, hat man in einem solchen Fall kein eigenes Leben mehr. Die Bekannten von meinen Eltern, waren auch hauptsächlich mit meiner Mutter befreundet, mein Vater war nie so der Mensch, dass die Leute wegen ihm kamen. Irgendwann glaube ich, dass ich wirklich noch ausziehe, weil ich es nicht packe und er nicht freiwillig in ein Heim geht.

Charlotte: 28.03.2015 - 15:03 Uhr

und ich pflege meine oma

Hallo ! und ich pflege meine Oma und sie geht mir auch dermaßen auf die Nerven. Meine Mutter ist gestorben am Sekundenherztod. Oma ist 100 jahre, körperlich sehr fit. geistig normal. aber sie war schon immer so, wußte alles besser, alles muß nach ihrem kopf gehen etc. aber wehe wehe es geht nicht nach ihrem kopf ! wie gesagt das war schon immer so, ich kenne die gar nicht anderst. ich würde sehr gerne mit euch in kontakt treten. lg

Leon Schmidt: 27.03.2015 - 00:03 Uhr

Absolut unnötig

Sehr geehrte Damen und Herren Ich bin jetzt 15 Jahre jung und glaube nicht was ich hier lese.... Natürlich ist es anstrengend einen dementen eventuell auch körperlich eingeschränkten Menschen zu pflegen aber das ist doch noch lange kein Grund abzuhauen oder sonstiges... Natürlich steckt man einiges zurück.. Aber Mann muss gewisse Dinge auch mal aus einem anderen sichtwinkel betrachten. Hier klagt jeder über wie Kranken t es ihm doch mit seine kranken Elternteil etc. Geht aber hat mal irgendeiner von Ihnen darüber nachgedacht das man selber vielleicht irgendwann gepflegt werden muss, niemand von Ihnen weißpob er nicht später genau so wird. Aber das tut ja nichts zur Sache... Es ist ja nicht so als ob ihr Mutter sie damals als sie klein waren großgezogen hat es gibt heute zu Tage auch viele Eltern die mit Einem Kleinkind total überfordert sind.. Und da tut es auch nichts zur Sache ob man damals viel Streit hatte.. Meiner Ansicht nach ist es eine Sache des Respekts jemandem im Alter.. Respekt dafuer was eine Person für einen selber gemacht hat.... Natürlich sind soziale Kontakte wichtig aber es gibt halt auch Sachen wo man nachdenken sollte und wenn man halt mal Urlaub machen möchte bezahlt man halt fuer 2 Personen einmal sich selbst und eine Person die so lange aufpasst... Stellen Sie sich mal vor jeder auf der Welt würde wissen was es für eine Körperliche und seelische Aufgabe ist jemanden im Altekm zu pflegen. Dann würde sie im Alter bestimmt keiner pflegen... Ist halt eine. Man muss bedenken ob man die Person zu sich holt und dann auch mit den Konsequenzen Leben müssen. Man sollte bei dieser Entscheidung natürlich nicht vergessen wie seine eigenen Eltern ihre "letzten Jahre" verbringen. Zum Abschluss will ich noch gesagt haben Ich weiß jetzt schon das ich meine Eltern im Alter pflegen werde weil ich sie liebe auch wenn wir oft streiten :)

Anna....: 10.03.2015 - 14:03 Uhr

Was soll das

Hy Flouis,was hat dein Komentar mit Pflege zu tun

Anna: 03.03.2015 - 11:03 Uhr

Immer allein...

Wenn ich das alles lese....denke ich ich bin doch nicht allein mit meinen sorgen...Ich Pflege meine Schwiegermutter 94 und Demenz...seit 10 Jahren und ich muß sagen ...ich würds nie weider tun....ich bin 50 und ich glaube ich bin schon mehr tot als Sie....geh noch 20 std,,, arbeiten und habe Pflegedienst beauftragt wenn ich weg bin...aber die paar minuten reißens nicht raus....wenn ich heim komm von der Arbeit....denk ich wirklich an der Haustür....weggehen und nie wieder kommen...man hat keinen privaten Kontakt mehr...keine Freunde...man muß ja alles planen...bin selber gesundheitkich am >Ende....aber interesiert keinen....da hilft dir keiner...die blöden sprüche von allen...mach halt langsamer ...du mußt das anders einteilen....habs so satt....hilfe hohlen...hilfe muß man sich heute leisten können....Kurzzeitpflege 28 tage ,die reichen nicht,,,,daß man sich als Angehöriger erholt....heute gibt es Elternzeit ..für junge Eltern..da hocken die jungen alle 2 zuhause und kucken ihrem baby beim schlafen zu...aber Pflegende kriegen 10 Tage ...ein Baby nimmt dir jeder mal ab...aber so alte will keiner....und wenn wir dann mal krank sind....wirst noch von der Krankenkasse schickaniert....

kremer, elvira: 27.02.2015 - 11:02 Uhr

pflege

10 Jahre Pflege der Mutti ...+ 3 Wochen häuslicher allein gelassener grausamer Sterbeprozess mit ihr "durchgestanden".. Selber Prognose heller Hautkrebs erhalten .....+ Bruder und Schwägerin alle unter 60 Jahren + Vati verloren ... Noch Kraft fürs weiter leben ........??????

Natalie: 20.02.2015 - 10:02 Uhr

Gebe die Pflegschaft ab...

Mein Vater ist 68 Jahre jung,hat nach einer Transplantation Pflegestufe 1 Mein Vater wurde vor 4,5 Jahren transplantiert und lebt seit dem bei uns mit im Haushalt,ich bin die jüngste von 3 Kindern,als einzigste Verheiratet und habe als einzigste Kinder Als es ihm damals sehr schlecht ging musste ich entscheiden ob die Maschinen an bleiben,da ich ja aus der Pflege komme und meine Geschwister dies nicht entscheiden wollten,von Anfang an wurde ich in allem alleine gelassen,mein Mann hat die Wohnungsauflösung meines Vaters alleine gemacht,da mein Bruder keine Lust hatte... Nun ist es so,das mein Vater ein richtiger Tyrann geworden ist,jeden Tag gibt es Streit( Die Kinder sind zu laut,die Tiere nerven und ich bin eh die schlimmste,da ich meiner Mutter sehr ähnlich bin) er ist körperlich und geistig extrem fit,hat bessere Blutwerte als ich und nutzt seine Chance auf ein neues Leben einfach nicht,ich werde einfach nicht damit fertig,das er sein neues Organ so mit Füssen tritt...liegt nur faul rum und wiegt mittlerweile stattliche 110 kilo..meine Familie und natürlich auch meine Ehe leiden extrem unter ihm,kürzlich eskalierte es so extrem,das er die Hand gegenüber meiner ältesten Tochter erhob...( wer meine Kinder anfasst hat ein Problem) wir sind zu dem Entschluss gekommen,das er ausziehen muss,keiner von uns hat noch die Kraft ihn zu ertragen,ein schlechtes Gewissen habe ich dabei nicht,mein Mann haben alles für ihn getan und jetzt macht er uns fertig? Jetzt sind meine Geschwister dran,ob sie wollen oder nicht..habe gebettelt ihn nur mal ein Wochenende zu nehmen und das war schon zu viel verlangt!!!! In einem Pflegeheim zu Arbeiten oder Daheim jemanden zu pflegen sind 2 verschiedene Paar Schuhe,als Pflegende daheim hatte ich nie frei!!!

Maja Maqjaham: 09.02.2015 - 20:02 Uhr

Was für Artikel

Ich lese nur von Euren Selbstmitleid,habe meinen Mann 10 Jahre Alzeimer gepflegt, es war nicht leicht, aber ich liebte meinen Mann-Wenn Ihr nicht lieben könnt sollt Ihr die Pflege Eurer Eltern nicht übernehmen.Ich weiß,dass es nicht leicht ist,aber danach habe ich nie gefragt.Ich habe ja zu meinen Mann gesagt,dazu gehört auch das Alter und auch die Pflege. Auch das selbst Opfern gehört zum Leben,was erwartet Ihr wenn Ihr Euch die Frage stellt, nach Euren Leben.

Gabriele: 06.02.2015 - 09:02 Uhr

Das eigene Leben zurückstellen müssen...

Hallo ihr Lieben, ich habe das Alles, genau wie die meisten hier, absolut falsch eingeschätzt. Ich habe meinen Vater in Pflege, um ihm das Heim zu ersparen. Er kann nach einem Unfall nicht mehr richtig laufen. Die körperliche Arbeit ist derzeit nicht tragisch, macht mir auch nichts aus. Wer Kinder erzogen hat, weiß wie es ist, eine hilfsbedürftigere Person mit zu versorgen. Normaler Weise kein Ding. Nun hat es zwischen meinem Vater und mir früher richtig gerummst. Ich konnte ihm nie was Recht machen, wir haben uns oft gestritten. Mittlerweile, dachte ich, sind wir alle erwachsen und sollten ein Zusammenleben schaffen. Das klappt nicht... wie man auch an den anderen hier sehen kann. Er hat seine negativen Züge jetzt im Alter und mit womöglich beginnender Demenz um ein vielfaches ausgedehnt. Manchmal hab ich glatt das Gefühl, mich dafür entschuldigen zu müssen, dass ich lebe. Er ist bösartiger geworden, missgünstiger und immer nur am nörgeln und meckern. Körperlich geht es ihm, bis auf die eingeschränkte Mobilität, gut. Seine Laborwerte sind besser als meine. Wenn man Hilfe sucht, und das brauch ich hier wohl niemandem sagen, kommt immer: "Das musst du dir nicht zu Herzen nehmen, er ist krank! Demenz ist eine Krankheit!" Solche Menschen, Entschuldigung, könnte ich wirklich hauen. Steter Tropfen höhlt den Stein... wenn dir permanent jemand um die Ohren haut, was für ein Abschaum du bist, dann macht dich das nun mal fertig. Der zu Pflegende hat mit der Diagnose "Demenz" heutzutage die Berechtigung gemein zu sein. Warum hab ich mit der Diagnose "Burn out" nicht auch die Berechtigung, zurückzubellen? Natürlich weiß ich, dass das nicht wirklich etwas bringt, außer etwas Luft abzulassen, weil mein Gegenüber scheinbar in seiner eigenen Welt lebt. Aber trotzdem: nicht jeder Demente wird gemein und beschuldigt andere. Und: Mein Vater war schon vorher so, die Demenz hat das meiner Meinung nach nur verstärkt. Also liegt es, wie gesagt meiner Meinung nach und in unserem Fall, nicht daran. Es kann nicht sein, dass man die Pflegenden immer mit dem "Vernunftsargument" ruhig stellt. Wir sind auch Menschen! Keine Maschinen und wir haben die zu Pflegenden auf 24 Stunden Standby, nicht nur während eines Arbeitstages. Ja, wir können uns in der Regel nicht mal für eine kurze Zeit in einen eigenen, persönlichen Raum zurückziehen! Wir haben keinen eigenen Raum, ja oft auch keine eigene Zeit mehr... Meine Familie sucht sich verstärkt Aktivitäten außerhalb, ich habe niemanden zum Delegieren, oder schlicht keine Kraft, mir die Zeit einzufordern. Für uns steht mittler Weile fest: Entweder Vater geht, oder unsere Familie und meine Gesundheit bricht. Ein hoher Preis, zu hoch, besonders wenn ich ihn für jemanden zahlen muss, der alles andere als ein liebender oder gar unterstützender Vater war. Auch wenn mir alle Fachleute sagen, dass er nichts dafür kann, weil er selbst eine miese Kindheit hatte, oder was immer seinen Charakter so geformt hat, seine miese Kindheit kann nicht der Grund dafür sein, eine Familie vor die Hunde gehen zu lassen. Wir werden Vater in ein Heim bringen. Es stellt sich nur die Frage, wie. Als Patriarch hat er natürlich nie eine Vorsorgevollmacht abgeschlossen. Nach meinem Kenntnisstand geht das Entscheiden für ihn nur über das Amtsgericht und ist, wenn ich dem Gericht hier glauben schenken darf, ein Prozess, der bei uns etwa zwei Jahre dauert. Zermürbend für beide Seiten. Darum ist mein nächster Schritt: erst einmal nach 10 Jahren einen Urlaub machen, in dieser Zeit solange einen Pflegedienst beauftragen. Danach hab ich vielleicht genug Kraft geschöpft um die Situation auch ohne Gericht in den Griff zu bekommen. Es muss deutlich mehr Hilfe für Pflegende geben, als diese beruhigenden "mach dir nichts draus" und "er ist eben krank" - Sätze. Vielleicht kann diese Website da schon ein wenig zu beitragen. Ich drück uns allen die Daumen!

