Unversteuertes Geld in der Schweiz stiften?

aboutpixel/Sebastian Engel

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Unsere Eltern sind verstorben und haben uns ein beträchtliches Vermögen hinterlassen. Bei der Regelung der Erbangelegenheiten haben wir herausgefunden, dass die Eltern seit Jahrzehnten ein Konto in der Schweiz mit in Deutschland nicht versteuertem Geld unterhielten. Wir möchten den (erheblichen) Betrag nicht behalten, sondern einer Stiftung für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung stellen – haben aber überhaupt kein Interesse daran, das Geld vorher in Deutschland zu versteuern. Jetzt sind wir natürlich sehr alarmiert wegen der CDs mit Schweizer Bankdaten und würden gern schnell handeln. Kann man das machen – das Konto in der Schweiz auflösen und dort stiften?

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Von Helmut Anheier

Professor Helmut Anheier ist wissenschaftlicher Direktor des Centrums für soziale Investitionen und Innovationen an der Universität Heidelberg CSI. und Dekan der privaten Hochschule Hertie School of Governance in Berlin. Der Soziologe ist einer der international anerkanntesten Experten für die Zivilgesellschaft und Stiftungen. Sein momentaner Forschungsschwerpunkt liegt in der Rolle von Stiftungen im internationalen Vergleich.  

Rechtlich könnte hier lang und kompliziert geantwortet werden, aber moralisch-praktisch gesehen scheint sich doch eine Lösung anzubieten:  eine Stiftung in der Schweiz zu gründen, darin das entsprechende Geld als Vermögen einzahlen und anlegen, aber die Erträge Zwecken und Empfängern in Deutschland zukommen zu lassen oder zumindest dies in einem erheblichen Maße möglich zu machen. Das Heidelberger CSI kann hier übrigens beratend zur Seite stehen. Das kann man tun

Das kann man tun:.......... 23 Stimme(n)

Das tut man nicht:.......... 40 Stimme(n)

8 Kommentare

Dirk P.: 01.06.2012 - 18:06 Uhr

RE: Steuern verschwenden

Bitte teilt den Aufklärungslink gegen den ESM-Vertrag mit euren Freunden, Bekannten auf Facebook (an die Pinnwand des Freundes posten), per Mail und so weiter - die Zeit wird knapp, umso mehr sich darüber informieren, um was es sich bei diesem diktatorischen Ding handelt, umso besser! Hier der Link zu dem Video auf YouTube http://www.youtube.com/watch?v=d6JKlbbvcu0

Irre diese Art der Beratung!!!: 18.05.2012 - 10:05 Uhr

Bloß nicht schwach werden

Es ist immer wieder amüsant mit anzusehen wie fremde Menschen anderen fremden Menschen einen von der steuermoral predigen, und jedes m die gleichen Täter wieder wählen um dann den gleichen Mist irgendwann jemanden anderen wieder zu erzählen das alles nur Moral ist. Weil das tut man ja... Seit Jahren wird den deutschen Steuerzahler erzählt wir müssen sparen und das Geld was nie da war, wird dann an die Autoindustrie, 10€Krankenkasse, bankenmilieu und Staatsschulden eurozone verblasen. Keiner von den klugen rednern kämpft dagegen An. Aber wenn einer eine Stiftung gründen will um es dann nach seinen Ansichten moralisch fair zu verteilen über die Stiftung, wird er als Verbrecher dar gestellt. Die eigentlichen kriminellen sitzen im Bundestag und in den konzernvorständen. Mercedes, Opel, Microsoft Deutschland und wie sie alle heißen versteuern nicht in Germany sondern Ausland?!?!? Warum wieso darf man selbst entscheiden.... Eine gängige praxis ist, dass microsoft sich einen schraubenzieher legal aus den USA für 1000euro monatlich anmietet... Interessant oder ?! Und das unter dem deckmantel der unternehmerische Freiheit... Und jetzt reden wir über die stiftungsidee nochmal für die o. g. Situation nocheinmal. Stiftung gründen kapital sichern. Selber entscheiden wofür das Geld gebraucht wird. Ich wurde ach keine U-bootefür andere Länder mit meinen steuern mehr bezahlen. Ich habe keine Lust auf Krieg. Und BRD spendet anderen Ländern u-Boote. Na...?! Immer noch Lust zu versteuern? Viel Erfolg bei dem richtigen tun. Was immer auch richtig ist. Das macht man so!

heteperes: 20.10.2011 - 05:10 Uhr

Rechtsnachfolger => Steuerhinterziehng

Hier haben wir einen ziemlivh klaren Fall und zwar aus moralischer und rechtlicher Sicht. Moralisch schließe ich meinen Vorkommentatoren an, das tut man nicht, auch wenn man sich unter dem Deckmantel einer gemeinnützigen Stiftung scheinbar Rein waschen will. Rechtlich sind Sie als Erben Gesamtrechtsnachfolger und für die Taten Ihrer Eltern zumindest aus finanzieller Sicht verantwortlich. Da Sie zu dem nun auch Mitwissende sind und Sie gleichzeitig nicht vorhaben, das Geld in GER ordentlich zu versteuern, machen Sie sich genauso wie Ihre Eltern der Steuerhinterziehung strafbar. Also auch aus dieser Sicht ganz klar: DAS TUT MAN NICHT!!! Im übrigen: Wenn die Besteuerung in GER durchgeführt wurde, wird das Geld in Form von Steuern in gewisser Hinsicht auch für das Gemeinwohl verwendet ( lassen Sie uns hier nicht über die Verschwendung von Steuergelder diskutieren).

