Aus der Kirche austreten und Christ bleiben?

Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr - die Reichen und die Kirche

A. Jung/www.das-tut-man-nicht.de

Ich bin gut in meinem Job, und ich bin gläubiger Christ. Ich verdiene gutes Geld. Ich genieße mein Leben, ich spende auch viel. Aber ich habe es satt, dass Menschen wie ich in unserer Gemeinde in jeder zweiten Predigt wahlweise als Geldwechsler im Tempel, als Pharisäer, als unbarmherzige Herbergswirte, oder als unmoralische Kapitalisten charakterisiert werden. Das sind wir nicht. Meine Kinder sprechen mich schon darauf an, ob wir schlechte Menschen sind, weil wir reich sind, aber unser Pfarrer sieht das nicht ein, dass es so nicht weiter geht. Ich denke ernsthaft darüber nach, aus der Kirche auszutreten. Kann ich das machen – und ein guter Christ sein, wenn ich nicht mehr in der Kirche bin?

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Von Reinhard Marx

Dr. Reinhard Marx ist seit 2007 Erzbischof des Erzbistums München und Freising. Der Theologe ist in der katholischen Bischofskonferenz der Fachmann für gesellschaftliche und soziale Fragen. Von 2002 bis 2007 war Marx Bischof der Diözese Trier, davor Weihbischof im Bistum Paderborn. Studiert hat Marx in Paderborn, Paris, Münster und Bochum. 


Wer zu einer großen Gemeinschaft gehört, der wird es immer mal wieder damit zu tun haben, dass man nicht mit allen und allem im Detail übereinstimmt. Und dann kann schon die Frage aufkommen: möchte ich eigentlich noch dazu gehören? Will man die Antwort auf diese Frage nicht unbedingt von Tagesform, Stimmungslage oder anderen Zufälligkeiten abhängen machen, sondern sachlich angemessen entscheiden, gilt es zwei Aspekte zu klären: Wie versteht sich die Gemeinschaft, zu der ich gehöre? Was hat die Gemeinschaft, zu der ich gehöre, mit dem zu tun, was mir wichtig ist?
Übertragen auf das Thema Kirche heißt das: „Was ist bzw. was will die Kirche?“ und „Was hat die Kirche mit dem Willen und den Absichten Jesu zu tun?“ Es fällt auf, dass Jesus zwar oft einzelne Menschen konkret persönlich angesprochen und in seine Nachfolge gerufen hat. Diese Menschen treten aber damit auch gleichzeitig in die Gemeinschaft der Jünger Jesu ein. Das Vertrauen auf und der Glaube an Jesus verbindet die Menschen. Christlicher Glaube führt nicht zur elitären Vereinzelung, sondern führt zusammen in die Gemeinschaft. Weil sie darum wissen, dass keiner etwas Besseres ist, weil ihnen bewusst ist, dass sie alle denselben himmlischen Vater haben und daher auch in geschwisterlicher Verantwortung füreinander verbunden sind, bilden die Glaubenden eine große Gemeinschaft, die Kirche.
Die einzelnen und die Gemeinschaft als Ganze möchte der Welt zeigen, was es heißt, an Jesus zu glauben und daraus zu handeln. Sie möchte selbst auch das bewirken, was Jesus gewirkt hat: die Menschen zusammenzuführen, so dass sich keiner ausgeschlossen und vernachlässigt fühlen muss und die Menschen mit Gott vertraut zu machen, so dass sie in ihrem Leben etwas von dem Glück und dem Heil erfahren können, die das Leben besonders lebenswert machen.
Weder Armut noch Reichtum sind allein ausreichend, um das Leben lebenswert zu machen. Wer arm ist, ist nicht automatisch ein besserer Mensch. Wer reich ist, aber auch nicht. Erfolgreich zu arbeiten, Gewinn zu erzielen, ist nicht unmoralisch oder unbarmherzig. Es kommt aber darauf an, was im Mittelpunkt steht. Und das kann nicht der Götze „Kapital“ sein, sondern das muss der Mensch sein. Wer viel besitzt, steht eher in der Gefahr, sein Herz an den Reich-tum zu hängen, an Geld, Besitz und Status. Aber es gibt natürlich auch viele, die ihren Reichtum teilen und für andere einsetzen. Pauschale Urteile helfen da nicht weiter. Es steht niemandem zu, eine Grenze festzusetzen, ab der der Weg in den Himmel versperrt ist oder zu entscheiden, wer ein besserer oder schlechterer Mensch ist. Gott schaut auf das Herz, ihn kann man nicht betrügen.
So wie es Jesus in seiner Verkündigung und in seinem Handeln darum ging, die Welt hin zu mehr Gerechtigkeit, Frieden und Freude zu verändern, so will das auch die Kirche. Sinn und Orientierung aus dem Glauben werden im gemeinsamen Beten, in der Feier der Sakramente (wie Taufe, Eucharistie, Ehe, Buße) erfahrbar. Mit ihren Schulen, Kindergärten und zahlrei-chen anderen Bildungsangeboten, will die Kirche Menschen nicht nur (weiter-)qualifizieren, sondern auch die froh machende Botschaft Jesu weitergeben. Das große soziale Engagement der Kirche für Mittellose und Benachteiligte, Arme und Schwache in Betreuungseinrichtungen sowie Sozialstationen möchte etwas von der Liebe Jesu zu den Menschen zeigen. Es gibt viele Aspekte, die das gemeinschaftliche Leben der Kirche ausmachen.
Ich finde es schade, wenn Christinnen und Christen sich nicht mehr an diesem gemeinschaft-lichen Handeln der Kirche beteiligen, indem sie dieser Gemeinschaft nicht mehr angehören wollen und austreten, vor allem, wenn der Grund im Ärger über das Verhalten eines einzelnen Pfarrers liegt. Da würde ich - etwas abgewandelt – sagen: das sollte man eher nicht tun! Das tut man nicht

