Kommentare des Tages


Was passiert eigentlich, wenn einer nicht mehr weiß, dass man etwas nicht tut?

Freitagabend in Berlin, drei Freundinnen besuchen eine Kneipe. Beim Herausgehen stolpert eine von ihnen und stürzt schwer. Statt zu helfen, lacht sich ein Mann am Tresen schlapp. Eine der jungen Frauen verbittet sich das mit den Worten "Das tut man nicht!" Er reagiert sauer und ruft ihr ein hämisches "Moralapostel" hinterher.  

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Geld für ein Jahr Leben

Jeder fünfte Deutsche würde ein Lebensjahr opfern, wenn er dafür eine Million Euro erhalten würde. Das hat eine repräsentative Umfrage für Reader´s Digest ergeben. Nicht überraschend ist, dass die Bereitschaft, Lebenszeit zu verkaufen, umso größer war, je jünger die Befragten waren. 29 Prozent der 14- bis 29-Jährigen hätten das Geschäft gemacht, aber nur 13 Prozent der 50- bis 59-Jährigen. 

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Gewissen unter Strom

Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, wo das menschliche Moralempfinden wohnt: es sitzt hinter dem rechten Ohr. Dort gibt es eine Zusammenballung von Nervenzellen, die offensichtlich dafür verantwortlich sind, was man als gut und was man als böse empfindet. Schaltet man dieses Zentrum zum Beispiel durch Magnetimpulse aus, urteilen Menschen anders über Gewissensfragen. Dann zählt nicht mehr die Absicht hinter einer Tat, sondern das Ergebnis.  

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Nachhaltig Krieg führen

Im Kampf gegen die Achse des Bösen haben die indischen Streitkräfte eine neue Waffe entwickelt: die Chili-Granate, basierend auf der schärfsten Chili-Schote der Welt. Das tränengasähnliche Gemisch des berüchtigten Geisterchili soll Terroristen aus ihren Verstecken locken. Nein, nicht Öko-Terroristen, echte. Das ist vorbildlich, denn diese Waffe ist ungiftig. Herstellung und Entsorgung dürften als ökologisch nachhaltig gelten.

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Her mit der Frauenquote – und bitte schnell!

Wenn es nicht so traurig wäre, müsste ich fast ein wenig schmunzeln. Ausgerechnet junge Frauen knapp über 30 haben sich als die heftigsten medialen Gegner der von der Telekom eingeführten Frauenquote geoutet – die eine in “BILD”, die andere in der “FAZ”. Und einer der glühendsten Befürworter ist der 70-jährige Professor Michael Stürmer, der sich in der “WELT” äußerte.

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Politik und Ernst

Es ist ziemlich wurscht, ob man den Politikstil von Außenminister Guido Westerwelle gut findet, oder den der nordrhein-westfälischen SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft lieber mag. Das wirkliche Problem der aktuellen Hartz-IV-Debatte ist mangelnde Ernsthaftigkeit. Keiner derjenigen, die jetzt über Arbeitspflichten für Stütze-Empfänger diskutieren, will in diesem Punkt die Gesetzgebung grundlegend ändern. Warum auch?

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Achtung. Rauchzeichen!

Die EU will Rauchern noch entschiedener als bisher zu Leibe rücken. Der Nichtraucherschutz soll einer Empfehlung der EU zufolge weiter ausgedehnt werden. So schlägt die EU vor, prominente Raucher öffentlich anzuprangern. Unternehmen, die Raucher in ihren Gebäuden dulden, sollen zu drakonischen Strafen verurteilt werden. Eigens eingesetzte Inspektoren sollen Verstöße gegen das Nichtrauchgebot feststellen und sanktionieren. Die Empfehlung  – der übrigens die nationalen Gesundheitsminister zugestimmt haben – geht zu weit. Das findet selbst die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP).  

