Tobende Kinder im Garten

Zaun gegen die Nachbarschaft ziehen

www.das-tut-man-nicht.de

Wir, ein älteres Ehepaar, haben ein kleines Reihenhaus gekauft. Die ursprüngliche Eigentümergemeinschaft hatte wohl informell verabredet, dass alle ihre Anteile an den Gärten offen gestalten, damit die Kinder ungestört spielen können. Wir wollen aber wenigstens ab und zu unsere Ruhe haben, außerdem sind wir begeisterte Gärtner und wollen verhindern, dass tobende Kinder unsere Stauden zertrampeln. Wir planen, einen Zaun um das eigene Grundstück zu ziehen und eine Hecke zu pflanzen. Tut man das – auch wenn alle anderen dagegen sind?

guenther_klein.JPG

Von Claudia Günther

Claudia Günther ist Diplom-Gartenbauingenieurin und Bildungsreferentin bei der Naturschutzjugend Brandenburg. Mit den Jugendlichen restauriert sie gerade die „Naturwerkstatt Gerswalde in Brandenburg“, die zu einer Öko-Bildungsstelle ausgebaut werden soll. Dafür hat Günther im Februar 2010 den nationalen Umweltpreises „Trophée de femmes 2010“ der Umweltstiftung „Fondation Yves Rocher“ gewonnen.

Das tut man nicht. Sie wussten doch sicher bevor Sie dort hinzogen von dem Arrangement in der Nachbarschaft. Warum haben Sie sich nicht für ein anderes Grundstück entschieden, wenn Sie nicht bereit sind, sich den dort geltenden Regeln unterzuordnen bzw. sich dabei so unwohl fühlen? Bevor Sie die Hecke pflanzen oder einen Zaun ziehen, sollten Sie bedenken, wie wichtig eine gute Nachbarschaft ist. Sie würden damit eine echte Grenze ziehen, die Sie von den anderen Familien isoliert. Wollen Sie das wirklich?  Wäre es nicht sinnvoller, mit den Nachbarn darüber zu reden, dass Sie begeisterte Gärtner sind und  ab und an auch mal Ruhe brauchen.  Kinder werden groß und ziehen fort, eine zertrampelte Staude erholt sich schnell wieder, aber ein gestörtes Nachbarschaftsverhältnis nur sehr schwer.  Ich bin sicher, dass ein Gespräch mit allen Beteiligten so einiges klären kann, zumal es über Mittag und abends ohnehin gesetzliche Ruhezeiten gibt. Und wenn man mit Kindern über Pflanzen und Tiere spricht, nehmen sie die Natur ganz anders wahr, passen gut auf und sind oft viel achtsamer und sensibler als die Erwachsenen. Das tut man nicht

Das kann man tun:.......... 2 Stimme(n)

Das tut man nicht:.......... 5 Stimme(n)

1 Kommentare

guvo: 10.03.2010 - 09:03 Uhr

Was einzig zählt

Sie brauchen sich um die Meinung der Nachbarschaft nun wirklich nicht zu kümmern. Ihr Bedürfnis steht zunächst einmal im Raum. Respekt für das, was ihr Bedürfnis ist, liebe Nachbarschaft! Durch den Erwerb des Reihenhauses haben Sie schließlich das alleinige Verfügungsrecht über Ihr Grundstück erlangt. Darauf könnten Sie altersmilde verweisen, wenn die Nachbarschaft sich tatsächlich als so intolerant erweisen sollte, wie Sie zu vermuten scheinen. Wer weiß aber, ob Sie tatsächlich richtig liegen? Die Kinder könnten in diesem Jahr bereits ihr Interesse verlieren. Wenn nicht, dann sicherlich später. Die Kinder können der Grund also nicht sein. Oft verstecken sich die Erwachsenen nur gerne dahinter. Meist ist die Wirklichkeit in Wirklichkeit ganz anders. Daher, was ist mit dem angedachten Zaun? Was bedeutet der Zaun über Ihr Bedürfnis nach Ruhe hinaus unmittelbar für Sie? Hat sich Ihr Vorhaben bereits soweit konkretisiert, dass es ein Zaun sein ´muss´? Schauen Sie bitte, ob Sie sich selbst dahinter gefallen werden. Ob Sie Ihren Interessen tatsächlich genügen, meine ich. Jedenfalls: Ihre Selbstachtung ist es, das einzig hier zählt. Daher: Kann-man-tun.

Kommentar schreiben



Kommentar des Tages

Politik und Ernst

Es ist ziemlich wurscht, ob man den Politikstil von Außenminister Guido Westerwelle gut findet, oder den der nordrhein-westfälischen SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft lieber mag. Das wirkliche Problem der aktuellen Hartz-IV-Debatte ist mangelnde Ernsthaftigkeit. Keiner derjenigen, die jetzt über Arbeitspflichten für Stütze-Empfänger diskutieren, will in diesem Punkt die Gesetzgebung grundlegend ändern. Warum auch?

[>]

Ein Kommentar von:
Ursula Weidenfeld
www.das-tut-man-nicht.de

Meistgelesen

Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr - die Reichen und die Kirche [>]
Attest statt Klausur [>]

Meistkommentiert

Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr - die Reichen und die Kirche [>]
Mein Sohn spielt mit Schmuddelkindern. Darf ich es verbieten? [>]

Sophisticated Mums

08.03.2010

Alle Jahre wieder: 8. März ist Frauentag. Und das seit 99 Jahren. Doch was hat dieser Tag den deutschen Frauen in den letzten Jahren mehr gebracht als Kinder, die wegen der alljährlich stattfindenden Frauenversammlungen schon vormittags aus der Schule wieder nach Hause kommen? Der Frauentag, diese Arabesque von anno dazumal gehörte schon deswegen einfach abgeschafft.  [>]

So funktioniert das-tut-man-nicht.de

10.10.2009

So etwas tut man nicht. Richtig vermisst wird dieser Satz erst, seitdem man ihn nirgends mehr hört: An Fragen mangelt es nicht. Anständig leben wollen viele - aber Leitplanken für ein anständiges Leben zu setzen, sie zu pflegen und stabil zu erhalten, das ist schwieriger geworden. Wer zweifelt, ob ein Vorhaben in Ordnung ist, oder nicht, bekommt immer vorsichtigere Antworten. Je größer das Problem, desto leiser die Replik.

Wenn Sie wissen wollen, ob Sie etwas tun können - oder ob Sie es lieber lassen sollten - können Sie Ihre Frage an uns schicken. Wir bemühen uns, die richtige Antwort-Person für Sie zu finden. Danach werden Sie vielleicht besser einschätzen können, wie Sie Ihre Frage beantworten können. Können, nicht müssen. Schreiben Sie uns info@das-tut-man-nicht.de [>]