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Das tut man nicht:.......... 1 Stimme(n)

22 Kommentare

Karin: 24.05.2010 - 13:05 Uhr

Ein Pfingstgeschenk: das Priesterum aller Gläubigen!

Der Zeitgeist sagt ja eher, man habe seinen eigenen Glauben - oder besser seine eigene Spiritualität - , aber die Institution Kirche sehe man kritisch. Das Christentum erschöpft sich aber nicht in individueller Sinnsuche. Es war von Anfang an eine die Gesellschaft prägende und bewegende Kraft. Nicht immer in der Kirchengeschichte wehte der Sturmwind des Heiligen Geistes so belebend wie an Pfingsten. "Die Kirche" aber ist ja gar nicht die Hierarchie, sie ist das wandernde Gottesvolk, immer unterwegs und nirgends richtig zu Hause. Dennoch, die Ortsgemeinden in all ihrer Unzulänglichkeit und manchmal auch Spießigkeit sind verlässliche Anlaufstellen, geprägt von den sich zugehörig fühlenden Menschen. Sie würden unserer Gesellschaft fehlen, nicht nur wegen der schönen Kirchen und der feierlichen Hochzeiten oder Beerdigungen, der Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit, der Kirchenmusik, der Besuchsdienste im Krankenhaus ... Deshalb: "Kirchenaustritt?" - Tun Sie's lieber nicht! Probieren Sie es doch einmal mit Beteiligung. Zeitspenden machen manchmal glücklicher als Geldspenden! Beide werden allemal gebraucht und zählen zu den Tugenden, für die man als Spender durchaus Respekt erwarten darf.

Raphael: 13.05.2010 - 15:05 Uhr

Die Frage sollten sich andere stellen...