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Schuldgefühl und Gewissen

Frauen haben mehr Schuldgefühle als Männer, ältere Männer plagen sich öfter mit Gewissensfragen herum als junge. Das hat ein spanisches Forscherteam aus Psychologen in einer Umfrage herausgefunden. Die Forscher sympathisieren klar mit der Gewissensfraktion - wer täte das nicht? Wer ein Gewissen hat, wer Schuldgefühle entwickelt, wenn er sich anderen gegenüber falsch verhalten hat, ist vermutlich ein sozialerer Mensch als solche, die sich nicht in die Situation anderer hineindenken können oder wollen.

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Die kleinen Tricks des Alltags

Das neue Jahr hat begonnen, wahrscheinlich wie immer mit ein paar guten Vorsätzen. Abnehmen, beispielsweise. "Kalorien" ist derzeit eines der gefragtesten Suchwörter bei Google, ein typisches Januar-Phänomen. Kaum eine Frauen-Zeitschrift verzichtet darauf, eine wie auch immer geartete Diät auf dem Cover anzupreisen. Doch Abnehmen ist sehr mühsam, wie wir alle wissen. Weniger essen, sich mehr bewegen, Kalorien zählen. Es nervt. Nun aber kommt frohe Kunde aus New York - und sie hat allein mit unserem Gehirn zu tun. 

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Nackt sind wir schon lange

Mitte 2010 sollen „Nacktscanner“ auch an Deutschlands Flughäfen testweise eingeführt werden. Politiker wie Bürger diskutieren gleichermaßen, ob ihre Persönlichkeitsrechte durch die Geräte, die potenzielle Sprengstoff-Attentäter entlarven sollen, unzulässig beschnitten werden. Diese Diskussion ist paradox und kommt zu spät. Längst haben wir festgelegt, wie viele Eingriffe in unsere Persönlichkeitsrechte wir verkraften wollen, um weiterhin bequem unseren Weg gehen zu können.

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Kommentar des Tages

Thilo Sarrazin und die Moral
Der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin hat ein Buch geschrieben. Es heißt "Deutschland schafft sich ab". Im Kern wird darin festgestellt, dass intelligente und gebildete Deutsche gerne darauf verzichten, sich das Leben mit Kindern zu beschweren. Unintelligente und ungebildete Einwanderer dagegen gründen Familien. Deshalb, so folgert Sarrazin, wird Deutschland dümmer. Sind das Buch und sein Autor deshalb unmoralisch? [>]

Ein Kommentar von:
Ursula Weidenfeld
www.das-tut-man-nicht.de

Sophisticated Mums

21.08.2010

Sechs Wochen sind zuviel des Guten. Das jedenfalls finden die sophisticated mums Inge Kloepfer und Gerlinde Unverzagt. Die lange Ferienstrecke strapaziert so ziemlich jede berufstätige Mutter und passt schon lange nicht mehr in die Zeit. Kloepfer plädiert für eine Verkürzung. Unverzagt dagegen will die lieben Kleinen auf keinen Fall der Schule überlassen. Sie fordert jeden Sommer bezahlte Elternzeit.  [>]

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So funktioniert das-tut-man-nicht.de

10.10.2009

So etwas tut man nicht. Richtig vermisst wird dieser Satz erst, seitdem man ihn nirgends mehr hört: An Fragen mangelt es nicht. Anständig leben wollen viele - aber Leitplanken für ein anständiges Leben zu setzen, sie zu pflegen und stabil zu erhalten, das ist schwieriger geworden. Wer zweifelt, ob ein Vorhaben in Ordnung ist, oder nicht, bekommt immer vorsichtigere Antworten. Je größer das Problem, desto leiser die Replik.

Wenn Sie wissen wollen, ob Sie etwas tun können - oder ob Sie es lieber lassen sollten - können Sie Ihre Frage an uns schicken. Wir bemühen uns, die richtige Antwort-Person für Sie zu finden. Danach werden Sie vielleicht besser einschätzen können, wie Sie Ihre Frage beantworten können. Können, nicht müssen. Schreiben Sie uns info@das-tut-man-nicht.de [>]