Gabriele Dorer: 20.01.2015 - 12:01 Uhr

Ich pflege meine Mutter das 7. Jahr

Juni 2008 hatte meine Mutter einen sehr schweren Schlaganfall und ist seither einseitig gelähmt und auch stellenweise komplett verwirrt. Wir haben unser Wohnzimmer ausgeräumt und dort meine Mutter untergebracht. Morgens kommt der Pflegedienst, den Rest mache ich selbst. Ich muss dabei sagen, dass mir die Arbeit nciht allzuviel ausmacht, aber stellenweise bin ich seelisch komplett am Ende. Dann könnte ich nur noch heulen. Wenn meine Mutter im Bett sitzt und fernsieht, kann ich das Haus schon mal für max. 2 Stunden verlassen. Aber da ich auch einen Sohn habe, der mittlerweile 13 Jahre alt ist, ist es schon sehr schwierig, die Familie nicht zu vernachlässigen. Deshalb ist es jetzt oft so, dass mein Mann und mein Sohn alleine etwas unternehmen. Gott sei dank sind beide leidenschaftliche Angler und so kann ich mich auch mal 2 Stunden losreißen und zum Fischweiher fahren, um zusammen mit ihnen etwas zu unternehmen. Aber das Problem ist auch. Man verliert den Kontakt zur Außenwelt. Ausser dem Pflegedient und meine Familie sehe ich oft die ganze Woche niemanden. Es gibt keine Freundin mehr, die einen auffordert, mit ihr was zu unternehmen, weil sie sowieso schon alle wissen, dass man absagen muß. Ich gehe auch schon von mir aus nicht mehr gerne unter Leute. Somit werde ich nicht daran erinnert, was ich alles nciht mehr machen kann und das seit 7 Jahren. Andere erzählen dann von Ausflügen, von Kaffeetrinken, von gemeinsamen Frühstück usw. und du sitzt daneben und denkst. Ja, das könnte ich auch alles machen. Aber halt nicht kurzfristig. Man muss zuerst planen, notfalls jemanden bitten, auf die Mutter aufzupassen. Somit bin ich jetzt eigentlich zum richtigen Einzelgänger geworden. Über die Probleme, die man selbst hat, kann man leider mti niemandem reden, weil sich niemand, der noch nie eine Person gepflegt hat, in diese Lage versetzen kann. Manchmal würde es mir schon reichen, wenn sich unsere Wohnsituation wieder ändern würde. So befindet sich unser Wohnzimmer im Esszimmer und unser Esszimmer in einem kleinen Durchgangszimmer, aber halt alles nur so eine Notlösung, mit der man irgendwann nicht mehr leben will.

Gabriele Dorer: 20.01.2015 - 11:01 Uhr

Ich pflege meine Mutter das 7. Jahr

Juni 2008 hatte meine Mutter einen sehr schweren Schlaganfall und ist seither einseitig gelähmt und auch stellenweise komplett verwirrt. Wir haben unser Wohnzimmer ausgeräumt und dort meine Mutter untergebracht. Morgens kommt der Pflegedienst, den Rest mache ich selbst. Ich muss dabei sagen, dass mir die Arbeit nciht allzuviel ausmacht, aber stellenweise bin ich seelisch komplett am Ende. Dann könnte ich nur noch heulen. Wenn meine Mutter im Bett sitzt und fernsieht, kann ich das Haus schon mal für max. 2 Stunden verlassen. Aber da ich auch einen Sohn habe, der mittlerweile 13 Jahre alt ist, ist es schon sehr schwierig, die Familie nicht zu vernachlässigen. Deshalb ist es jetzt oft so, dass mein Mann und mein Sohn alleine etwas unternehmen. Gott sei dank sind beide leidenschaftliche Angler und so kann ich mich auch mal 2 Stunden losreißen und zum Fischweiher fahren, um zusammen mit ihnen etwas zu unternehmen. Aber das Problem ist auch. Man verliert den Kontakt zur Außenwelt. Ausser dem Pflegedient und meine Familie sehe ich oft die ganze Woche niemanden. Es gibt keine Freundin mehr, die einen auffordert, mit ihr was zu unternehmen, weil sie sowieso schon alle wissen, dass man absagen muß. Ich gehe auch schon von mir aus nicht mehr gerne unter Leute. Somit werde ich nicht daran erinnert, was ich alles nciht mehr machen kann und das seit 7 Jahren. Andere erzählen dann von Ausflügen, von Kaffeetrinken, von gemeinsamen Frühstück usw. und du sitzt daneben und denkst. Ja, das könnte ich auch alles machen. Aber halt nicht kurzfristig. Man muss zuerst planen, notfalls jemanden bitten, auf die Mutter aufzupassen. Somit bin ich jetzt eigentlich zum richtigen Einzelgänger geworden. Über die Probleme, die man selbst hat, kann man leider mti niemandem reden, weil sich niemand, der noch nie eine Person gepflegt hat, in diese Lage versetzen kann. Manchmal würde es mir schon reichen, wenn sich unsere Wohnsituation wieder ändern würde. So befindet sich unser Wohnzimmer im Esszimmer und unser Esszimmer in einem kleinen Durchgangszimmer, aber halt alles nur so eine Notlösung.

ELE: 13.01.2015 - 18:01 Uhr

Pflege der Mutter

Im Verhältnis zu allen Anderen habe ich die Betreuung meiner Mutter (sie wird 87) erst seit 4 Monaten übernommen. Anfangs habe ich mir, nachdem sie aus dem Krankenhaus kam, das nicht so schwierig vorgestellt. Ich dachte Wäsche waschen, einkaufen, Tabletten sortieren ect. das bekommt man schon hin. Wir wohnen in einem Hochhaus- wir ganz oben, meine Mutter weiter unten. Langsam glaube ich, dass ich mich übernommen habe, vor allen DIngen, weil ich noch Kinder, Enkel ect. habe, mit denen ich auch Zeit verbringen möchte. Jetzt geht meine Mutter allein nicht mal mehr über den Markt. Ich muss also immer "bei Fuss" stehen. Wenn das Essen nicht pünktlich ist, schimpft sie. Wenn man ihr helfen will, damit sie nicht manchmal "unsinnige" Sachen macht, wird sie sehr böse. Mein Mann macht das alles mit, aber wir sind beide mitte 60 und haben auch noch was im Leben vor. Sie muss mittlerweile, bekocht, geduscht, überall hin begleitet werden und erwartet, dass ich immer Zeit für sie habe. Warum werden die Menschen so bösartig ?? Wir wollen auch im Sommer in den Urlaub und ich hab keine Ahnung, wo ich sie dann unterbringen soll. Seit 4 Monaten richtet sich unser gesamtes Leben nach den Launen von meiner Mutter. Hat jemand ein paar gute Tipps.???? DANKE

lisa: 09.01.2015 - 02:01 Uhr

Viel Wut im Bauch

Ich bin froh hier zu lesen, dass viele " Töchter " genauso empfinden wie ich. Denn wenn die Wut in mir hochkommt, meldet sich immer ganz schlimm das schlechte Gewissen. Bin ich eine schlechte Tochter ? Diese Frage raubt mir dann den Schlaf. Zu meiner Situation: Meine Eltern sind 88 und 87 Jahre alt. Mein Vater kann kaum noch laufen und sitzt meist in seinem Sessel, schläft, liest an guten Tagen seine Zeitung, schaut Nachrichten und auch mal einen Film. Meine Mutter versorgt ihn mit Hilfe eines Pflegedienstes. Ich mache das Organisatorische, fahre meine Mutter zum Einkaufen,zu Ärzten, eben das ganze Drumherum. Helfe aber auch pflegerisch bei meinem Vater. Also eigentlich könnte ich wieder bei den Eltern einziehen. Da ich ständig dort bin. Habe ich mir erlaubt mal einen Tag nur kurz anwesend zu sein, werde ich am kommenden Tag mit strafenden Blicken oder dummen Bemerkungen meines Vaters empfangen. Obwohl ich einen Bruder habe, werden immer nur mein Mann und ich zur Hilfe geholt. Natürlich sind wir auch am Wochenende immer da zum Kaffee und und und. Da ich EU- Rentnerin bin, sind meine Eltern wohl der Meinung, dass sie mich permanent beanspruchen können. Das schlimmste an der Situation ist, dass sich meine Mutter täglich eine neue Krankheit aussucht und dann ohne Unterlass jammert. Sobald sie merkt, ich ziwhe mich etwad zurück, erpresst sie mich mit Sätzen, wenn du mich nicht zum Arzt fahren kannst, muss ich eben die Nachbarin oder meine Schwester fragen. Ich kann es nicht mehr hören. Ich wünschte ich wäre nie in ihre Nähe gezogen.Habe 20 Jahre weit weg gewohnt. Ich merke wie ich an meine Grenzen stoße. Zumal der Grund für mein Rentnerdasein eine schwere psychische Erkrankungen ist. Ist meinen Eltern wohl schnuppe.

Maximilian: 11.12.2014 - 09:12 Uhr

Bitte, aufhören.

Hallo zusammen, Ich bin 22 Jahre jung und habe auf dieser Webseite versucht, Hilfen für meine Mutter zu finden, die meine bald 90 jährige Oma pflegt. Da ich Elend nicht ertrage und von Menschen lese, die ihre Existenz aufgeben, bin ich sehr gereizt. Ich möchte euch einmal meine Meinung des Ganzens schreiben. Viele ältere Menschen seien im Glauben, ihre Kinder gebten sich auf, um die Pflege zu übernehmen. Nur sind wir leider nicht mehr Anfang 19. Jahrhundert. Aus diesem Grund gibt es Pflegeversicherung, und nein ich tue jetzt auf keinen Klugscheißer, denn viele Menschen sind zwar fürsorglich, nicht aber vordenkend. Meine Oma ist ebenfalls eine von vielen, die nur ein Kind geboren und keine Vorsorge betrieben haben. Also pflegt sie meine Mutter. Oma beschwert sich ständig, will nicht essen, schmiert mit Fikalien Rum, weil sie ständig die Pempas abnimmt. Meine Mutter ist überfordert Bad, Wäsche, Körper meiner Omaständig sauber zu machen. Ich nehme stark werdende psychische und physische Veränderungen bei meiner Mutter war. Der Zigarettenkonsum wird für sie wohlmöglich das Ende bereiten, wie manchen von euch das Burn-Out. Ich übernehme mehr Tätigkeiten im Haushalt, um meine Mutter zu entlasten, jedoch helfe ich nicht bei der Pflege, da bin ich klar rational und emotional kalt. Ich bürge nicht für Fehler anderer und Kinder werden nicht in die Welt geboren, um ungewollt Generationenverträge anzunehmen. Ein Pflegeheim kommt für meine Oma aus finanzieller Sicht nicht in Frage. Deshalb folgendes für die betroffenen, die mehrere Geschwister sind: seid ihr an Krebs, Burn-Out oder sonstigem erkrankt, dann seid ihr so gutdenkend und stellt einen Antrag auf Pflegeheim. Die Rente eurer Eltern, das gesetzliche Pflegegeld (Stufe1-3) bezahlen den Anfang. Offene Beiträge holt ihr durch eure Geschwister, ach die wollen nicht? - Na dann erzählt ihnen mal davon, dass es einen Gesetzestext gibt, der aussagt, dass jedes Kind verpflichtet ist so viel Geld für die Pflege zu bezahlen, dass man selber zwischen "Hartz 4- und Durchschnittsniveau" leben muss. Solange man die Pflege selbst nicht erfüllen kann/will und dies der einzige Weg sei, muss man das tun. Die übrigen Kosten werden direkt von den Konten abgehoben, weigern sich eure Geschwister, dann fragt sie mal, warum sie euch weder seelisch, noch körperlich helfen wollen, geschweige denn finanziell. Direkt gesagt sind sie Egoisten, die euch "dumme" Geschwister wie vor Jahrhunderten als letzten zu Hause ließen, damit ihr euch um die Eltern kümmern sollt. Zahlen sie nicht, kommt es zum Gerichtsprozess, den ihr gewinnen werdet. Ist kein Geld da, werden Luxusgegenstände und andere Dinge wie Haus, Auto etc erstmal verkauft, damit man die Pflege bezahlen kann. Glaubt mir, der Staat zieht das durch. Als ich im Finanzdienstleistungssektor tätig war, hatten wir den Fall einer sehr wohlhabenden Unternehmerin, die zwei pflegende Eltern bekam, wegen eines Autounfalls. Sie musste ihr Unternehmen aufgeben, 3 Eigentumswohnungen verkaufen und lebte von Hartz 4. So viel dazu, Versicherungen seien Abzocke, das selbe gilt für BU. Dann seid ihr aus der Geschichte raus. Ihr versteht eins nicht, diese ganze Pädagokik- und Erziehungsgeschichte entfernt uns Menschen von der Natur und lässt uns künstlich schaffen, ihr seid krank und werdet es, weil ihr euch gegen Naturgesetze aufstellt und einknicken werdet (Burn-Out, Krebs, Shizzophränie, etc). Kranke Tiere werden in Gruppen auch sich selbst überlassen, weil sie zur Last anderer werden. Die philosophische christliche Nächstenliebe tritt nur in gewissen Zügen auf, hier aber nicht, weil der Zustand der Pflege langanhaltend und nicht kurz ist.