Bei dem schönen Zitat mit dem Nadelöhr, könnte es sich um einen Übersetzungsfehler handeln. Die aramäischen Worte gamta (dickes Seil) und gamla (Kamel) sind recht ähnlich. Ein dickes Seil wäre sinnvoller und würde reiche Personen noch eine Chance geben. Für mich stellen Sie zwei Fragen: 1. Was darf ein guter Christ machen oder was macht einen guten Christen aus? Da ich nicht weiß wie Sie an Ihr Vermögen gekommen sind, kann ich unmöglich eine Aussage treffen ob die Vergleiche ihres Pfarrers rechtens sind oder ob man so was nicht tut. Ob Spenden eine gute Tat sind, hängt für mich sehr von der Herkunft des gespendeten Geldes und dem Spendenzweck ab. Gesparte Steuern zu spenden macht keinen zum guten Menschen. Wenn Sie für sich die Herkunft ihres Einkommens als rechtens empfinden, sollten Sie ihren Kindern entsprechendes auch erklären können. Allgemein kann man sicher ein guter Christ sein, wenn man vermögend ist. Im Calvinismus kann selbst erarbeitet Wohlstand sogar ein Zeichen der Erwählung sein. Dort können 0-en auf dem Bankkonto als Heiligenscheine interpretiert werden (nichts verhurt, nichts versoffen, nichts verspielt ...). [Nur zur Vollständigkeit: Katholiken lehnen „alle“ Punkte des Calvinismus ab und viele Christen lehnen den Calvinismus wegen dessen Intoleranz ab.] Mit dem Arminianismus gibt es eine Gruppe, in der genau das Gegenteil des Calvinismuses vertreten wird. Da sich alle diese Gruppen als christlich begreifen, können allgemein (solange man die Religionsfreiheit des GG akzeptiert) keine Kriterien für einen guten Christ aufgestellt werden. Zur 2. Frage: Darf man eine Gemeinschaft verlassen, wenn diese einen ablehnt, man sich dieser aber zugehörig fühlt. Für mich wäre es unmöglich einer solchen Gemeinschaft anzugehören, da eine Gemeinschaft bidirektionale Bindekräfte aufweisen muss. Bestehen nur einseitige Bindekräfte, ist man automatisch nicht mehr Teil der Gemeinschaft. Unbeantwortet bleibt die Frage ob ihre lokale Glaubensgemeinschaft Sie ablehnt, also die Vermögensfrage für Sie alle anderen Themen dominiert. Ich halte es in Gemeinschaften für unmöglich permanent alle Interessen gleichwertig zu berücksichtigen. Der Pfarrer schein mir hier aber eine billige populistische Methode anzuwenden, mit der auch Politiker gern von eigenen Unzulänglichkeit ablenken. Durch die Identifikation eines möglichst unkonkreten gemeinsamen Feindes (Reiche, Spekulanten, Nationen, Glaubensgruppen ...) und das aufzeigen von Bedrohungen durch diese Gruppe, werden die internen Bindekräfte gestärkt. DAS TUT MAN NICHT.

guvo: 13.05.2010 - 11:05 Uhr

@ gut im Job, gläubiger Christ, gut Verdienender

Na, haben Sie feststellen können, dass der Dorfpfaffe Sie persönlich nicht wirklich angegriffen hat? Seine Meinung ist so viel Wert wie Ihre Meinung. Ihr Vermögen sollte Ihnen zu keinem Zeitpunkt vergönnt sein. Nur Reichtum ist es eben nicht, was einen Christen ausmacht. Wohltätigkeiten hin oder her. Einen Christen charaktesiert die unbedingte (...) Glaubensbereitschaft. Wie jeden anderen religiös eingestellten Menschen übrigens auch. Die totale (!) Unterwerfung. "Dein Wille geschehe." Ihr Vermögen garantiert Ihnen eine weitgehende Eigenständigkeit. Das dürfte Ihr eigentliches Problem sein. Das liest sich jedenfalls heraus. Sehr gut nachvollziehbar. Für mich war letztlich entscheidend, dass die Bibel mir nicht annähernd aufdeckt, was uns das umfassende MENSCHHEITSWISSEN mittlerweile über die Geschichte unserer Welt sowohl konkret als auch abstrakt offen gelegt hat. Vom Mikrokosmos bis zum Makrokosmos. Eine auf Ihre Frage zugescheschnittene Antwort ist für mich so gut wie unmöglich. Was lässt Sie überhaupt noch am Christentum festhalten? Würde mich daher darüber sehr freuen, wenn Sie auf Ihre eigentlichen Beweggründe nochmals eingehen und diese darlegen.

