Von Ingrid Biedenkopf
Ingrid Biedenkopf ist mit dem sächsischen Ministerpräsidenten a.D., Kurt Biedenkopf, verheiratet. Das Paar hat 12 Enkel.
Wir haben gemeinsam mit meiner Schwester und ihren Kindern Ferien gemacht. Meine Neffen (6, 9) bedanken sich nicht, sie bitten um nichts, sie verlangen nur immer, dass ihr Wille geschieht. Meine Schwester und mein Schwager setzen ihnen nichts entgegen. Mein Mann hat sich furchtbar aufgeregt und mich gebeten, mit meiner Schwester darüber zu reden. Tut man das?

Ingrid Biedenkopf ist mit dem sächsischen Ministerpräsidenten a.D., Kurt Biedenkopf, verheiratet. Das Paar hat 12 Enkel.
Ich finde, Sie müssen das sogar tun. Denn es geht doch um die Zukunft der Kinder. Wenn sie nicht lernen, Rücksicht zu nehmen, sich zu bedanken und ordentlich um etwas zu bitten, werden sie es im Leben schwer haben. Sie werden Arbeitsplätze nicht bekommen, um die sie sich bewerben, ihnen wird der Zugang zu Kreisen verwehrt, auf die es ankommt. Sie werden sich vergeblich darum bemühen, akzeptiert und gehört zu werden. Deshalb meine ich, dass wir alle da Verantwortung übernehmen und Menschen auf ungehöriges Verhalten ansprechen müssen, nicht nur Sie als Schwester. Natürlich sehe ich auch, warum es Ihnen schwerfällt, das Verhalten Ihrer Neffen zum Thema zu machen. Am Besten wird sein, Sie sagen gar nicht, dass Ihr Mann sich aufgeregt hat. Sagen Sie behutsam, dass Sie sich Gedanken über die Zukunft der Kinder machen. Dass Kinder lernen müssen, auch für andere da zu sein und Verantwortung für andere zu übernehmen. Vielleicht merken Sie dann, dass Ihre Schwester auch nicht glücklich mit der Situation ist und möglicherweise nur nicht weiß, was zu tun ist. Geben Sie ihr das Gefühl, dass es Ihnen um die gute Zukunft ihrer Kinder geht. Das kann man tun
Das kann man tun:.......... 1 Stimme(n)
Das tut man nicht:.......... 1 Stimme(n)
Von der angeblichen Verzogenheit der Kinder einmal abgesehen, denke ich, dass Sie nichts anderes tun würden, als das, was Kinder sich einander mit unter vorhalten: Zu petzen, neudeutsch zu mobben, OHNE NOT. Kinder sind genauso verletzlich wie Erwachsene, wenn sie erst über Dritte erfahren, was andere über sie denken. Ganz klar, dass von da ab, allen bisherigen Vorkommnissen zum Trotz, an einem vertrauensvollen Verhältnis zu Ihnen und Ihrem Ehemann (Onkel) erst recht nicht mehr zu denken ist. Bei jeder Unstimmigkeit könnten Mama und Papa wieder was gesteckt kriegen. Um die Sorte von lieber Verwandschaft macht man besser einen großen Bogen. Mit anderen Worten: Sagen Sie es den Kindern direkt. Das kommt an, glauben Sie mir. Da wird aufgeschaut. Verstehen Sie? Ich mache mir nicht so sehr Sorgen um die Zukunft der Kinder als um Sie. Daher: Das-tut-man-nicht
Ein Kommentar von:
Ursula Weidenfeld
www.das-tut-man-nicht.de
1 Kommentare