Lehrer und Eltern

Geschenke für die Klassenlehrerin - macht man das?

Pixelio/ Dieter Schütz


Unsere Kinder gehen auf eine ziemlich kleine Schule, die vor ein paar Jahren neu gegründet wurde. Wahrscheinlich ist deshalb auch das Verhältnis der Eltern zu den Lehrern einigermaßen entspannt und nett. Ich frage mich allerdings, ob es nicht manchmal zu beflissen ist. Unsere Kinder bringen den Lehrern und Lehrerinnen Geschenke zum Geburtstag mit! Neulich bekam ich die Mail eines Elternvertreters der Klasse meiner Tochter, in der er auch noch uns aufforderte, uns Gedanken um ein Geburtstagsgeschenk für die Direktorin der Schule zu machen. Ein ganz normaler Geburtstag! Einerseits würde ich jetzt natürlich gern auf den Putz hauen und sagen, dass es nicht richtig ist, wenn die Schüler und Eltern Geburtstagsgeschenke für Lehrer machen. Andererseits fürchte ich, dass meine Kinder Nachteile haben, wenn ich die erste bin, die ausspricht, dass das so nicht geht.

Als Eltern Lehrern Geschenke machen  - Tut man das?

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Von Gerlinde Unverzagt

Gerlinde Unverzagt ist auch Lotte Kühn. Als Lotte Kühn schrieb und schreibt sie Bücher über Kinder, Lehrer und Schulen. Zuerst erschien das Lehrerhasserbuch, im Januar 2012 das Buch "Mutti packt aus". Als Gerlinde Unverzagt ist sie eine humorvolle Ratgeberin für alle Fragen rund um Familie, Schule und Kinder. Sie wurde am 17.Mai 1960 in Marburg an der Lahn geboren. Sie wuchs ein paar Meilen flußaufwärts auf, in Biedenkopf an der Lahn. Lebt seit 1980 in Berlin, arbeitete neben und nach dem Studium als freiberufliche Journalistin für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften, schrieb 1996 das erste Buch, verschrieb sich in den nächsten drei Jahren einem Kopf-an-Kopf-Rennen von Kindern und Büchern, das 1999 mit vier Büchern und vier Kindern ein ausgeglichenes Verhältnis erreichte und strebt seither unverzagt an, den soliden Vorsprung auf der Bücherseite auszubauen.

Geschenke sind eine feine Sache, vor allem wenn sie aus dem schönsten der lauteren Gründe überreicht werden – ohne Hintergedanken, ohne Zwang und allein dem Wunsch entsprungen, den Empfänger zu erfreuen. Bestenfalls läuft es auf Gegenseitigkeit heraus. Doch wo hat man je von Lehrern gehört, die über Geburtstagsgeschenke für Eltern nachdenken? Zwischen Freunden, Liebenden und in der Familie klappt das Schenken meistens ganz gut, weil die Augenhöhe gewahrt bleibt. Geschenke an die Götter haben einen anderen Sinn., wie jeder alte Grieche bestätigen wird, der den ersten Schluck Wein auf die Erde gießt oder einen Ochsen schlachtet, bevor er in See sticht: Diese Gaben sollen die mächtigere von zwei Seiten günstig stimmen. Und in der Schule, sogar in einer kleinen, netten, neu gegründeten, sind die Lehrer mächtiger als Eltern und Kinder sowieso. Deshalb beschenkt man sie – und die Angst, bei geschenklicher Zurückhaltung den Kindern Nachteile zu bescheren, spricht ja auch aus Ihren Worten. Geschenke vernebeln dieses Machtgefälle, zementieren es gleichzeitig und weben den gefühligen Teppich, unter den dann im Konfliktfall viel Mist gekehrt werden kann, meistens zum Schaden der Kinder. Warum soll man jemanden beschenken, der einfach seine Arbeit macht? Eine geschenkfreie Zone profesioneller, kompetenter Freundlichkeit lässt allen mehr Luft zum Atmen.  Außerdem hat das Ganze die Tendenz sich enorm auszuweiten: wenn man nicht nur die verdiente Klassenlehrerin, sondern auch die Direktorin bedenken muss, warum dann nicht den Hausmeister, die Putzkolonne oder auch den Schulrat mit einem Präsentkorb erfreuen? Anlässe finden sich doch immer: Geburtstag, Dienstjubiläum, Hochzeitstag, die gelungene Klassenfahrt oder der schöne Notendurchschnitt der letzten Klassenarbeit ... Ich rate Ihnen, vorsichtig das Terrain zu erkunden. Wenn Sie sechs, sieben andere Eltern zusammen haben, die sich trauen, ihre Vorbehalte auch zu äußern, wenn ein Lehrer auf dem Elternabend vor ihnen sitzt, sind ihre Chancen gut, die Sache aus der Welt zu schaffen, ohne dass sie fürchten müssen, ihre Kinder würden abgestraft, weil Sie frech wie ein antiker Held den Zorn der Götter herausgefordert hätten. Das tut man nicht

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Der Präsident

Der Bundespräsident hat vermutlich Recht, wenn er annimmt, dass über seinen Skandal schon in wenigen Wochen Gras gewachsen sein wird. Er wird das Land dann voraussichtlich weiter repräsentieren, und irgendwann werden wieder alle nicken, wenn er Richtiges und Wíchtiges zum Ehrenamt, zum Zusammenhalt in der Gesellschaft, oder zum Islam zu sagen hat. Alles wird wieder so sein wie vorher? Alles?

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Ein Kommentar von:
Ursula Weidenfeld
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Sophisticated Mums

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Schulverwaltungen machen mobil. Mit Medientrainings wollen sie jetzt dem  scheußlichen Phänomen des Cyber-Mobbings beikommen. Die sophisticated mums sind skeptisch: helfen wird das wenig, wenn man über Jahre versäumt hat, Kindern und Jugendlichen beizubringen, zu seiner Meinung öffentlich zu stehen.  [>]

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So etwas tut man nicht. Richtig vermisst wird dieser Satz erst, seitdem man ihn nirgends mehr hört: An Fragen mangelt es nicht. Anständig leben wollen viele - aber Leitplanken für ein anständiges Leben zu setzen, sie zu pflegen und stabil zu erhalten, das ist schwieriger geworden. Wer zweifelt, ob ein Vorhaben in Ordnung ist, oder nicht, bekommt immer vorsichtigere Antworten. Je größer das Problem, desto leiser die Replik.

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