Ilse: 03.05.2010 - 18:05 Uhr

Der Papst liebt die Armen?

Sicher, darum empfängt er auch jede Menge in Privataudienz und nicht etwa Könige, Manager, Politiker in Einel-Audienz.

Götterspeise: 23.04.2010 - 14:04 Uhr

Gottes vergessene Kinder

Franko hat recht: Klarer als mit dem Kamel und dem Nadelöhr hätte Jesus es nicht sagen können. Er verurteilt die Reichen nicht (zumindest nicht zu Lebzeiten ;-), aber er sagt, dass sie es schon ganz schön schwer haben, ins Himmelreich zu kommen. Dass die christliche Kirche nicht konsequent das Streben nach Armut predigt, ist mir schon immer ein Rätsel gewesen. Jesus sagt aber auch solche Sachen wie: Wenn man ihm wirklich nachfolgen will, sollte man Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst hassen. Und falls gerade die Beerdigung eines Angehörigen oder sonst irgendein unwesentliches Ereignis läuft - völlig wurscht, die begraben sich schon selbst. Auch da sind die meisten Christen viel zu wenig konsequent, finde ich. Lieber Fragensteller, schließen Sie sich doch lieber einer Religion an, bei der der Reiche auch was gilt. Zum Beispiel Kapitalismus, wie wir alle.

Einer von vielen: 20.04.2010 - 09:04 Uhr

Glauben heißt nicht Kirche

Ich selbst bin kein gläubiger Christ. Auf dem Papier bin ich römisch-katholisch, aber meinem wahren glauben entsprechend bin ich Agnostiker. Ich denke, das glauben nicht gleich Kirche ist, und ein guter glaube auch außerhalb einer organisierten Gemeinschaft vollzogen werden kann. Denn glaube ist im endeffekt nur das, was ein jeder für sich selbst als richtig sieht.

Roland: 19.04.2010 - 10:04 Uhr

Wenig hilfreich

Schade, daß die gefeaturete Antwort von einem Bischof stammt, denn so ist die Verneinung des Kirchenaustritts im Vorhinein klar ...und für den Fragenden genausowenig hilfreich wie die Polemik in den sonstigen Kommentaren. Eine sachlichere Diskussion, die nicht nur von den Extrempolen aus geführt wird, wäre sicherlich ergiebiger gewesen.

emma: 18.04.2010 - 22:04 Uhr

Nadelöhr

Das Nadelöhr war - soweit ich weiss - ein schmales Tor in Jerusalem. Eher geht ein Kamel dadurch, als dass ein Reicher in den Himmel kommt. Aber unwahrscheinlich ist es nicht, das es durchgeht das Kamel. Also ist es auch nicht unwahrscheinlich, dass ein Reicher in den Himmel kommt... Stellt sich noch die Frage, wann ist jemand reich... und wie geht er mit seinem Geld um...Am besten selber in der Bibel nach lesen...und beten... Ebensowenig sollte der Pfarrer andere verurteilen, weil das Herz eines Menschen nur Gott beurteilen kann. Man sollte nicht mit den Finger auf andere zeigen und richten, das sagt Jesus auch. Nicht mit Steinen auf andere werfen, sondern lieben.

Moralapostel: 18.04.2010 - 16:04 Uhr

Warum nicht?

Selbstverständlich kannst Du aus der Kirche austreten. Glauben hat nichts mit Kirche zu tun. Gerade in denKirchen wird so viel geheuchelt, das kann ein guter Christ normalerweise mit seinem Glauben nicht vereinbaren.

Gockeline: 01.04.2010 - 14:04 Uhr

Nicht nur die Kirche hat eine Krise,sondern alle Gläubigen auch!