Doris Nessmann: 19.11.2014 - 07:11 Uhr

Die Würde des Menschen und die Pflegeversicherung

Die Würde ds Menschen ist laut Verfassung unantastbar. Sie hört aber auf, sobald man zum Pflegefall wird. Wenn man täglich Hilfe und Unterstützung braucht, wird im Minutentakt abgerechnet. Ich betreue seit einigen Jahren meinen Vater und musste irgendwann einen Pflegedienst zur Hilfe nehmen. Um eine Pflegestufe zu bekommen, musste ich einen Antrag stellen. Mir wurde von vielen Seiten gesagt, dass das beim ersten Mal nie klappt. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen schickt einen so genannten ,,Gutachter" vorbei, um die häusliche Situation kennenzulernen. Der ließ meinen Vater ein paar gymnastische Übungen machen, um seine Beweglichkeit zu testen, stellte ein paar nicht relevanten Fragen, das wars, abgelehnt. Nach dem dritten Anlauf hat es dann geklappt. Der Zustand meines Vaters hatte sich zwischenzeitlich verschlechtert (Gott sei Dank????). Es ist ein Unding, dass die Krankenkassen ihre eigenen Leute für solche Gutachten einsetzen, so was gehört ind die Hände neutraler Gutachter. Das weitaus schlimmere Übel ist die Pflegeversicherung selbst. Da wird den Pflegediensten vorgeschrieben, was wie lange dauern darf. Es wird im Minutentakt abgerechnet, alles muss dokumentiert werden. Es bleibt keine Zeit, einen Pflegebedürftigen individuell zu behandeln, erst recht nicht bei beginnender Demenz. Die Pflegedienste bemühen sich sehr, aber ihnen sind die Hände gebunden. Die meiste Zeit geht wohl für die Dokumentation ihrer Dienste drauf. Ich habe deshalb die Pflege meines Vaters wieder selbst übernommen. Seitdem geht es ihm wesentlich besser, aber die Belastung ist immens. Die Krankenkasse war sehr froh, denn jetzt musste sie viel weniger Pflegegeld zahlen. Vor Kurzem war er ein paar Tage in Kurzzeitpflege und ich konnte die Arbeit dort recht gut beobachten. Die Pflegekräfte dort leisten eine wunderbare Arbeit, kümmern sich, soweit es die Zeit erlaubt, liebevoll um die alten Leute. Trotzdem sind sie dankbar für jede Hilfe, die man ihnen anbietet, es gibt viel zu wenig Personal und die Bezahlung ist nicht gerade berauschend. Ich habe ihn wieder geholt und probiere es weiter alleine zu Hause bei ihm. Ich würde mir wünschen, das jeder an so einem Gesetz Beteiligte mindestens ein paar Wochen die Pflege eines Menschen übernimmt, bevor er ein Gesetz beschließt. Vielleicht würde dann in einem der reichsten Staaten der Welt endlich ein Umdenken stattfinden und ein menschenwürdiges Pflegegesetz beschlossen werden. Davon träumen kann man doch, oder? Mir wird Angst und Bange, wenn ich mal dran bin.

marcopolo: 23.10.2014 - 21:10 Uhr

Pflegen geht an die Nerven

Ich wollte mit meinem Beitrag hier nur damit sagen,das Die Pflege nicht nur auf-sondern auch an die Nerven gehen kann,denn ich habe zu meiner Mutter ein sehr inniges und gutes Verhältnis!! Ich habe diesen Bericht aus dem Grund so verfasst,das irgendwo in jeder Mutter eine innere Liebe zu Ihrem Kind da ist,aber manche dies villeicht aufrund ihres inneren Stolzes ect., dem Kind nicht zeigen können!!.

marcopolo: 23.10.2014 - 20:10 Uhr

Ich m/45 Jahre,pflege meine 74 Jährige Mutter seit 1983!!.

Ich pflege meine Muttter seit 1983 gemeinsam mit meinem Papa,welcher aber 2006 plötzlich und unerwartet,mit 63 Jahren von uns geganngen ist.Seit dieser Zeit versoge ich die Mutter nahezu alleine,mit gelegentlicher Unterstüzung meiner Schwester. Seit ca. 1 Woche,hat sich der Gesundheitszustand der Mutter,dahingehend verschlechtert,das Sie wegen einer Funkionsstöhrung der Lunge,an den Sauerstoff gefesselt ist!!. Ich komme aus einem Pflegeberuf,und selbst mir zieht diese Situation enotm Energieen ab,obwohl ich in diesem Bereich eigentlich fachlich fundiert bin,und damit umgehen kann.Aber es ist eben doch etwas anderes,ob meine eigenen Angehörigen betroffen sind,oder fremde Personen!!.

Rosie: 10.10.2014 - 11:10 Uhr

Alle haben ja so Recht,...

...aber trotzdem: Wie wollt ihr eines Tage vor Gott dastehen, wenn ihr eure alten und schwachen Eltern in ihrer Not im Stich laßt? Ich habe oft über sowas nachgedacht. Es ist schon richtig, man kann die Kinder nicht zwingen, die Eltern zu pflegen und Eltern sollten das auch nicht einfordern. Aber ich bin sicher, daß ein bitterer Beigeschmack bleibt, wenn man die Verantwortung an Fremde abgibt.

Jolande: 18.09.2014 - 17:09 Uhr

warum müssen Kinder eigentlich ihre Eltern pflegen???

also ich habe meine 92 Jahre alte Mutter schon seit Jahren an der Backe und es wird von Tag zu Tag lästiger. Mein eigener Gesundheitszustand ist auch nicht der Beste und man rackert sich ab, nur um irgendwas im Leben auszugleichen. Das denken die Kinder jedenfalls. Wenn ich so an meine eigene Kindheit denke,waren meine Eltern nicht immer liebevoll mit uns Kindern und jetzt wird gefordert und der Anspruch gestellt, etwas zurück zu geben,was meine Mutter hat selber gar nicht einhalten können. Tag für Tag wird gestritten und auch meine Aggressionen werden nicht einfacher. Da kommt oft Wut auf, denn ich als Tochter habe immer noch mein eigenes Leben, was ich mir wünsche mal wieder selber zu leben. Mittlerweile habe ich gelernt, mich auch mal weg zu schleichen aus den Räumen so wie Heute.Da gehe ich dann Spazieren oder mache einen Stadtbummel.Kaufe mir etwas schönes und vergesse die alte Frau, die nur noch jammernd und vorwurfsvoll zu Hause sitzt und warte darauf bespaßt zu werden. Ich bin es leid und habe auch nicht mehr die Kraft mich um eine Frau zu kümmern, deren Leben nur noch aus Alterstarrsinn und Aggressionen in der Schusslinie zu stehen und werde das auch in absehbarer Zeit verändern. Es ist traurig wenn man so denkt ich weis, aber ich kann mich nicht erinnern bei meiner Geburt einen Packt abgeschlossenen zu haben, zur Verpflegung und bis zum Ende der Eltern. Sowas werde ich meinen Kindern nie antun und werde rechtzeitig dafür Sorge tragen gut versorgt zu sein im Alter.

gertrud appel: 21.04.2014 - 16:04 Uhr

ich habe vieles in ihrem blog gelesen und finde mich in den artikeln

ich würde gerne mit der Dame lg Birgit in Verbindung treten. ich bin 74 jahre und pflege meinen mann seit 1995 intensiv. bin zur zeit sehr oft am boden zerstört. ständig braucht man kraft mit krankenkasse Pflegedienst und unseres egoistisches Umfeld. mit freundlichen grüßen und euch allen viel kraft.

S.: 03.04.2014 - 19:04 Uhr

Jung - und dumm?

Hallo, Ich habe mir gerade den Artikel durchgelesen und er ist sehr interessant, - ich habe mich auch in ihm wiedergefunden. Kurz mal was zu mir: Ich selbst bin 23 Jahre jung, meine Mutter hatte ihren Schlaganfall, als ich 17 Jahre alt war - daraufhin habe ich (musste ich) die Schule abbrechen und im Grunde ist so ziemlich alles eingestürzt, was einstürzen kann. Ich musste meine drei Pferde verkaufen, die Beziehung zu meinem ersten Freund hat es nicht überstanden und von außen kamen immer nur Anschuldigungen, ich sei schuld daran an dem Schlaganfall,- null Unterstützung also. Meine Mutter kam dann in die Reha nach dem Krankenhausaufenthalt - zweimal sogar, und dann in ein Pflegeheim, wo sie jedoch so schnell wie möglich rauswollte - sie wollte wieder in ihr Elternhaus zurück, in dem sie aufgewachsen ist und vor dem Schlaganfall auch noch drin gelebt hat. Ich habe das organisiert und habe mich und mein Leben aufgeben müssen - alles was mir im Grunde eine Stütze war. Meine Pferde, mein Freund.. ich wurde depressiv, total instabil und habe mich dazu entschieden, ersteinmal Distanz zu bekommen und mein Leben wieder anzufangen. Inzwischen habe ich mein Abitur auch geschafft nach einem erneuten Anlauf und viel Distanz zu meiner Mutter (auch räumlich). Jetzt, zurzeit, wohne ich in demselben Haus wie sie, und es belastet mich abermals extrem aufs Neue. Ständig ruft sie nach mir (ich wohne oben, sie unten), weint total viel und laut, sagt ständig, dass ihr Bruder sie beklaut hätte, guckt in meine Taschen, dass ich auch ja nichts von ihr mitnehme... und redet ständig davon, dass sie 'alleine' ist und dass sie 'tot' sein will - tja, und ich stehe dann neben ihr, bin total überfordert mit ihren Aussagen. Ich bin ständig sofort gereizt, wenn sie in meiner Nähe ist, - vllt habe ich auch einfach nicht die Geduld, um mit ihr umzugehen. Und natürlich weiß ich, dass sie mein Verhalten verletzt, - aber inzwischen ist da so eine gr0ße 'Lücke', fast schon eine Mauer zwischen uns, ... vllt liegt es daran, dass ich ihr unbewusst die Schuld gebe an meiner ganzen Situation in den letzten 5 Jahren. Ich musste alles alleine machen, von jetzt auf gleich und - ich bin gereift und ich habe mich gefestigt. Nur - emotional bin ich meiner Mutter gegenüber einfach so kalt geworden und das tut mir so leid. Aber sie ist einfach so egoistisch geworden, paranoid und anstrengend, dass ich vllt gar nicht mehr an sie rankommen will, weil ich mit ihr gleichzeitig 'Probleme' verbinde... :/ Hach.

Günther Drutschmann: 27.02.2014 - 16:02 Uhr

Pflege ist eine riesengroße...

