Gefährliche Fahrstunden

Der Fahrlehrer pennt - muss ich ihn anzeigen?

aboutpixel/Jonathan Spielbrink

Ich habe vor einigen Wochen meine Führerschein-Prüfung bestanden. Der etwa 70 Jahre alte Inhaber der Fahrschule gab mir Praxisunterricht und schlief während der Fahrstunden auf der Landstraße mehrfach ein. Sobald ich abbremste, war er sofort wieder wach. Beim ersten Mal erschrak ich sehr und sprach ihn darauf an. Mit mehr Fahrpraxis konnte ich darüber schmunzeln. Jetzt hadere ich, ob ich ihn beim Fahrlehrerverband oder gar bei der Polizei melden muss, um andere Verkehrsteilnehmer und künftige Fahrschüler zu schützen. Ich möchte dem sympathischen alten Mann aber auch nicht die Existenz zerstören. Tut man das?

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Von Rüdiger Born

Der Diplom-Psychologe Rüdiger Born hat sich auf Verkehrspsychologie spezialisiert.  Zu seinem Aufgabengebiet gehören das Coaching von Verkehrsdelinquenten und die Rekonstruktion von Unfällen. Er führt die Geschäfte des Bundesverbandes Niedergelassener Verkehrspsychologen in Hamburg.

 

Ja, melden Sie das, denn es ist wirklich gefährlich. Die richtige Adresse dafür ist die Führerscheinstelle. Die Konsequenzen sind nicht automatisch so zerstörerisch, wie Sie befürchten. Der "sympatische alte Mann" hat zwei Probleme: dass er an der falschen Stelle einzuschlafen pflegt und dass er aus diesem Defizit keine angemessenen Konsequenzen zieht. Wenn Sie ihn melden, wird er sich kümmern müssen. Das Einschlafen könnte Ursachen haben, deren Regelung ihm auch außerhalb des Autos sehr gut tut. Den bislang unverantwortlichen Umgang mit dem Problem könnte er erfolgversprechend mit mir oder einem anderen niedergelassenen Verkehrspsychologen diskutieren. Vermutlich wird die Behörde von ihm eine Aufklärung erwarten, wieso sie beim nächsten Problem eine bessere Haltung von ihm erwarten soll. Das tut man. Das kann man tun

Das kann man tun:.......... 5 Stimme(n)

Das tut man nicht:.......... 3 Stimme(n)

1 Kommentare

guvo: 15.03.2010 - 09:03 Uhr

können-sollen- müssen

Sie ´müsssen´ nicht. Wer sagt das denn? Sie hören auch nicht von mir, ob Sie das ´sollen´. Aber: Sie ´können´es tun. Das ist ein entscheidender Unterschied.

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Kommentar des Tages

Thilo Sarrazin und die Moral
Der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin hat ein Buch geschrieben. Es heißt "Deutschland schafft sich ab". Im Kern wird darin festgestellt, dass intelligente und gebildete Deutsche gerne darauf verzichten, sich das Leben mit Kindern zu beschweren. Unintelligente und ungebildete Einwanderer dagegen gründen Familien. Deshalb, so folgert Sarrazin, wird Deutschland dümmer. Sind das Buch und sein Autor deshalb unmoralisch? [>]

Ein Kommentar von:
Ursula Weidenfeld
www.das-tut-man-nicht.de

So funktioniert das-tut-man-nicht.de

10.10.2009

So etwas tut man nicht. Richtig vermisst wird dieser Satz erst, seitdem man ihn nirgends mehr hört: An Fragen mangelt es nicht. Anständig leben wollen viele - aber Leitplanken für ein anständiges Leben zu setzen, sie zu pflegen und stabil zu erhalten, das ist schwieriger geworden. Wer zweifelt, ob ein Vorhaben in Ordnung ist, oder nicht, bekommt immer vorsichtigere Antworten. Je größer das Problem, desto leiser die Replik.

Wenn Sie wissen wollen, ob Sie etwas tun können - oder ob Sie es lieber lassen sollten - können Sie Ihre Frage an uns schicken. Wir bemühen uns, die richtige Antwort-Person für Sie zu finden. Danach werden Sie vielleicht besser einschätzen können, wie Sie Ihre Frage beantworten können. Können, nicht müssen. Schreiben Sie uns info@das-tut-man-nicht.de [>]