So wie der Artilel geschrieben wurde,wird es heute sehr vielen Gläubigen gehen. Wir Menschen haben uns verändert,die Kirche aber nicht. Wir haben alle die Klänge der Angst in unseren Ohren , wie man uns zur Ordnung zwang im christlichen Sinne. Mit der Angst hat man die Gläubigen zusammen gehalten. Mit Angst hat man den Glauben gelehrt. Angst,überall Angst in allem was Kirche betraf. Man machte sogar Angst vor Gott. Wer vor seinem Vater Angst hatte ,war nie zur Liebe fähig. Wie soll man seinen Vater(GOTT) lieben,wenn man Angst vor ihm hat? Sinnlose Gesetze der Kirche waren wichtiger als die Liebe. Die Liebe beinhaltet ,Geduld,kein Fanatismus. Man kann heute diese Predigten nicht mehr hören. Man möchte während der Predigt aufstehen und sagen , so nicht mehr. Aber man bleibt sitzen und geht mürrisch nach Hause. Man glaubt keinem Geistlichen mehr. Zu viele Lügen in der ganzen Kirche. Das soll dein geistiges zu Hause sein? Der Leib Christi? Der ist aber sehr krank und verlogen geworden. Jeder Kranke muß sich bereinigen,zur OP oder zur Kur. Die Kirche merkt nicht wie krank sie geworden ist. Es ist so ,als hätte jemand Krebs und will es nicht wissen.

pokrou peter: 05.03.2010 - 05:03 Uhr

rk,Kirche

Fragen über Fragen an die r.k.Kirche: 1.was wäre,wenn Ron Hubbard(Scientologie)vor ca.2000 J. geboren wäre?Wären sie ihm gefolgt?verm.JA 2.Ist M.Luther in der Hölle?War ja nicht katholisch. 3.Wer lebt in der Hölle?Darwin?Kopernikus?Gallilei? Oder auch kinderliebe Priester? 4.Warum wird das Pfarregehalt nicht an die Armen verteilt? Man könnte auch Daihatsu statt E-Klasse fahren. 5.Wieviele Tote hätten sich durch Glaubenskriege, Inquisation,etc vermeiden lassen? 6.Wer ist der richtige Gott?Jesus?Allah?Jawe?Osiris?Thor?etc. 7.Würde Bill Gates(od.e.anderer Miliardär) durch eine großzügige Spende auch heiliggesprochen? 8.Warum verhindert der da oben,nicht Naturkatastrophen? 9.Warum wird der Papst(norm.Sterblicher)gewählt? Müßte man nicht auf ein Zeichen von oben warten? 10.Warum waren es nur Jünger und keine Frauen, Begleitpersonen Jesus?Waren die weniger Wert als Männer? Es wäre sinnvoller gewesen,vor den 10 geboten,die Fragen zu beantworten.

Knuenz: 04.03.2010 - 13:03 Uhr

haha

Der Bischof hier, der hier schreibt, verdient Brutto ca. 9000 Euro, und das alles wird vom Steuerzahler bezahlt (nicht von der Kirchensteuer, sondern vom Staat!!)... Und dann wird auf die Reichen geschimpft... http://oeffentlicher-dienst.info/kirche/rk/

Ralph Boes: 03.03.2010 - 18:03 Uhr

Natürlich darf man NICHT austreten

Natürlich darf man NICHT austreten aus der katholischen Kirche! In ihrem Selbstverständniss ist die katholische Kirche der mystische Leib Christi - und nur INNERHALB dieser Kirche, durch Vollzug und Mitvollzug IHRER heiligen Sakramente (Taufe,Beichte, Abendmal ...), ist man am Heilsgeschehen beteiligt! Christus kann die Menschheit nur INNERHALB der heiligen katholischen Kirche und durch SEINE Funktionsträger, die geweihten Priester usf. erlösen. Was ausserhalb der Kirche geglaubt und gehandelt wird, ist demgegenüber völlig wirkungslos, selbst wenn beste Absicht zu Grunde liegt. So denkt der Katholizismus seit 2000 Jahren und so wird er immer denken. Dass der Erzbischof nicht Manns genug ist, das deutlich zu sagen, ist nur sein Tribut an unsere (glücklicherweise) gottlose Zeit. Als Katholik sollte man das aber trotzdem wissen. Man lese nur den Kathechismus nach. Übrigens: Wenn Reiche sich beklagen, dass sie beschimpft werden: Sie brauchen nur mehr spenden, dann werden sie heilig gesprochen werden!!! Auch das hat der Erzbischof sich leider nicht laut zu sagen gewagt. Ralph Boes, Berlin