Ich pflege seit drei Jahren meine querschnittgelähmte und dauerhaft bettlägrige Frau (54 Jahre). Ich bin 61 und habe in dieser Zeit einige gesundheitliche Probleme bekommen. Die Kommentare zu dem Artikel finde ich sehr interessant und vieles kann ich nur bestätigen. Wer pflegt, ist immer der Dumme. Ich habe keine Unterstützung bekommen, weder vom Hausarzt, Angehörigen etc. Nur dumme Sprüche. Man steht alleine auf weiter Flur mit den Problemen. Hinzu kommen die Querelen mit der Pflegekasse und anderen Institutionen. Lösungen gibt es keine, außer man weigert sich, weiter zu pflegen. So weit war ich letztes Jahr, ich wollte ausbrechen und bin letztendlich doch wieder zurückgekehrt. Und alle waren so froh, dass der Dumm wieder da ist und die Arbeit macht. Das ist die Pflegerealität der Menschen, denen man diese Bürde auflastet. Lg Günther

Manu: 25.02.2014 - 01:02 Uhr

Nächstenliebe

Ich finde, es sollte selbstverständlich sein, dass zurückzugeben, was man bekommen hat. Seit sechs Jahren lebe ich mit meinem Mann und meiner Großmutter zusammen. Seit ca. vier Jahren ist sie ein Pflegefall. Genau wie die anderen das auch beschreiben ist es anstrengend, sehr anstrengend. Schlaf ist bei mir mittlerweile nebensächlich, auch merke ich, dass ich im Beruf oft gereizt bin. Negativ ist, wie schon einige geschrieben haben, ebenfalls, dass man wenig Freizeit hat... Aber es lohnt sich dennoch!!! Denn der ganze Stress ist meines Erachtens nichts gegen das schlechte Gewissen, das ich gehabt hätte, wenn ich rein egoistisch gehandelt hätte und sie in ein Heim abgeschoben hätte. Da wäre sie eingegangen wie eine Primel. Hier hat sie durch den Pflegedienst, Privatpersonen, meine Mutter, meine Tante und mich immer jemanden, der bei ihr ist. Auch wenn damals alle für ein Heim waren, ich bin stolz darauf, dass ich mich durchgesetzt habe und alle haben es akzeptiert. Mein Mann ist ebenfalls sehr sozial und hat kein Problem damit. Obgleich man sehr viel Privatsphäre verliert, denn ständig sind fremde Menschen im Haus. Aber trotz schwieriger Phasen bedingt durch die Demenz, durch körperliche Probleme (Rückenschmerzen...) bereue ich es keinen Tag. Ich würde esimmer wieder tun. Wenn man einen Menschen liebt, dann sollte man es ihm auch beweisen und dafür die eigenen Interessen hinten an stellen.

Ich halt: 03.02.2014 - 16:02 Uhr

Ich weiß nicht mehr weiter

Ich Pflege meinen Vater jetzt das 4te Jahr und bin am ende. Mein Vater ist starker Alkoholiker und mit jetzt 72Jahren seit 4 Jahre in meiner Betreuung.Als ich ihn damals nach extremen Alkoholexessen aus dem Krankenhaus geholt habe dachte ich ich bekomme das hin. Aber dann hat sich aufgrund der ganzen neuen Umstände mein Mann nach 17Ehehahren von mir getrennt und plötzlich stand ich da alleine. Ich musste arbeiten hatte meine 3 Kinder 2 Haushalte usw. Irgendwie hat man das hinbekommen...wirklich irgendwie.Dank eines Cousin meines Vaters stand irgendwann das Gericht auf der Matte. Ich darf mein Vater ja nicht einsperren und wenn er "spazieren"gegangen ist hat er sich gerne eingepackt Im nächsten Laden geklaut bei den Nachbarn sich im Garten Entleert meine Scheiben eingeschmissen Oder Aus Den Garagen Der Nachbarn geklaut. Auch hat er gerne die Post (trotz bitten an die zusteller) an sich genommen wodurch ich 2 Gerichtsverhandlungen gegen mein Exmann verloren habe und immense Kosten entstanden sind. Jetzt bin ich seit September wegen Bandscheibenvorfall NUR noch zuhause und muss feststellen..er kann garnicht alleine bleiben. Aber ich bin durch den Ausfall Finanziell am ende. Dazu kommt das man nichts mehr machen kann.Immer braucht man einen Opasitter sprich einer von uns muss immer zuhause bleiben. Und da bekommt man manchmal unbändige Wut.Es hat nicht gereicht meine Kindheit mit ihrem Alkohol zu zerstören jetzt auch noch die meiner Kinder. Ich weiß wirklich nicht mehr weiter

Yvonne: 17.12.2013 - 04:12 Uhr

Danke für diese Seite....

Ich habe nur die ersten 2 Berichte gelesen aber diese haben mir schon etwas Kraft gegeben. Natürlich weiß man, dass es viele Fälle gibt, in denen Eltern gepflegt werden... Aber wenn man es liest, ist es nochmal anders. Ich habe seit gut 2 Jahren meine Mutter bei mir. Sie ist geistig (noch) ganz fit aber körperlich 100% schwerbeschädigt. Ich bin mit meinem vierten Kind schwanger (kurz vor der Entbindung) habe noch 3 Kinder, mein Mann ist im Ausland arbeiten, kommt also immer mal nach Hause und habe nun meine (mittlerweile fast bettlägrige) Mutter bei mir. Wir stecken mitten im Umzug und die zwei älteren Kinder von mir (17 und 11) flehen mich regelrecht an, Oma nicht mehr mitzunehmen. Ich kann sie so verstehen, aber dieses schlechte Gewissen frisst mich auf. seit 2 Jahren lebt sie im Zimmer unserer Tochter (11)... Diese ist im Gymnasium von 1,2 Durchschnitt nun Stück für Stück auf Durchschnitt 3,3 abgerutscht. Tendenz - weiter n diese Richtung. Der Große (17) ist in diesen 2 Jahren vom Durchschnitt 1,7 (wollte Abi machen) auf Hauptschule abgesunken. Wir waren geschockt. Und unser noch Kleinster (5) ist nach 2 Jahren Kita (völlig unauffällig) nun seit etwa 8 Monaten plötzlich das auffälligste Kind der Einrichtung. ich selbst habe im Juni meinen Büro-Job an den Nagel gehängt, weil ich alles in allem nicht mehr geschafft habe. Nun quäle ich mich seit Wochen mit vereiterten Erkältungen (Angina, Kehlkopfentzündungen etc) rum und höre bei jedem Arzt ... ausruhen, hinlegen, Bettruhe usw. Da meine Mutter aber tgl. zu Ärzten fährt (sie macht sich früh die Termine) und ich dann fahre, werde ich oft meinen behandelnden Ärzten gegenüber schon laut, weil ich keine Bettruhe einhalten kann. Wir haben zum 01.01.14 ein Haus gemietet.... Aber Oma möchte nicht ins Heim. In 6 Monaten ist sie da tod, sagt sie. Alleine wohnen ist fast unmöglich. Schuhe zubinden, ausziehen, kochen etc... sie schafft es nicht. Nur eben der Kopf spielt mit. Was mich langsam wütend macht, sie hat einen ausgeprägten Tremor, mittlerweile beidseitig ABER sie hat kein Parkinson, meint sie. Sie belügt Ärzte und schildert Ihnen, dass sie jahrelang Tabletten gegen Parkinson genommen hat und nur Nebenwirkungen hatte. Nicht eine Tablette wollte sie nehmen, weil sie ja (ihrer Meinung nach) kein Parkinson hat. So fahre ich also durch die Weltgeschichte um einen Arzt zu finden, der sie heilen kann. Ich weiß gar nicht, was die Ärzte finden sollen. Meine Mutter hat sich darauf versteift, dass durch einen schiefen Kiefer und falschem Biss ihre Zustäne ausgelöst wurden. Wir haben im Umkreis von 80km jeden Zahnarzt regelrecht abgeklappert und keiner stimmt der Theorie meiner Mutter zu. Zu all der Pflege kommt der verbale Stress mit ihr. WIr sind nur doof, dumm, keine Familie (im Moment wahrscheinlich tatsächlich nicht mehr) Man kann nur ausspucken vor uns,... Sie spuckt, sie schlägt mit der Krücke, sie beleidigt usw.... Ich kann nicht mehr. Und ich weiss wirklich nicht, wie es weiter gehen soll. Das neue Haus ist auf 3 Etagen gebaut. Heute ist der 17.12... Am 23.12. soll der Umzug sein. Eine Wohnung hat meine Mutter nicht. Alles was wir besichtigt haben war nicht recht... In der einen kein Fenster in der Küche, die nächste kein Balkon... dann wieder eine in der dritten Etage (Fahrstuhl vor der Tür, aber der kann ja mal streiken) Die nächste lag zu sehr in der Stadt...zu viele Abgase. usw usw usw Ich weiß ehrlich nicht, wie es weitergehen soll. Mein Mann (185cm) wog mal gut 80 kg. Sein aktuelles Gewicht ist 63 kg und mir schiessen die Tränen in die Augen, wenn ich ihn ansehe. Staatliche Hilfe??? Kaum. Da sie einiges ablehnt, geistig eben noch ganz gut da und der Rest der Stadt/ KK sagt... na sie haben doch ihre Tochter. Meine Schwester (keine Kinder/ keinen Mann) fühlt sich nicht in der Lage, meine Mutter zu betreuen. Naja ich weiss auch warum, kanns ihr gar nicht verübeln. Aber ich ertappe mich schon bei einer Wut ihr gegenüber. Seit 6 Wochen drückt sie meine Mutter am Telefon weg, ruft nicht zurück. Dafür gibt es allerdings von Mama dann Erklärungen... "Sie hat gerade keine Zeit!" Oder "Sie ist bestimmt arbeiten, sie hat ja soviel Stress!" WWWAAASSSSSSSS??????????? Dann muss ich das Zimmer verlassen, bevor ich platze. Wenn ich nur einen Weg finden würde. Sie soll ja optimal betreut werden, aber ich schaffe es bald nicht mehr. Bald ist das Baby da... WIe geht das dann weiter? Reist es mit von Arzt zu Arzt? Ich weiß es nicht... Ich wünsche allen viel Kraft (Lese nun nicht mehr meinen Text also bitte entschuldigt Fehler)

Katharina: 07.10.2013 - 11:10 Uhr

Ich weiss nicht mehr weiter

Ich, 56 Jahre, bin jeden Tag bei meiner körperlich gesunden 80-jährigen Mutter und verbringe den Vormittag mit ihr, warum? Ein fürchterlich schlechtes Gewissen, wenn ich es nicht tue. Zum Glück kann ich es mir finanziell erlauben, Hausfrau zu sein. Seit dem Tod meines Vaters 2008, dem ich versprochen habe, mich um sie zu kümmern, ist dies mein Alltag. Wir gehen in die Stadt Kaffeetrinken, machen Erledigungen und haben auch Kontakte im Cafe, wobei sie bei der Unterhaltung, die ich in die Wege leite, das Wort übernimmt oder mir alles nachplappert. Manchmal ergibt sich ein interessantes Gespräch, noch nicht einmal das gönnt sie mir. Alleine findet sie keinen Kontakt, auch deshalb, weil sie schwer hört und nur die Hälfte mitbekommt. Sie findet sonst alle und jeden "doof", an jedem gibt es etwas auszusetzen. Zur Altenbegegnungsstätte geht sie nicht, sie wäre noch nicht so alt. An Kursen möchte sie nicht teilnehmen, es sei denn, ich würde mitmachen (habe aber kein Interesse schon aus besagten Gründen) Sie hört sehr schwer und weigert sich ein Hörgerät anzunehmen. Sie pupst ständig laut in Gegenwart von Leuten, weil sie es ja nicht hört, mir ist es außerordentlich peinlich, aber sie streitet ab. Mir ist es so peinlich, daß ich das Thema gar nicht ansprechen möchte, sondern nur noch im Erdboden versinken möchte. Manchmal platzt mir der Kragen und sie meint dann, ich wäre ein schlechter Mensch, ihr wäre es egal, was die Leute denken. Ich habe keine Geschwister und mein Mann hat bisher auch akzeptiert, daß sie manchmal auch am Wochenende dabei ist, damit es mein Gewissen erleichtert, aber ich ertrage auch dies nicht mehr. Zu Anfang nahmen wir sie auch mit in den Urlaub, auch das möchte ich nicht mehr, wenn nicht ewig dieses schlechte Gewissen ihr gegenüber wäre. Ich kann es nicht. Ich denke mir plausible Geschichten aus, um sie dann nicht zu enttäuschen. Bin ich nicht gut drauf, macht sie mir den Vorwurf, ich hätte wieder diese miese Laune. Ich war immer ein lebenslustiger Mensch, aber das ist seit dem Tod meines Vaters vorbei. Ich weiss nicht, wie lange ich dieses Leben mit ihr noch ertrage. Ich möchte mit meinem Mann frei entscheiden können, wie wir unseren Tag verbringen, ohne schlechtes Gewissen und ohne Rücksicht nehmen zu müssen. Ich möchte nicht ständig, meine Freizeit mit ihr verbringen. Nette Frauen, die ich manchmal im Cafe kennenlerne, macht sie schlecht. Sie wären kein Umgang für mich. Das macht mich alles wütend. Ich denke mit Grauen daran, wenn sie ein Pflegefall wird. Ich bin jetzt schon am Ende. Ich hoffe sehr, es wird nie dazu kommen. Meine Mutter hat sich immer auf meinen Vater verlassen, er traf jede Entscheidung, er hatte alle Verantwortung und durfte sich bei ihr keinen Fehler erlauben, dann war er der schlechte Mensch, das bin nun ich in ihren Augen. Wie komme ich aus dem Karussel wieder heraus? Wer kann mir einen Rat geben? Reden kann man mit ihr nicht, ich zumindest kann es nicht. Sie wird dann wütend und weist jede Schuld von sich, so wie sie es immer tat. Mein Mann kann mir auch nicht helfen. Er versteht nicht, warum mich immer das schlechte Gewissen plagt. Ich weiss nur, daß es so nicht weitergehen kann.

