Getrennt lebende Eltern

Zum Vater oder zur Mutter?

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Ich bin 13 Jahre und lebe bei meiner Mutter. Das ist voll krass. Sie erlaubt mir nichts. Ich will lieber bei meinem Vater und seiner Frau in Berlin wohnen. Ich kann kommen, sagt mein Vater. Aber ich will auch nicht, dass meine Mutter sauer auf mich wird. Kann ich das trotzdem machen?

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Von Peggi Liebisch

Peggi Liebisch (46) ist Geschäftführerin des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter, Bundesverband e.V.. Sie hat zwei Kinder (Tochter 16, Sohn 4).

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) unterstützt die Alleinerziehenden durch aktuelle Informationen, durch professionelle Beratung und durch engagierte Lobbyarbeit.

Die Vielfalt der unterschiedlichen Lebensformen spiegelt sich auch im VAMV wieder. 1,6 Millionen Alleinerziehende in Deutschland, die mit 2,2 Millionen Kindern unter 18 Jahren zusammenleben sind auf verschiedenste Art und Weise allein erziehend.

 

Jugendliche, deren Eltern getrennt leben, haben bei Konflikten eine Möglichkeit mehr als andere: Sie können –zumindest erst einmal theoretisch- zum anderen Elternteil wechseln. Dass das nicht so einfach ist, liegt auf der Hand: Zuerst müsste die Jugendliche sicher gehen, ob sie wirklich in eine andere Stadt ziehen will. Das bedeutet: Neue Schule, die Freundinnen und Freunde hinter sich lassen, das gewohnte Umfeld verlassen. Auch wenn sich das jetzt blöd anhört, aber mit 13 fasst man oft feste Entschlüsse, die nächste Woche nicht mehr gelten. Dann will man lieber bleiben, weil eigentlich ist es doch ganz gut, sowohl bei der Mutter als auch mit den Freundinnen. Als zweites müssten sich alle Beteiligten mal zusammen hinsetzen und über den Umzugswunsch der Tochter reden: Mutter, Vater mit neuer Frau und die 13-Jährige selbst (wenn das geht!). Es sollten alle auf dem gleichen Informationsstand sein, damit niemand gegen den anderen ausgespielt wird. Gut wäre auch, wenn alle ihre ehrliche Meinung zum Wunsch der Tochter äußern könnten. Man könnte zusammen eine Vorteil/Nachteil-Liste machen und einen Zeitplan überlegen. So ein Umzug sollte mit Schule, Ferien und Urlaubsplänen abgestimmt werden. Die Eltern sind gut beraten, den Wunsch ihrer Tochter ernst zu nehmen – auch wenn am Ende gar kein Umsiedeln dabei herauskommt. Es kann gut sein, dass die Mutter ihren Erziehungsstil überdenkt und der Tochter mehr erlaubt. Auf jeden Fall ist Offenheit am wichtigsten, denn natürlich schmerzt es die Mutter, wenn ihre Tochter wegziehen will. Ein Umzug kann auch eine langfristig gute Lösung sein, bei der sich Mutter und Tochter auf die Distanz viel besser verstehen als vorher.


Das kann man tun

Das kann man tun:.......... 1 Stimme(n)

Das tut man nicht:.......... 1 Stimme(n)

3 Kommentare

He.: 31.05.2010 - 16:05 Uhr

Nicht zu früh freuen.

Es ist klar, dass es über die Distanz besser beim Vater aussieht...hier wird mehr erlaubt. Mein Bruder ist mit 12 (1981) zu seinem Vater gegangen, die Stiefmutter hatte ihm mehr erlaubt, als unsere gemeinsame Mutter. Er hat es bitter bereut! Als er da war, haben sie ihm nichts mehr erlaubt; es gab auch kein zurück mehr! Bleib' bei deiner leiblichen Mutter und frag sie, was sie dir wann erlaubt ;)

Gockeline: 03.03.2010 - 15:03 Uhr

Jede Scheidung bringt hervor wie schwierig es nach der Scheidung wirklich ist.

Jeder denkt nach der Scheidung ist alles vorbei. Ein neues leben,eine neue Liebe. Alles kann man neu beginnen. Erst nach der Scheidung merken alle,nichts ist vorbei. Da geht es erst richtig los. Die Streitereien sind nicht zu Ende weil man geschieden ist. Die Kinder leiden und sind zerrissen. Man kann niemand wirklich helfen. Viele glauben erst wenn eine neue Liebe da ist ist die Alte verloschen. Man lügt sich immer stetig neu an. Ist das nicht der Hauptgrund der Scheidung? Dass man sich meist immer was vormacht? Die Realität nie sah? Nie sehen wollte? Hätte man vieles vermeiden können? Die Kinder damit schützen können? Hat man zu viel der Partnerschaft aufgefrachtet? Zu viel erwartet?Nicht gegeben? Früher sagten alle:toll jetzt ist die Scheidung was ganz normales geworden. Ist sie das wiklich? Oder wieder nur eine Täuschung? Täuschung der großen Freiheit ohne Grenzen? Wer gewinnt von den Scheidungen? Die Kinder niemals? Rechtsanwälte gewinnen viel.

guvo: 08.02.2010 - 22:02 Uhr

Nicht überrascht sein

Bedenke die mögliche Veränderung gut, so wie Frau Liebich rät. Mag sein, dass Deine Mutter nicht so viel erlaubt. Es trifft nicht allein Dich. Die meisten aller Kinder sind in ähnlicher Lage. Ob Väter tatsächlich mehr erlauben? Mit der Frage, ob man etwas erlauben soll ist die Sorge der Eltern verbunden, dass niemand Schaden erleidet. Das ist doch nicht dumm oder? Würdest Du ohne weiteres alles erlauben, wenn Du Kinder hättest? Was davon nicht? Sei nicht überrascht, wenn die Beispiele, bei denen Du selbst auch nicht einfach "ja" sagen könntest, zahlreicher sind, als Du gedacht hast. Egal bei wem Du wohnst, nur mit Verständnis und Geduld für die Eltern wird es gehen, so wie Du es für Dich von den Eltern ja auch wünschst.

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