gitta_rost kommentiert bei Tagesspiegel.de: 03.03.2010 - 15:03 Uhr

Das tut man

Ja, doch, das tut man. Wenn es ein Pfarrer nicht schafft, alle Gemeindemitglieder gleichermaßen respektvoll zu behandeln, darf man diese Gemeinschaft verlassen. In der heutigen Zeit, in der nur noch sehr wenige Menschen die Gottesdienste regelmäßig besuchen, sollte es als grob fahrlässig gelten, wenn ein Pfarrer mutwillig und respektlos einzelne Gemeindemitglieder ausgrenz und beleidigt. Das, was Herr Marx dazu schreibt, sind allenfalle Gemeinplätze. Der Fragesteller hätte erwarten dürfen, deutliche Worte dazu zu lesen, dass der Pfarrer entschieden seine Kompetenzen überschreitet. Stattdessen wird vom Fragesteller im Grunde Toleranz gegenüber einem berufsmäßig Intoleranten verlangt. Doch, das tut man! Man geht aus einer Gemeinschaft, in der man von deren Sprecher beleidigt wird, und erst recht geht man dann, wenn man befürchten muss, dass die eigenen Kinder Schaden erleiden durch Ausgrenzung und dümmlichen Populismus, also dann, wenn deutlich wird, dass die Kinder sich unwohl fühlen und vielleicht Ängste bekommen.

perlmansschweigen kommentiert bei Tagesspiegel.de: 03.03.2010 - 15:03 Uhr

Der gute Christ

fragen sie am besten einen guten Christen, der ausgetreten ist. Es gibt Kirchen, die gucken nicht drauf und bezahlen kann man auch anders.

mino43 kommentiert bei Tagesspiegel.de: 03.03.2010 - 15:03 Uhr

...als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.

Aha, also das erste, bekannte "Kommunistische Manifest" ;-)

Franko kommentiert bei Tagesspiegel.de: 03.03.2010 - 15:03 Uhr

Kommen Reiche in den Himmel?

Jesus sagte: "Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt." Ich bin zwar kein Christ, aber diese Aussage ist sogar für mich ziemlich deutlich!

svenskan kommentiert bei Tagesspiegel.de: 03.03.2010 - 15:03 Uhr

Glauben

ist eine ganz persönliche Sache. Um zu Glauben braucht man keine Kirche. Zumal diese so oft gefehlt hat. Ich bin auch ausgetreten, fåhle mich aber trotzdem als Christ. auf diesen Kommentar antworten

Gockeline: 03.03.2010 - 15:03 Uhr

Wer die Bibel ganz liest,kommt immer zu der Frage:bin ich hier richtig?

Ich kann den Mann sehr gut verstehen. Als ich die Bibel selber ganz durchgelesen habe kam ich oft zu dem Punkt,du kannst machen was du willst,du wirst nie ein solcher Mensch sein der hier gefordert wird. Als ich genauer umschaute,merkte ich , die anderen sind nicht besser dran. Aber die Kirchenleute erst recht nicht. Es fehlt zu oft die Glaubwürdigkeit,bei allen. Sie reden das eine und tun das andere. Tun so hochwissenschaftlich wie ein Studierter. Liebe was das Grundthema ist fehlt überall bei allen Kirchen. Sie hetzt eine Gruppe gegen die andere auf. Liebe sieht alles aus anderem Blickwinkel. Liebe läßt gehen und ist geduldig bis der Mensch begriffen hat. Freut sich wenn er zurückkommt und sich verändert hat. Die Kirche tut so als wären alle Armen gute Menschen und Reiche wären von Grundauf schlechte Menschen. Das Geld nimmt sie gerne an von den Schlechten. Wenn ich in die Kirche gehe und die Predigten höre verdreht es mir oft den Magen. Es kommt in allen Kirchen das zum Tragen was der Charkter des Predigers ist. Es können 10 Prediger über das gleiche predigen und es kommt verschiedenes heraus. Je nach Entwicklungsstufe des Predigers. Wie im Islam auch. ich verurteile nicht die Kirchen. Sie bestehen aus Menschen der Zeitgeschichte mit allen Fehlern. Wer studiert hat glaubt alles bessser zu wissen. Meist ´hinkt er hinterher der Zeitgeschichte. Ich bleibe in meiner Kirche trotz den Unterschieden und Meinungsverschiedenheiten.