Birgit: 19.09.2013 - 08:09 Uhr

Ich nochmal

Eine Frage: Ich habe den nachfolgenden Artikel verfasst. Mir ist ein Gedanke nun heute gekommen. Gibt es hier Betroffene, mit denen man sich evtl. mailtechnisch austauschen kann? Dann ist man nicht so alleine und kann sich gegenseitig Kraft geben. Das wäre sehr schön. LG Birgit

Birgit: 11.09.2013 - 07:09 Uhr

Ich kann vielen Schreiberinnen hier zustimmen

Auch ich stehe seit Mai diesen Jahres vor diesem Problem. Nach einem Schlaganfall nahm ich meine Mutter zu mir, bin immer noch dabei, den Haushalt in ihrer Wohnung aufzulösen und bin selbst nicht gesund und zu 50 % schwerbehindert aufgrund einer Nierenerkrankung. Ich hatte es mir einfacher vorgestellt, weil wir immer ein sehr gutes Verhältnis hatten oder haben. Ich nehme einen ambulanten Pflegedienst in Anspruch, die meine Mutter morgens beim Anziehen hilft und sie auch wäscht. Alles gut und schön. Ich arbeite tagsüber und haste dann nach Hause, um ihr ebenfalls das Essen zuzubereiten, in das auch oftmals herumgestochert wird. Das Thema Krankheit ist fast nur noch an der Tagesordnung und sie versinkt in ein Jammertal, obwohl sie wirklich noch ein Riesenglück hatte. Ergo macht sie fleißig mit, aber, sobald wir wieder alleine sind, geht oftmals das Gemecker weiter. Kann sie nicht schlafen, sind immer alle anderen Schuld, sei es eine laufende Waschmaschine oder Jugendliche, die von einer Veranstaltung in der Nacht nach Hause kommen. Ich habe so gut wie keine Freizeit mehr, soziale Kontakte sind gen Null, ich habe das Gefühl nur noch zu funktionieren. Ich habe auch einen Bruder, der vielleicht 2 Autostunden von mir entfernt wohnt, aber mit absoluter Abwesenheit glänzt sowohl in der Zeit, als sie auf der Intensivstation lag, bei der Wohnungsauflösung als auch jetzt, wo sie bei mir wohnt und wir ein Zimmer altersgerecht umgebaut haben, d. h., mein Freund und ich, mit dem ich aber eine Fernbeziehung führe von über 900 km Entfernung. Das heißt im Klartext, ich stehe mit allem alleine da. Es kommen ja auch die ständigen Kontakte zu Behörden, Krankenkassen etc., um dieses oder jenes zu erreichen, was auch Zeit kostet und es dem Pflegenden nicht leicht gemacht wird. Obwohl man Unterstützung erwarten könnte, weil man ja auch dem Staat nicht viel Geld kostet, wird einem nur in den Hintern getreten, auf deutsch gesagt. Eine große Frustationsschwelle macht sich breit, man ist am Rand der Kräfte, emotional erschöpft, Freude oder ein Lachen kenne ich gar nicht mehr und ich bin erst 51 Jahre alt. Soll das denn schon alles gewesen sein? Ich steuere im Moment auf eine Depression bzw. einem Burnout zu, weil ich, sobald ich meine Wohnung betrete, ich das Gefühl habe zu ersticken. Ich liebe meine Mutter sehr, das möchte ich wirklich auch so sagen, aber dieser ständige Druck, diese ständige Aufmerksamkeit, immer parat zu sein, nie sich Selbst sein zu dürfen, das kostet Kraft, sehr viel Kraft.

alinde: 07.09.2013 - 17:09 Uhr

Erkenntnisse von Forschern

Liebe Mitpflegende, vorwiegend Töchter! Meine Mutter, 88, ist seit 1 1/2 Jahren in einem gut geführten Pflegeheim, vorher war alles, alles, alles dicke Bretter bohren. Ich, BJ 54, war am Ende. Ein weister älterer Herr, der das selbe früher erlebt hatte, gab mir folgenden Rat, den er selber bei Gerontologen (Altersforschern-Altersärzten) eingeholt hatte. Er sagte zu mir: "Sie müssen jetzt zum Wohle Ihrer Mutter gegen den Willen Ihrer Mutter entscheiden. Ihrer Mutter kann es nur gut gehen, wenn es Ihnen auch gut geht - und das tut es nicht mehr. Alte Menschen werden nur noch vom SELBSTERHALTUNGSTRIEB gesteuert. Alles andere wird zweitrangig, auch die Liebe zu Kindern. Das haben mir Gerontologen so erklärt. Wenn Sie Ihre Mutter vor die Tatsache stellen, dass sie nun in einem Heim leben wird - die Hausärztin gibt dazu eine Stellungnahme, schriftlich, dann wird es zwei, drei Wochen dauern und der SELBSTERHALTUNGSTRIEB setzt auch im Seniorenheim ein. Wenn die Situation als unabänderlich angesehen wird, steuert der Selbsterhaltungstrieb dass Ihre Mutter sich mit der Situation anfreundet. Besuchen Sie sie wenig in der ersten Zeit und dann so viel wie Sie wollen! Ich habe es mit meiner Mutter auch so gehandhabt und zu letzt, als sie ganz dement war, habe ich ihr Waldderbeeren gefüttert, das verzückte Gesicht bei dem GEschmack, machte mich glücklich." So geschah es im April 2012. Meine Mutter brauchte nur knappe zwei Wochen um sich ein zu leben. Sie geht inzwischen zur Strickgruppe, zur Rätselrunde, zur Gymnastik. Sie hat Freude am Leben und hie und da an neuer Kleidung, denn dort hat sie ein "Bühne" um sie vorzuführen. Sie kennt die Familiengeshcichten der PflegerInnen, wer mit wem verlobt oder verheiratet ist. Die Einriczhtung ist wie eine große Familie, der Sohn eines Bewohners hat neulich eine Pflegerin geheiratet und alle haben an dem Glück der beiden teilgenommen, in irgend einer Form. GEgen den Willen meiner Mutter, zum Wohle meiner Mutter. Irgendwann haben wir die Verantwortung, so wie unsere Eltern sie für uns hatten. Auch sie haben zu unserem Wohl gegen unserern Willen entschieden. Gestern habe ich sie nach Hause geholt, es gab ihr Lieblingsessen, sie hat mit Apetit gefuttert und ab 16 Uhr ständig auf ihre Armbanduhr gesehen. Schließlich (ich wusste was kommt) um 17 Uhr gesagt: Wann fährst du mich denn heim? Nur Mut euch allen! Entscheidet! Nehmt euch Hausarzt ins Boot! Handelt! Es geht!

Claudia Sofia Sörensen: 21.08.2013 - 06:08 Uhr

Post scriptum zum Nachfolgenden

Ich habe mich darauf eingestellt, meine freiwillig übernommene Aufgabe so gut es geht, zu erfüllen. Für Schwächen habe ich immer Verständnis: Für die Schwächen meiner Mutter ebenso wie für meine eigenen. Nur wer sich seine Schwächen erlaubt, wird stark. Das Nebeneinander von "normalem Leben" und Angehörigenpflege ist unmöglich. Ich habe mich auf meine freiwillig übernommene Aufgabe, meine Mutter zu pflegen, bestmöglich eingestellt. Kontakte zu Freunden erhalte ich aufrecht. Ich bin nicht einsam. Alleinsein führt nicht zwangsweise in Einsamkeit, was ich in meinem 2. Schreiben hier erläutert habe: Das Schreiben von Büchern befreit mich enorm. Ich habe tatsächlich erst zu mir selbst gefunden, indem ich aus meiner selbst gewählten Lage das Beste für mich gemacht habe: Ich habe mich mir selbst zugewandt! Die selbst gewählte Isolation von meiner früheren Welt und Lebensweise durch die Pflege meiner Mutter hat mich zu mir selbst geführt! Und ich sorge mich nicht darum, was nach ihrem Tod sein wird. Ich lasse das Leben in seiner bunten Fülle stets auf mich zukommen und mache dann das Beste daraus. Neue Freunde werde ich auch finden: durch die Kirche, durch einen Verein vielleicht, durch Annoncen. Ich verlasse mich auf Gott, meine Kreaktivität und meine Entscheidungsfreiheiten!

