Als Ungläubiger Taufpate werden
Freundschaftsdienste
Ein guter Freund hat mich gebeten, Taufpate seines Sohnes zu werden. Ich möchte ihm diesen zwar Gefallen gern tun, habe aber Skrupel, weil ich im Laufe meines Lebens ein sehr distanziertes Verhältnis zu Kirche und Religion bekommen habe. Aus der Kirche bin ich noch nicht ausgetreten, weil ich ihr gesellschaftliches Engagement schätze. Aber als Taufpate wäre es doch meine Aufgabe, das Kind in seinem christlichen Glauben zu unterstützen. Pate werden, obwohl ich mit der Kirche nichts mehr am Hut habe - Tut man das?
Von Volker Jastrzembski
Volker Jastrzembski wurde 1966 in Wanne-Eickel geboren. Nach dem Studium der Theologie und der Erwachsenenpädagogik folgte die Ausbildung zum Pfarrer (Vikariat) in Berlin. Jastrzembski arbeitete in einer Kirchengemeinde im Prenzlauer Berg, bei der Evangelischen Akademie zu Berlin und am Union Theological Seminary in New York. Daran schloss sich der Pfarrdienst bei der Evangelischen Akademie Iserlohn an. Seit 2008 ist der promovierte Theologe Pressesprecher der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz . Er ist verheiratet und hat eine Tochter.
Unsere Ordnung des kirchlichen Lebens gibt auf Ihre Frage eine klare Antwort: Patinnen und Paten haben die Aufgabe, gemeinsam mit den Eltern und der Kirchengemeinde für die Erziehung im christlichen Glauben zu sorgen. Insofern könnte ich einfach sagen: Nein, das tut man nicht. Und doch zögere ich. Könnte es nicht sein, dass Sie dem Kind auch etwas Wichtiges mitzuteilen haben? Gehört aus meiner Sicht zu jedem Glauben auch der Zweifel. Glaube und Zweifel, Vertrauen und Skepsis gehören zusammen, ansonsten wäre der Glaube ein schlichtes "für wahr halten". Außerdem eröffnet sich für Sie dann womöglich auch die Chance, sich der längst verloren geglaubten religiösen Dimension Ihres Lebens erneut zu stellen. Wenn Sie sich dazu nicht entschließen können, bietet sich außerdem noch die Möglichkeit, dass Sie Taufzeuge werden. Sie unterliegen dann nicht der religiösen Verpflichtung und es finden sich womöglich auch andere Personen, die diese Rolle besser ausfüllen können.
Das kann man tun
Das kann man tun:.......... 1 Stimme(n)
Das tut man nicht:.......... 1 Stimme(n)
2 Kommentare