Malte: 03.03.2010 - 13:03 Uhr

Warnung an die Reichen, Jakobus 5,1-6

1. Und nun zu euch Reichen: Weint und klagt wegen all des Unheils, das über euch hereinbrechen wird! 2. Der Tag kommt, an dem euer Reichtum verrottet sein wird; Motten werden eure Kleider zerfressen haben, 3. und euer Gold und Silber wird von Rost überzogen sein. Und dieser Rost wird als Beweis gegen euch dienen und wird euch zugrunde richten, als wäre er ein Feuer, das euer Fleisch verzehrt. Denn ihr habt Reichtümer angehäuft, und das, obwohl wir am Ende der Zeit leben! 5. Ihr habt hier auf der Erde ein Leben im Luxus geführt und habt euch dem Vergnügen hingegeben; ihr habt euch alles gegönnt, was euer Herz begehrt, und habt euch damit höchstpersönlich für den bevorstehenden Schlachttag gemästet, den Tag des Gerichts.

guvo: 03.03.2010 - 09:03 Uhr

Alibi

Ich habe für Ihre Sichtweise kein gutes Wort übrig. Mit wem meinen Sie ernsthaft in einem Konflikt zu stehen? Es ist bloß Ihre Meinung und die Meinung des Pfarrers, die einander gegenüberstehen. Meinung bleibt aber Meinung und beide öffentlich zu vertreten, so polemisch sie auch sein mögen (sie kommen beide mir jedenfalls so vor), ist beiläufig gesagt, verfassungsrechtlich garantiert. Klingelt da nichts? Aber von Demut keine Spur. Der eigentliche Konflikt dürfte eher der sein, dass es Sie verletzt, Ihr Gesicht vor Ihrer eigenen Tochter womöglich zu verlieren (Erst der Pfarrer und jetzt auch noch Du?). Ist die Mutmaßung wirklich so unwahrscheinlich, wenn Sie so gut wie jeden Ihrer Gedanken mehr oder weniger direkt einzig nur nach sich ausrichten ("Ich, ich, ich...")? Im Übrigen dürfte auch hier Ihre Meinung zumindest in Teilen mit der Wirklichkeit nicht ganz übereinstimmen. Gekränkte Eitelkeit, dass das, wie Sie sich sehen von anderen anders gesehen wird, dürfte deshalb die Schwachstelle in Ihrer Ausführung sein und das Motiv für Ihre vermeintliche Notlage. Der Pfarrer hat Sie persönlich überhaupt nicht als Beispiel für seine gut möglich wirren Gedanken ausgedeutet. Offenkundig kommt die Meinung des Pfarrers Ihnen als Alibi bloß ganz recht daher. Verständlich. Aber nicht nachvollziehbar. Das-tut-man-nicht.

Skynoheaven: 03.03.2010 - 08:03 Uhr

Aber klar!

...würde Jesus Christus von Nazareth sagen. Eine Glaubensgemeinschaft, welche als einzige in der Welt die Schärflein der Schäfchen über einen säkularen Staat eintreiben läßt, fußend auf einem fürchterlichem Stillhalteabkommen aus der Nazizeit, welche nur einen Bruchteil dieses Betrages für die Nächstenliebe verwendet, kann nur verlassen werden. Eine Glaubensgemeinschaft, welche eben diese Liebe als oberste Religionsdoktrin sich auf die Fahne schreibt und eine Folsterszene als Symbol vor sich her trägt, würde der heutige Jesus Christus, so er denn gelebt hat, in jedem Falle verlassen. Im Namen Gottes! Jeder Christ muss konsequenterweise aus der Kirche austreten.

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