Claudia Sofia Sörensen: 21.08.2013 - 05:08 Uhr

Pflegende ernsthaft von Burnout bedroht

Unsere Gesellschaft erwartet einerseits, dass wir Vater und Mutter ehren, andererseits bekommen wir Pflegenden immer wieder zu hören, auch oder überhaupt in erster Linie an uns selbst zu denken. Ich selbst habe unzählige Male die Erfahrung gemacht, ständig im Fokus von Beobachtungen zu stehen, ob ich es auch richtig mache bzw. was den Leuten nicht passt. Und so wurde ich denn auch von einer Nachbarin sogar angezeigt, die offensichtlich viel Zeit an ihrem Fenster verbracht hatte. Auch ich bin immer mal wieder arg genervt und stoße an meine Grenzen. Demente pflegen ständig normale Grenzen zu überschreiten und dadurch an die natürlichen Sicherheitssysteme zu rühren. Schlimmer als kleine Kinder müssen sie unaufhörlich beobachtet werden. Die ständige Vigilanz aber überfordert die Pflegenden. Was fehlt, ist ein 8-Stunden-Tag und ein ungestörtes Wochenende. Ebenso fehlt die ungestörte Nachtruhe sowie durchgängig ungestörter Urlaub, in dem wir Pflegenden nicht durch pausenlose Ansprüche behelligt werden. Jeder Arbeitnehmer unterliegt dem Schutz des Staates, nicht aber die Pflegenden. Die werden mit Almosen abgespeist. Pflegende sind deshalb ständig überfordert. Und selbstverständlich ist es völlig normal, dass das an den zu Pflegenden ausgelassen wird, entweder direkt oder subtil. Nicht abgelassener Dampf drückt so lange nach innen, bis der stärkste Topf explodiert! Und das ist ein Naturgesetz. Also was machen, um einigermaßen unbeschadet zu überleben und keine Übergriffe zu tätigen? Da die Frustrationsgrenzen bei jedem Menschen anders sind, kann auch ich keinen pauschalen Rat geben. Die Tagespflege ist eine sehr gute Alternative, wenngleich man nur wenige Stunden lang entlastet ist. In der Zeit sollte man keine dringenden Besorgungen machen sondern sich ausschließlich sich selbst widmen. Zu pflegende Angehörige, die die Tagespflege, Pflegedienste und dergleichen ablehnen, sollte man selbst auch ablehnen. Demente haben allerdings keinerlei Einsichten in ihr nicht steuerbares Verhalten und halten sich für völlig normal. Als ich die Pflegschaft übernahm, fragte mich die Richterin vom Vormundschaftsgericht, ob ich in der Lage bin, nötigenfalls auch gegen die Wünsche meiner Mutter zu handeln. Das habe ich bejaht. Und das halte ich auch ein. Wir Pflegenden müssen unter einer gewissen Rücksichtnahme unbedingt Rücksicht gegen uns selbst praktizieren, denn wenn wir das nicht tun, geraten wir in einen Strudel, der entweder ins eigene Burnout und in schwerste Depressionen führt oder zu Gewalttätigkeiten. Meistens besteht ein kontinuierliches Auf und Ab zwischen beiden, und eine Mischung von schlechtem Gewissen und gutem Willen unter Selbstüberforderung ist die Folge. Damit können und sollten weder Pflegende noch deren Pfleglinge leben. Die optimale Lösung ist oftmals nur das Seniorenheim. Das aber zieht bei vielen pflegenden Angehörigen erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen nach sich, die auf unterschiedlichen Grundlagen beruhen und darum hier nicht ausdiskutiert werden können. Wer sich in einer solchen Zwickmühle befindet - ich habe mich sogar bewusst und freiwillig in eine solche hineinbegeben - sollte sich immer wieder bewusst machen, dass jede Entscheidung, die wir treffen, letztlich freiwillig getroffen wird. Auch die so genannten Sachzwänge zwingen uns nur solange, wie wir sie zulassen. Setzen Sie bitte gegen jedes Gegenargument die Tatsache, dass Sie sich Sachzwängen aller Arten entziehen können. Entscheidungen jedeweder Art aber ziehen immer Veränderungen nach sich. Und wir haben die freie Entscheidung, unter welcher Knute wir leben wollen oder ob wir eine neue Freiheit wählen möchten, die uns zu unbekannten Ufern führen kann. Wenn und Aber und Befürchtungen aller Arten stören dabei. Ohne Wagnis und Mut gibt es keine Möglichkeit zur Veränderung einer Lebenslage! Ich habe Februar 2004 freiwillig diese Aufgabe hier übernommen und ich ziehe sie durch. Mein Leben wurde durch meine Entscheidung, also nicht durch meine Mutter, vollkommen auf den Kopf gestellt, und meine Hoffnung, dass die Pflege meiner Mutter nur ein paar Jahre dauern würde, hat sich nicht erfüllt. Sollte ich ihr den Tod wünschen? Eine Erlösung wäre er sicher: Für sie und für mich gleichermaßen. Aber ich bin nicht die Herrin über Leben und Tod, und vor allem habe ich kein schlechtes Gewissen, weil ich ab und an bete: "Lieber Gott, nimm sie doch endlich zu Dir!" 2 Jahre nach Beginn der Pflege habe ich mein Leben neu geordnet und ein Selbsttherapiebuch geschrieben. Danach noch eines. Dann ein tiefenpsychologisches Buch über die Treue: Schillers Bürgschaft. Ich habe also untersucht, was Treue ist und erkannt, dass sie konsequent mein Lebesmotto ist. Treue ist eine große Aufgabe und nicht leicht. Sie funktioniert nur unter absoluter Selbstliebe, die sich an der Nächstenliebe misst. Und umgekehrt! 13. Korintherbrief! Nach diesen Büchern entstanden Ernährungsbücher und ein Demenzbüchlein. Ferner meine Familienchronik. Außer der Familienchronik habe ich alles bei Books on Demand veröffentlicht. Und ich schreibe weiter. Schreiben befreit enorm. Wir reflektieren darin den Alltag, die Mitmenschen, das Leben an sich und uns selbst. Mein überwiegendes Zuhause-Hocken hat dadurch eine neue, selbstbefreiende Dimension gewonnen. Wie auf Adlerschwingen durchziehe ich den Raum meiner selbst! Außerdem habe ich mir im März 2011 einen Zwergpudel zugelegt: Clärchen. Sie trägt den Namen meiner früheren Gesangprofessorin: Clara Ebers. Damit knüpfe ich an wunderbare Jahre und wunderbare Emotionen. Mit Clärchen durchstreife ich die Natur. Und wenn es nur jeweils ein paar Stunden oder auch nur ein Gassigehen ist, so habe ich doch mit dem Tierchen zusammen wunderbare gemeinsame Erlebnisse. Und oft sitzt sie auch auf dem Schoß meiner Mutter. Ich habe also meinen Kopf geordnet, meine Vergangenheit und ich habe eine kleine Liebe: Mein Clärchen. Auf diese Weise gelingt mir die Pflege meiner Mutter mehr recht als schlecht, und das kann ich akzeptieren. Ich weiß, dass ich immer frei bin, selbst zu wählen, was ich bin, was ich tue und wo ich bin und agiere. Und meine gute Mutter, über die ich immerhin 2 Bücher veröffentlicht habe (Ingeborgs Flucht nach Italien und Leben mit Demenz), hat es überwiegend gut mit mir. Wir haben es gut miteinander und machen das Beste aus unserer Lebenslage. Was wird danach sein? Ich werde ihre Urne mitnehmen, und wenn ich selbst sterbe, wird unsere Asche am selben Tag in der Ostsee beigesetzt werden. Eine Symbiose in Freiheit! Behaltet immer Eure Freiheit im Auge und jammert nicht herum, denn jammern zieht Euch runter. Jede Entscheidung, vergesst es nur nie, beruht auf Eurer eigenen Wahl, auf Eurer Entscheidung. Nur die allergrößten Kälber wählen ihre Metzger selber! Claudia Sofia Sörensen

Verzweifelt: 08.08.2013 - 17:08 Uhr

Mit den Nerven am Ende

Mir geht es ähnlich wie sonnenschein. Ich pflege meine 88jährige Mutter (Oma) seit einigen Jahren und bin so gut wie am Ende. Wir leben im gleichen Haushalt und neben dem Altersstarrsinn und der Altersschwäche bekommt meine Mutter jetzt auch noch Demenz. Alles dreht sich seit Jahren nur noch um sie, mein eigenes Leben hab ich schon lange komplett aufgegeben. Sie erkennt das aber nicht an, im Gegenteil, ich werde ständig beschimpft, alles was ich mache ist in ihren Augen falsch, den ganzen Tag jammert sie wegen allem Möglichen. Ich muss fürchterlich aufpassen was und wie ich was sage, sonst fängt sie sofort einen Streit an. Sie verfließt regelrecht in Selbstmitleid und ist ständig bockig wie ein kleines Kind. Sie will keine fremden Leute im Haus (Pflegedienst), weigert sich in eine Tagespflege zu gehen, eine Kurzzeitpflege lehnt sie strikt ab und wirft mir immer wieder vor das ich sie ja nur los werden will wenn ich das Thema mal anschneide. Ständig höre ich das ich ja dann mein Leben leben kann wenn sie nicht mehr da ist, jeden Tag wirft sie mir vor was sie in ihrem Leben alles für mich getan hat und wie undankbar ich doch sei. Sie hat mich als Baby von ihrer Tochter (die ausgewandert ist) aufgenommen und groß gezogen und dafür bin ich ihr auch unendlich Dankbar. Aber das war ihre eigene Entscheidung, das hab ich nie von ihr verlangt. Seit Jahren bin ich jeden Tag 24 Stunden am Tag für sie da, ohne Pause, ohne Urlaub, ohne Zeit meine Akkus wieder aufladen zu können. Ich bin 48 Jahre alt, wann darf ich endlich mal leben? Ich bin einfach nur fix und fertig, kann einfach nicht mehr. Seit einigen Monaten bin ich nun ernsthaft am überlegen die Pflege meiner Mutter abzugeben, einen passenden Ort für sie zu finden, aber ich hab auch ein sehr schlechtes Gewissen dabei, denn ich liebe meine Mutter doch wirklich über alles. Dann diese ständige Frage wo hin mit der geliebten Mutter? In einem Altersheim versauern die meisten Leute, für eine Demenz-WG ist sie meist (noch) zu klar im Kopf, dazu denn das Problem mit den Wartelisten... Ich merke aber wie ich langsam kaputt gehe, oder es schon bin und wie ich über die Jahre hinweg verlernt habe an mich selbst zu denken. Wäre es nur die reine Pflege wäre das kein Problem für mich, aber dieser tägliche Psychoterror bringt mich langsam um. Ich stehe im Moment an einem Abgrund und weiß nicht weiter, ich weiß nur das so wie es jetzt ist es nicht mehr lange weiter gehen kann, für keinen von uns Beiden. Ich wünsche allen hier viel Kraft auf eurem Weg.

sonnenschein: 31.07.2013 - 17:07 Uhr

Tochter pflegt Mutter

Ich habe nun die Kommentare gelesen auf dieser Seite und sehe dass, ich nicht alleine bin mit dem Problem Tochter Pflegt die Mutter. Ich bin dabei die Pflege meiner Mutter ab zugeben, da ich sonst untergehe in dieser Situation, in den Berichten Spiegelt sich auch mein leben wieder...wenn ich das lese......wir haben sehr wohl das recht uns Hilfe zu holen und uns die Grosse Last abnehmen zu lassen die eigene Mutter zu pflegen, bevor wir selber zu Grunde gehen. zurzeit habe ich es noch sehr schwer denn, ich wohne auch im gleichen Haushalt mit meiner Mutter und sie wirft mir natürlich alles mögliche an den Kopf weil ich die Betreuung für sie zum Grossen teil abgebe, ich werde meiner Mutter sehr wohl noch schauen, aber nur noch freiwillig, wenn ich zu hause bin ganz klar, bin ich da für sie, aber es kann nicht sein dass ich mit 61 Jahren mein leben auf meine Mutter einstellen muss und keinen Freiraum mehr habe ohne vorwürfe und blöde Kommentare ihrer seits. meine Nerven liegen Blank zur Zeit, aber ich freue mich auf den Tag wo ich das erste mal wieder auf mein Rad sitze und weg fahre ohne mich zu beeilen, da ich ja schon wieder zu Hause sein sollte, einen Tagesausflug zu machen oder sogar in Ruhe 2 Tage zu meinen Kinder zu Besuch gehen kann ohne Stress. Oder mich zu Fragen was mach ich mit ihr wenn ich in die Ferien gehen will ??????Sie will ja niemand Fremden um sich haben..........Ich wünsche allen Betroffenen viel Kraft und gebe euch den guten rat, habt den Mut dazu NEIN zu sagen.

Entvervt: 17.07.2013 - 10:07 Uhr

Machtlos

Hallo, hier nur eine schnelle Nachricht. Bin 57. Habe Pflegemutter, zwar mit Pflegedienst. Wird zunehmend stur und dement. Ich mach und tu. Rufe sie täglich an. Verbringe große Teile des Wochenendes mit ihr. Auch Urlaub. Sie ist nie zufrieden - was, nur 3 Wochen fahren wir weg! bräuchte aber 4!! Es ist also nie genug. Wenn man sich distanziert, wird alles noch schlimmer, es gibt immer Debatten, man wird dauernd unter Druck gesetzt, beleidigt, unverschämt. Flippt man dann mal aus, schleppt man das schlechte Gewissen Tage mit sich rum und wird depri. Reden hilft nicht, es wird nicht verstanden. Sie könnens nicht und wollen auch nicht. Man darf ruhig die Realität sehen: Ichsucht und Anmaßung. Habe kein großes Verständnis dafür. Ich muss mein ganzes Leben aufgeben, bin dazu noch vollzeit berufstätig - Leute, ich bin am Ende. Leute, ich möchte noch ein lebenswertes Leben haben, ich möchte mich freuen können und mir nochmal einen Partner suchen. Ich möchte lustig sein und verreisen, den Sommer genießen, wie so viel andere es können. Ich bin doch wer! Ich muss mich nicht von einer alten herrischen Frau beherrschen lassen. Grüße Euch aus der Hölle.

Dagmar : 15.07.2013 - 08:07 Uhr

Kein Ende in Sicht

Hallo, auch ich pflege meine demenzkranke Mutter(94) seit Mai 2000 und bin nun so weit, dass ich sie in eine WG geben will, warte auf einen Platz. Immer wieder verliere ich die Nerven und es kommt zu Reiberein, da sie ja nicht mehr weiß, was eigentlich los ist. Das Ganze überstehe ich natürlich nur mit Hilfe der Tagesstätte (6x) und dem Pflegedienst. Aber die restlichen Stunden und Nächte sind eine Qual, aber wem erzähl ich das. Ich würde keinem empfehlen, seine Eltern zu pflegen, insbesondere bei Demenz. Man muss abwägen, ich habe mir dadurch eine kleine Aufstockung der Rente erarbeitet, aber ob sich das lohnt? Ich bin körperlich am Ende, habe mich sogar von meinem Mann getrennt und lebe jetzt mit ihr in einer kleinen Wohnung, so dass ich dann nicht mehr umziehen muss. Als meine Mutter so alt war wie ich, hat sie mit meinem Vater viele Weltreisen unternommen, ich werde nie mehr verreisen können, denn dazu fehlt mir nun das Geld. Und die vergangenen Jahre war Urlaub auch nicht möglich, weil nach jedem Aufenthalt in der Kurzzeitpflege sich der Zustand verschlechtert hatte und ich wieder alles gerade biegen musste. Wenn sie im Heim ist, ist mir dann alles egal, dann sind die Pfleger für sie zuständig. Man bekommt Hilfen, aber nur wenn man gut informiert ist und das ist eine Schande. Anträge die abgelehnt werden und erst nach Widerspruch genehmigt werden, wenn man da nicht am Ball bleibt ist man verloren. Auch das kostet unendlich viel Zeit und Nerven. Nicht einmal eine notwendige KnieOP ist zur Zeit für mich möglich, ich weiß nicht wohin mit ihr und was wird dann sein, also weiter Schmerzen ertragen bis der erlösende Anruf vom Heim kommt. Dann sind aber wieder Anträge zu stellen usw. Passende Kleidung besorgen, es kann ja nicht gebügelt werden, alles muss beschriftet sein. Verständlich - aber trotzdem wieder mit Arbeit verbunden. Wenn ich die Wahl hätte, zwischen Tod und Leben, ich würde den Tod wählen, einfach nicht mehr aufwachen, das wünsche ich mir nach all den Jahren! Eine verzweifelte Tochter!