Ein deutscher Steuerzahler: 11.09.2011 - 12:09 Uhr

Eigennutz statt Gemeinnutz

Das ist also in bestimmten Kreisen unter dem Begriff 'Gemeinützig' zu verstehn. Für mich ist das, vor allem Eigennützig ! Gepaart mit einer gewissen kriminellen Energie Steuerhinterziehnung zu legalisieren. Dafür geben ja sogar Politiker schon ein Vorbild ...

Peter Happe: 08.07.2011 - 14:07 Uhr

Rechtlich

Rechtlich ist es wohl so, dass Sie für ca. einen Zeitraum von zehn Jahren die durch Ihre Eltern hinterzogenen Steuern nachversteuern müssen. Dazu kommen noch Zinsen. Das sollten Sie schnell tun, weil nicht nur das Entdeckungsrisiko und die Strafbarkeit mit jedem Tag steigt, sondern vor allem die moralische Verpflichtung. Das tut man so. Leider können Sie die sonst als Spenden abzugsfähigen Zuwendungen an gemeinnützige Organisationen nicht gegen die Steuerlast verrechnen und damit mindern, weil die Steuern in vergangenen Jahren, die Spenden erst jetzt und in der Zukunft anfallen. Den übriggebliebenen Betrag nach Steuern können und sollten Sie Spenden oder auch einer Stiftung als Stiftungskapital zuwenden. Dabei kann man völlig legal Steuern sparen, da solche Zuwendungen steuerlich bei IHREM Einkommen abzugsfähig sind. Das ist vom Gesetzgeber gewünscht und dient einem guten Zweck. Das tut man! Auch ich helfe gerne bei der Auswahl der Stiftung.

egal: 24.12.2010 - 00:12 Uhr

Sie sind auch nicht besser ...

... als ihre Eltern. Versteuern sie das Geld ordnungsgemäß in Deutschland und alles ist gut.

MRSchaar: 27.05.2010 - 08:05 Uhr

Cui Bono?

Ihre Eltern haben durch die Steuerhinterziehung den deutschen Staat (und damit ihre Solidargemeinschaft) offenbar jahrelang erheblich geschädigt. Warum wehren Sie sich dagegen, diesen Schaden zumindest teilweise wieder gutzumachen, wenn es Sie ohnehin nichts kostet? Wenn Sie einen guten Zweck mit einem guten Gewissen vereinbaren wollen, helfen keine faulen Kompromisse, von denen im Zweifel ja auch schweizer Berater, Banken und Behörden profitieren würden. Deshalb: Das tut man nicht!

guvo: 19.02.2010 - 08:02 Uhr

Wasch mich, aber mach micht nicht nass?!

Mit Antritt des Erbes sind Sie bis zu Ihrer Entscheidung, was mit dem Geld geschehen soll, die Besitzer des Geldes. Die Absicht, das Geld nicht behalten zu wollen können Sie nur einlösen, wenn Sie das Erbe gar nicht erst antreten. Im Erbfall würde Ihnen obliegen darüber zu entscheiden, entweder einen Schlussstrich zu ziehen und das Geld in Deutschland zu versteuern oder sich von Ihren Eltern zum wiederholten Male nur instrumentalisieren zu lassen. Auf Kosten Ihrer Selbstachtung. Das-tut-man-nicht.

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Kommentar des Tages

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Ein Kommentar von:
Ursula Weidenfeld
www.das-tut-man-nicht.de

So funktioniert das-tut-man-nicht.de

10.10.2009

So etwas tut man nicht. Richtig vermisst wird dieser Satz erst, seitdem man ihn nirgends mehr hört: An Fragen mangelt es nicht. Anständig leben wollen viele - aber Leitplanken für ein anständiges Leben zu setzen, sie zu pflegen und stabil zu erhalten, das ist schwieriger geworden. Wer zweifelt, ob ein Vorhaben in Ordnung ist, oder nicht, bekommt immer vorsichtigere Antworten. Je größer das Problem, desto leiser die Replik.

Wenn Sie wissen wollen, ob Sie etwas tun können - oder ob Sie es lieber lassen sollten - können Sie Ihre Frage an uns schicken. Wir bemühen uns, die richtige Antwort-Person für Sie zu finden. Danach werden Sie vielleicht besser einschätzen können, wie Sie Ihre Frage beantworten können. Können, nicht müssen. Schreiben Sie uns info@das-tut-man-nicht.de [>]