Scheidung eines Unternehmerpaares

Scheidung: Was tun, wenn die Frau die Firma ruinieren will?

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Wir wollen uns scheiden lassen, und meine Frau will aus dem gemeinsam gegründeten Unternehmen ausbezahlt werden. Kompromissangebote von meiner Seite lehnt sie ab, sie setzt unverfroren darauf, dass die Firma auf dem Markt mehr wert ist, als ich ihr bieten kann. Ich will die Firma auf jeden Fall halten, auch wegen unserer Mitarbeiter. Ihr ist das alles hier egal, sie will schnell Geld. Mein Anwalt hat mir geraten, ein Kaufangebot eines befreundeten Beraters  für die Firma machen zu lassen,  das ich finanziell verkraften würde. Kann ich das machen?

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Von Klaus Schweinsberg

Prof. Dr. Klaus Schweinsberg ist Gründer des Centrums für Strategie und Höhere Führung. Er war viele Jahre Chefredakteur von CAPITAL

Natürlich kann man das machen. Aber Sie sollten es nicht machen. Aus zwei Gründen. Erstens, es bringt nichts, da Ihnen ein Gefälligkeitsgutachten in einem Rechtsstreit um die Ohren fliegt. Zweitens: Es wäre unfair gegenüber Ihrer Frau und auch Ihrer Lebensleistung. Das gemeinsam Aufgebaute würden Sie dann schlecht rechnen lassen. Was Sie aktuell brauchen, sind keine zwei sich anfeindende Rechtsanwälte, sondern einen Mediator, den Sie gemeinsam mit Ihrer Frau aussuchen. Konkret: Geben Sie Ihr doch eine Liste von fünf (professionellen) Mediatoren und lassen Sie ihr die Wahl, welchen davon sie nimmt. Das kann man tun

Das kann man tun:.......... 2 Stimme(n)

Das tut man nicht:.......... 4 Stimme(n)

2 Kommentare

OZK: 11.03.2011 - 15:03 Uhr

Schlussstrich!

Das-macht-man-nicht. Sie verlieren Ihre Integrität! Der Unternehmenswert wird alleine von den Zukunftsaussichten des Unternehmens getragen. Was, wenn diese Prognosen und Annahmen nicht zutreffen? Den Rest Ihres Lebens sind Sie dann damit beschäftigt, diese Phantasiewerte abzutragen. Im Scheidungsverfahren urteilt dann ein Richter oder Richterin über Ihr Unternehmen, der/die sonst nur mit der Höhe von Unterhalt beschäftigt sind. Wenn Sie die Abfindung Ihrer Frau nicht aus der Portokasse bezahlen können, dann liquidieren Sie die Firma und machen eine neue auf. Ihre Kunden und Mitarbeiter werden Ihnen zu dieser folgen. Die Materie wie Bürostühle und Räume machen nicht das Unternehmen aus, sondern der Unternehmer mit seinen Visionen und Ideen.

guvo: 10.03.2011 - 09:03 Uhr

Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf´m Dach

Das-macht-man-nicht. Ganz sicher nicht aus übertriebener Sorge um Ihre Frau. Oh, nein. Sie verlieren ein stückweit an Souverenität, wenn Sie ein fingiertes Kaufangebot einholen würden. Sie würden sich in die Hände anderer Leute begeben. Nicht auszudenken, wie oft diese ´Freunde´ dies zu einem späteren Zeitpunkt wieder zur Sprache bringen würden. Nein. Ich hätte einen besseren Vorschlag. Erhöhen Sie die Mitspracherechte Ihrer Mitarbeiter. Moralisch integer und ein deutliches Signal für ein starkes ethisches Bewusstsein. Ich wette, dass der Marktwert Ihres Unternehmens sich auf einen Wert einpendeln wird, der Ihre Frau dazu umstimmen wird, ihr ursprüngliches Angebot doch ganz schnell zu akzeptieren.

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Wenn Sie wissen wollen, ob Sie etwas tun können - oder ob Sie es lieber lassen sollten - können Sie Ihre Frage an uns schicken. Wir bemühen uns, die richtige Antwort-Person für Sie zu finden. Danach werden Sie vielleicht besser einschätzen können, wie Sie Ihre Frage beantworten können. Können, nicht müssen. Schreiben Sie uns info@das-tut-man-nicht.de [>]