matteo scheele: 04.06.2013 - 23:06 Uhr

Ein Ratgeber für Erwachsene mit böse gewordenen Eltern

Demnächst erscheint mein Buch "Böse alte Mutter" . Wen das Thema interessiert, gebe ich gerne weitere Infos. Matteo Scheele, Mail boesealtemutter@outlook.de

Sylvia Manthay: 20.05.2013 - 16:05 Uhr

Was ist Euere Meinung

Mein Vater war choleriker, wenn ihn was nicht passte, brüllte er rum. Unsere Kindheit war nicht die Schönste, wir sind drei Mädels, alle mit 18 Jahren ausgeszogen. Jetzt sind 56/57 und 58. Eine meiner Schwestern hatte sich auf Grund wiederholter Cholerikeranfälle meines Vaters entschieden, meinen Eltern den Rücken zu kehren, das war vor 9 Jahren. Ich hatte mich auch oft über diese Anfälle meines Vaters geärgert und mir jedes mal gesagt, hier gehst Du nicht mehr hin, aber spätestens nach 14 Tagen, ging in mein Kopf vor. "Er ist jetzt Alt, da kann man einen Menschen nicht mehr ändern" und es hätte mir trotz allem Leid getan, nun auch nicht mehr zu meinen Eltern zu gehen. Wie ich schon geschrieben habe, waren unsere Eltern, keine guten Eltern. Meine Mutter hatte immer zu meinem Vater gehalten, sie hatte Angst vor ihn, weil er ihr gegenüber in früheren Jahren Gewaltätig war. Eine meiner Schwestern war nun weggezogen, die andere hatte sich so mit meinem Vater gestritten und ist dann auch nicht mehr zu meinen Eltern gegangen. Meine Mutter hatte aus Angst vor meinem Vater nicht versucht, den Kontakt zu ihren beiden anderen Kindern wieder herzustellen. So blieb nur noch ich, ich brachte es einfach nicht fertig meine Eltern im Alter alleine zu lassen. Nun wurde ich im letztem Jahe krank,Krebs. Meine Eltern hatten es zweimal geschafft ins Krankenhaus zu kommen. Nach meiner Krankenhausentlassung hatte es keiner von beiden geschafft mich zu besuchen. Meine beiden Geschwister haben sich liebevoll um mich gekümmert. Zwischen den Chemos bin ich noch zu meinen Eltern gerannt. Im Nov. letzten Jahres erkrankte mein Vater, an Lungenkrebs. Im Dezember starb er. Nach seinem Tod, waren meine Geschwister wieder für meine Mutter da. Jetzt liegt sie ständig im Krankenhaus. Zuerst mußte ihr die Zehe amputiert werden, dann kam es zu Wundheilungsstörung. Dann bekam sie einen Beipaß. Jetzt hat sie auch noch Darmblutung, was wahrscheinlich operiert werden muß. Meine Mutter liegt ca 30 km von meinen Wohnort entfernt in einer Klinik. Ich gehe sie so oft besuchen wie möglich. Meine eine Schwester wohnt 700km entfernt von mir. Die andere hatte sich anfangs sehr um meine Mutter gekümmert, aber jetzt ist ihr eingefallen, das meine Mutter sich kaum um sie gekümmert hat. Irgendwo hat sie total recht. Aber wenn ich ins KH gehe und sehe da ein häufchen Elend liegen, das noch ca 40kg wiegt. Mit ängstlich aufgerissenen Augen was nun schon wieder als nächstes kommt an OP"s. Die Frau, die wegen ihres Mannes, sogar ihre Kinder aufgegeben hat. Die im Leben immer nur Angst hatte, sich aber auch nicht getraut hat, sich von ihn scheiden zu lassen. Die gehofft hatte,ihre letzten Jahre noch glücklich mit ihren Kinder zusammen sein zu können. Ich muß dazu noch sagen. Wir hatten auch Angst vor meinem Vater. Keine hat sich getraut zu sagen, "wenn du das und das nicht aufhörst dann kommen wir nicht mehr". Ich habe es mir mal Telefon gewagt zu sagen, aber leider erst nachdem meine Geschwister schon weggeblieben sind. Er hat nie mehr rumgebrüllt, zu mindest nicht wenn ich da war. Mein Problem ist, ich hatte meine letzte Chemo im Januar, zur Zeit ist alles im grünen Bereich. Mir macht das so zu schaffen wenn ich meine Mutter dort so liegen sehe und ich kann auch nicht jeden Tag zu ihr fahren. Meine Schwester die hier in der nähe wohnt, hat keine Lust an ihren freien Tag zu unserer Mutter zu fahren. Sie würde mit mir mitfahren. ich habe ihr gesagt das das keine Entlastung für mich ist, es würde mir schon helfen wenn sie mir mal einen Tag in der Woche den Rücken freihält. Es interessiert sie nicht, das ich durch diesen Streß wieder krank werden kann. Sie sagt," Du mußt doch nicht jeden Tag hinfahren". Ich wäre zu mitleidig, sie hat nicht viel für uns getan, warum ich mir das überhaupt antue. Was sind Euere Meinungen dazu, bin ich an verblöden und zu mitleidig. Was soll ich tun, ich kann sie doch nicht einfach alleine lassen.

Börnaut: 28.04.2013 - 16:04 Uhr

ich brannte aus

ich habe dies hier gelesen und meine situationist auch 4 jahre her,aber krank wurde ich erst später,der zusammenbruch kam ab 2010 und auch heute bin ich weiter burn-out-krank. ich habe als einzelkind ohne familie meine mutter seit dem tod meines vaters unterstützt,sie konnte und wollte nicht alleine bleiben,parkinson,dann demenz. es wurde sooo schwierig,dass ich einfach nicht mehr konnte, sie ja kein verständnis für meine lage hatte ,vorher nichts besprochen, da sie es nicht wollte und amchte...dann am ende nur das heim...ich nahm mir dann zeit für ihr letztes halbes jahr,kümmerte mich um sie,da sie im heim verunglückte....ging aus dem beruf raus,fand nachher keinen anschluss mehr, wurde sd-krank und bekam 2012 ein schweres burn-out.

Juliane: 01.01.2013 - 16:01 Uhr

Auszucken, weil ich es gut meinte

Ich habe trotz 24-stunden-pflegerin vieles erledigt von 2009-06-2011, da ist mein Vater verstorben, jetzt mach ich alles wieder alleine, hab meinen job gekündigt u. bin zurück zu ihr u. bin auf Arbeitssuche. Meine Mutter hat Diabethes, kein Mann ist ihr recht. Zu Weihnachten habe ich ihr ein Duschgel u. für Gesundheit was geschenkt. Ist ein Pulver das man auflöst, am 1.1 hab ich es hergerichtet, sie hat es wie ein kleines Kind nicht trinken wollen, daraufhin wurde es ausgeschüttet, ich habe ihr eine Ohrfeige gegeben, in der nacht steht sie fast jede stunde auf zur Toilette. Das Mittel hat die Nierenwerte verbessert, sonst würde ich es ihr auch nicht geben. Ich kann bald nicht mehr, keine Nacht durchschlafen. Was soll ich tun. Ich bin 36, meine Mutter ist 68. Ich wollte das mit ohrfeige nicht, aber ich bin wütend geworden, weil ich es gut meine.

Ulrike Strohbehn: 30.08.2012 - 22:08 Uhr

Ich habe mich verloren

Am Abend befällt mich täglich innere Unruhe aus Angst vor der Nacht . Ich habe jetzt schon ein schlechtes Gewissen dies hier zu schreiben ,aber ich möchte auch Meinungen anderer Menschen hören (lesen). Mein Name ist Ulrike und ich werde jetzt 55Jahre alt . Eine Tochter 27♥ durfte ich erleben und lieben . Sie geht den ganz normalen Weg einer Beziehung ,schön !!! Ich hingegen lebe schon immer mit meinen Eltern zusammen ,meine Tochter bis vor 3Jahren natürlich auch . Ferner habe ich Bruder (45)und Schwester(50) die zwar in der Nähe wohnen jedoch mich jäh im Stich lassen . Also die beiden sind 82und 79Jahre alt ,mein Vater leidet an Demenz und meine Mutter an allem ,will sagen das die Krankheiten mein Leben bestimmen . Rund um die Uhr bin ich im Einsatz ,Wohnung putzen ,kochen,Arztbesuche (und das im Moment fast Täglich ) und und und . Aber das schlimmste ist das meine Eltern immer schwieriger werden . Meinen Mutter pampt mich nur noch an geht sofort hoch und wenn sie merkt das ich nicht mehr kann ,leide unter Depressionen sowie einer Angststörung die mich nicht meht zur Ruhe kommen läßt , sagt sie so Sätze wie : Es ist nicht schön Alt zu werden oder das sie depressiv ist fängt an zu weinen und bekommt dann noch Herzbeschwerden ! Ergo halte ich den Mund ! Mein Vater hingegen würde untergehen wenn ich nicht da wäre ,durch die Vergesslichkeit ist es täglich eine Herausforderung es ihn nicht spüren zu lassen, und immer wieder alles wiederholen ,meine Mutter hingegen ballert gleich los das sie es schon mehrfach gesagt hat ,dann wird er traurig . Ich will sagen es ist für mich kaum zu ertragen ,meine sozialen Kontakte sind NULL ,meine Lebensfreude und meine Zukunft gibt es nicht ! Am schlimmsten ist die Tatsache das man nicht weglaufen kann und ich alleine bin . Das ist nicht mein Leben das ich lebe !!! Aber es sind meine Eltern, und jetzt da es immer schlimmer wird kann ich nicht gehen !! Liebe kann auch krank machen !

Borkowsky gabriele: 28.06.2012 - 13:06 Uhr

Verein Pflegevermittlung Gastfamilien

Sehr gut verstehe ich es, wenn man die eigenen Eltern nicht pflegen kann. Es ist zu nah und zu intim. Der gegenseitige respekt soll erhalten werden. Wichtig ist die Wertschätzung gegenüber den Eltern und dass Sie als Betroffene mit Ihren Eltern den Dialog suchen. "Was habt Ihr Euch vorgestellt, was braucht Ihr um auch im Gebrechen - Euch wohl zu fühlen?" bei Demenz kann ich mich fragen, wie will ich in so einer Situation gepflegt werden? Vor allem Deutsche buchen bei uns ein. Wir haben freie Plätze auf Teneriffa (auch mit Demenz bis Pflegestufe 4/ Frankreich bis Pflegestufe 2/ 2 freie Plätze und in Zürich haben wir ebenso freie Plätze. www.pflegebermittlung.webnode.com. Wir liegen +/3 unter Schweizer Heimpreise und sprechen Personen an, die sich für Ihre Eltern einen Platz in einer warmherzigen Familie (Schweizer Standard) leisten können. Auch in Deutschland gibt es tolle Angebote, fragen Sie auf Ihrer Gemeinde nach. schämen, muss man sich auf keinen Fall, wenn man seine Eltern nicht pflegen will. Wichtig ist, dass man schon früh von seiner betreuung im Alter spricht, was man will und es ggf. schriftlich festhält. Nur Mut allen zusammen.

Maric: 17.06.2012 - 19:06 Uhr

Traut Euch!

Warum traut sich kaum einer zu sagen: Mutter oder Vater ich kann und werde euch nicht pflegen. Ich habe es meiner Mutter gesagt! Ich meine damit nicht die Hilfe im Alltag, nein ich meine die Pflege von der meine VorschreiberINNEN(wie könnte es auch anders sein) geschrieben haben. Ich habe aber auch zu meinen 4 Kindern gesagt: ihr werdet mich nicht pflegen! Ich erwarte von euch wohl, dass ihr mir den berühmten Sack Kartoffel oder den Kasten Wasser holt, aber auf keinen Fall PFLEGE. Warum? Ich habe sie gesehen, die Töchter die Schwiegertöchter, ja manchmal sogar die Söhne oder Schwiegersöhne. Die Erschöpften und am Ende Ihrer Kraft! Körperlich und seelich am Ende, das schlechte Gewissen wie eine Fahne vor sich hertragend- wenn sie dann nach Monaten oder Jahren der Pflege sich doch dazu entschließen Mutter oder Vater ins Heim zu bringen. So eine Pflege kann sich unter Umständen verdammt lange hinziehen, da gebenFrauen ihren Beruf und Altersvorsorge auf. Ich weiß wovon ich schreibe, ich bin 62 Jahre alt und habe fast 20 Jahre in der Altenpflege gearbeitet. Traut Euch! Ande

thomas: 21.04.2012 - 22:04 Uhr

kappe ab

tja, erst mal kappe ab vor jedem der pflegt.....(.....) ich weiß es ist oft schwer....aber das leben ist auch kein ponnyhof... was haben diese menschen, eltern schon alles für uns getan ??? wir werden auf den boden geholt....und aus nunserem wohlstand und eingefahrenen gewohnheiten..........jetzt heißt es seinen mann (frau) stehen, und das (selbstlos) zurückgeben, was man selber von der person bekommen hat, es fällt mir ja selbst so schwer...aber ich arbeite dran !!!! Hoffe auf antwort..

Marion: 02.03.2012 - 20:03 Uhr

Liebe Christine

momentan dachte ich, jemand hat "meine Geschichte" in's Internet gestellt, da sie meinem Leben so gleicht. Nun habe ich aber für mich Grenzen gesetzt. Ich habe beschlossen, meine Eltern in betreutes Wohnen zu geben - und ich freue mich FÜR SIE! Nicht Egoismus, sondern Wertschätzung veranlassen mich dazu. Nur so können sie ihre Würde wahren. Sie sind auf meine Launen nicht mehr angewiesen und müssen sich die unaufgearbeiteten "Kindheitstraumas" von ihren Töchtern nicht mehr gefallen lassen. Beide werden eine barrierefreie Wohnung mit Heizung (unsere Eltern leben in einem alten Haus mit Ölofen, langen Wegen und vielen Schwellen) und pflegerische Zuwendung genießen dürfen. Die Töchter kommen entspannt zum Plaudern, Kaffeetrinken, Unterhalten... und nicht mehr zum Putzen, Wäsche waschen, Essen zubereiten, Baden, Bügeln...) Auch finanziell ist es leistbar. Wenn ich bedenke, wie viel Geld wir monatlich brauchen für Kanalreinigung (demenzkranker Vater hat zum wiederholten Male seine Inkontinenz-Windeln in die Toilette geworfen), oder die Heizungsfirma, weil Vater wieder Wasser statt Öl aufgefüllt hat... Außerdem wird es für beide gefährlich. Meine Mutter hat wegen Stürze schon ihren 3.Krankenhausaufenthalt innerhalb 2 Monaten.hinter sich. Und erst das Hantieren mit Öl und Feuer bei einer Demenzerkrankung... Leider haben sie keine Einsicht und wollen in ihrem Haus bleiben. Nun müssen wir Kinder für unsere Eltern Beste Entscheidungen treffen - so wie unsere Eltern damals für uns. Wir hatten auch für viele Entscheidungen keine Einsicht. Aber es geschah alles aus Liebe - damals wie heute.

Christine: 09.02.2011 - 14:02 Uhr

Ich pflege meine Mutter, aber sie geht mir auf die Nerven.

Ich bin die Tochter und wohne 50 km entfernt, fahre jeden zweiten Tag zumeinen Eltern. Meine Mutter ist fast ständig bettlägerig und hat die Pflegestufe 2. Darüber hinaus hat mein Vater eine schwere Erkrankung im Endstadium und ist ihr noch behilflich. Beide Elternteile hoffen ständig auf Besserung, wehren profesionelle Hilfe ab. Ich als Rentnerin, bin fast am Ende meiner körperlichen und phschischen Kräfte. Mit meiner Mutter kann ich nicht immer vernüftig reden(Hirnatrophie) . Alle Hilfeleistungen lehnt sie ab, weil es ihr sehr schlecht geht. Sie kann nicht alleine laufen, fällt oft hin. Wenn ich bei meinen Eltern bin , ist keine Aussprache über die Situation möglich, es wird abgeblockt mit " es muß wieder werden". Meinen Eltern habe ich vor zwei Jahren angeboten, in den Wohnort der Kinder zu ziehen(Betreutes Wohnen z.B.) Meine Mutter möchte nicht ins Pflegeheim. Und wenn ich sage, es ist für mich sehr anstrengend, wenn ich jeden zweiten Tag komme sagt sie, ich hab doch nicht viel zu Hause zu tun, soll alles langsam machen ect. Sie ist beleidigend und kann meine Hilfe nicht anerkennen, was mir sehr weh tut. Wenn meine Mutter einigermaßen besser drauf ist, dann merke ich , dass es ihr sehr leid tut, mich so in Anspruch zu nehmen. Wenn ich Hausarbeiten erledigte oder Essen koche, dann ist es nicht so wie sie es erwarten. Also nichst macht man richtig und ist nur frech. Mit Liebenswürdigkeit kann ich auch nichts erreichen. Ich habe zwei Haushalte, unvernünftige Eltern, weil sie keine weitere Hilfe haben wollen, muß ich allein alles bewältigen. Es dürfen auch keine Nachbarn wissen, dass es meinen Eltern sehr schlecht geht. Ich kann mit niemanden darüber reden, nicht mal mit meinem Bruder. Er arbeitet noch und fährt ca. alle 3-4-Wochen zum Einkaufen hin. er ist sehr labiel und kann auch keine körperliche Pflege leisten. Da ich medizinische Befunde besser verstehe, weiß ich auch, wie schlecht es den Eltern geht und dass es auch keine Besserung gibt. Und an meinem freien Tag bin ich auch in Gedanken bei meinen kranken Eltern, mache Einkäufe wasche und bügele die Wäsche. Ich mache dies schon zwei Jahre . Ich habe aufgrund der schweren Taschen immer mehr Gelenkprobleme, kann schlecht schlafen und kann auch nicht mehr abschalten. Ich lasse es meiner Familie aber nicht anmerken. Was passiert, wenn ich mal ausfalle und meine Eltern lehnen jegliche Hilfe ab, auch Kurzzeitpflege. Zu bemerken ist noch, dass mein Vater trotz Krebs im Endstadium mit generalisierter Skelettmetastasierung noch keine Pflegestufe hat und auch nicht bekommen würde, weil er noch allein zurecht kommt. Beide liegen fast den ganzen Tag im Bett. Ich kann vielleicht nur alles auf mich zukommen lassen. Kann man dazu einen Rat bekommen?

Gabriele Stamer: 16.06.2010 - 19:06 Uhr

Mutterpflege durch die Tochter ist kein Naturgesetz!

Liebe genervte Tochter, ich verstehe sehr gut, welche inneren Turbulenzen bei der täglichen Begegnung in mehr oder weniger anstrengenden Situationen entstehen! Für mich kam es überhaupt nicht in Frage, meine Mutter im Pflegefall zu versorgen- aber selbstverständlich hätte ich nach optimaler Betreuung durch andere gesucht. Meine Mutter hat mir am Ende ein großes Geschenk gemacht: Sie fiel einfach um und war weg. Dies geschah, bevor ich mich nach einer Versorgung hätte umsehen müssen. Nun zu Ihnen: Nein, Sie haben nicht das Recht, Ihre alte, zickige Mutter anzuschreien, wenn Ihnen die Nerven blank liegen, ja, Sie haben sehr wohl das Recht, sich zu schützen und die Überforderung zuzugeben und schließlich Nein zur weiteren häuslichen Pflege zu sagen! Mein Vater ist nach dem Tod meiner Mutter in ein Seniorenzentrum gekommen, wo ich ihn fast jeden Tag besuche und mich darum kümmere, dass alles so läuft, wie er es braucht. Das empfinde ich nicht als besonders opfervoll sondern es entspricht genau in dem Maße dem, was ich zu leisten im Stande bin ohne mich kaputt zu machen. So ist es übrigens auch sehr gut für unser beider Verhältnis, was eine sehr angenehme neue Tiefe bekommen hat. Herzliche Grüße

Maria: 28.05.2010 - 19:05 Uhr

Körperliche Arbeit abgeben

Liebe pflegende Tochter, Ich kann Sie gut verstehen, arbeit selbst im Krankenhaus in der Pflege. Meine Kolleginnen und ich haben den Vorteil, nach acht Stunden unseren Dienst zu beebnden und auch eine Liegezeit von ein bis zwei Wochen lässt belastungen nicht dauerhaft bleiben. Scheuen Sie sich nicht körperlich schwere Arbeiten bei der Pflege an professionell Helfer abzugeben, auch Kurzzeitpflegeeinrichtungen können ihnen Wochenweise Verschnaufpausen verschaffen. Umso mehr Zeit bleibt Ihnen für sich selbst und für entspannte Zeit mit Ihrer Mutter. Unter Zeitdruck und Stress wird es Ihnen nicht gelingen, sich mit Ihrer Mutter auszusprechen gegenseitiges Vertrauen und Verständnis aufzubauen. Ich wünsche Ihnen Gottes Segen und Seine Kraft für Ihre Arbeit. Maria

Gockeline: 28.05.2010 - 15:05 Uhr

Es geht nicht anders ,als die Aussprache zu suchen.

Wir kennen es alle,wie Frau Mama uns Kinder mit strengem Erziehungsstil drangsalierte. Als Kind versteht man es nicht ,was die Mutter will. Mütter legen diesen Stil auch nicht ab. Sind sie nun alt geworden,glauben sie bis zum Schluß noch erziehen zu müßen. Es fällt uns nicht nur auf wie alt und pflegebedürftig sie geworden sind,sondern das sie ihre Art nicht verloren haben. Wir alt gewordenen Kinder stehen an der gleichen Stufe. Haben unseren eigenen Stil und wollen uns nicht mehr ändern. Wir sind froh,endlich frei zu sein. Nun kommen wir wieder in die Kindheit zurück von Mutter und Kind. Erleben,was wir als Kind auch gefühlt haben. Trotz kommt auf und Wut. Alles spielt sich wieder so ab wie als Kind. Nur, Mutter versteht die Welt nicht mehr. Es ihr zu sagen um sich zu befreien? Bringt wenig,weil die Einsicht fehlt. Welche Entscheidung treffen? Wieder eine Distanz aufbauen`? Jemand von außen mit ins Boot holen? Zu denen ist sie sehr freundlich und verlangt weniger. Also,suche dir Freiräume und delegiere es an andere weiter. Nur so kommt Frieden in die Seele zurück. So kommt auch Frieden zur Mutter zurück. Sie freut sich dann,wenn du dir dann Zeit nimmst.

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Kommentar des Tages

Sind Reiche unmoralischer?
Ein Forscher der amerikanischen University of California hat Versuchsreihen mit Reichen und mit Armen durchgeführt. Er hat festgestellt, dass die Reichen rücksichtsloser sind, dass sie stärker auf die eigenen Interessen achten, und dass sie einen rüden Stil beim Autofahren haben. Das sagt noch nicht, dass Reiche schlechte Menschen sind. Aber es sagt etwas darüber aus, wer in marktwirtschaftlichen Systemen eher zu Reichtum und Wohlstand kommt als andere. [>]

Ein Kommentar von:
Ursula Weidenfeld
www.das-tut-man-nicht.de

Sophisticated Mums

23.09.2012

Buschkowsky überall: Multikulti ist gescheitert. Mit seiner alten These zieht der weithin bekannte Neuköllner Bürgermeister wieder einmal durchs Land und wirbelt alles auf. Stimmt nicht. In deutschen Schulen ist Multikulturalität längst normal und funktioniert. Nicht die ethnische Herkunft, sondern die soziale Schicht gibt den Ausschlag dafür, wenn ein Stadtviertel auf der Kippe steht.

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So funktioniert das-tut-man-nicht.de

10.10.2009

So etwas tut man nicht. Richtig vermisst wird dieser Satz erst, seitdem man ihn nirgends mehr hört: An Fragen mangelt es nicht. Anständig leben wollen viele - aber Leitplanken für ein anständiges Leben zu setzen, sie zu pflegen und stabil zu erhalten, das ist schwieriger geworden. Wer zweifelt, ob ein Vorhaben in Ordnung ist, oder nicht, bekommt immer vorsichtigere Antworten. Je größer das Problem, desto leiser die Replik.

Wenn Sie wissen wollen, ob Sie etwas tun können - oder ob Sie es lieber lassen sollten - können Sie Ihre Frage an uns schicken. Wir bemühen uns, die richtige Antwort-Person für Sie zu finden. Danach werden Sie vielleicht besser einschätzen können, wie Sie Ihre Frage beantworten können. Können, nicht müssen. Schreiben Sie uns info@das-tut-man-nicht.de [>]