Krebs - die Eltern sollen es nicht wissen

Wie sag ich´s meinen alten Eltern?

aboutpixel.de/Peter Ehmann

Ein Freund von mir ist schwer an Krebs erkrankt  und rechnet damit, dass er höchstens noch zwei Jahre zu leben hat. Vor seinen weit über 80-jährigen Eltern will er sein Leiden so lange wie möglich verheimlichen, da sie ihm, wie er meint, nicht helfen können und sich nur unnötig Sorgen um ihren Sohn machen würden. Ist das Rücksichtnahme oder einfach nur unfair? Tut man das?

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Von Barbara John

Barbara John ist Grundschullehrerin und Politologin. Sie war bis 2003 die Ausländerbeauftragte des Landes Berlin und ist heute Vorsitzende des paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin. Außerdem ist die frühere CDU-Politikerin Koordinatorin für Sprachförderung bei der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport in Berlin, Vorsitzende des Expertengremiums für Integrationssprachkurse beim Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge und Vorsitzenden des Beirats der Antidiskriminierungsstelle des Bundes gewählt.

Ich  würde diese  Situation vom Ende her denken. Was werden die Eltern fühlen,  wenn ihr Sohn tatsächlich stirbt und sie erfahren, dass er viel Zeit hatte, sich  ihnen anzuvertrauen? Müssen sie nicht glauben, dass das Eltern-Sohn-Verhältnis  nicht stabil und vertrauensvoll genug war, auch die schlimmste aller  Nachrichten gemeinsam zu tragen? Das ist nochmal ein unendlich  großer Schmerz, der wahrscheinlich tiefer geht als der Umgang mit der akuten Lage.

Das tut man nicht

Das kann man tun:.......... 1 Stimme(n)

Das tut man nicht:.......... 1 Stimme(n)

3 Kommentare

Mark S: 05.06.2010 - 02:06 Uhr

und was ist mit ihm?

Ich würde die Situation eher aus Sicht des krebkranken Freundes aufrollen: Will er seine Eltern oder sich selbst nicht belasten? Sofern es ihm selbst unangenehm ist und er selbst zu Lebzeiten nicht mit potentiellen Reaktionen der Eltern hierauf nicht klar kommt lautet meine Antwort: Einem sterbenden Menschen sei das moralische recht eingeräumt egoistisch zu sein. Das kann man tun! das kann man tun!

Ralf Uekermann: 07.01.2010 - 17:01 Uhr

Vertrauen

Der Vertrauensbruch, den man durch "Nichtmitteilung" eingeht wiegt doch viel schwerer als die unangenehme Offenbarung. Mit dem Verschweigen stellt man doch das Verhältnis Eltern - Kind insgesamt infrage und enthält den Eltern die Möglichkeit vor Ihren Beitrag im Sinne einer Hilfe zu leisten; deshalb: Das tut man nicht!

skynoheaven: 23.11.2009 - 14:11 Uhr

qui bono!

Wieso sollen mehr leiden als nötig? Was würde sich ändern, wenn das Unabänderliche den greisen Eltern mitgeteilt wird? Es ist grausam, wenn die Eltern, wie alt sie auch immer sein mögen, erfahren, dass ihr Kind, wie alt es auch immer sein mag, vor ihnen stirbt und ihre Lebensqualität unnötig verschlechtern.

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Wenn Sie wissen wollen, ob Sie etwas tun können - oder ob Sie es lieber lassen sollten - können Sie Ihre Frage an uns schicken. Wir bemühen uns, die richtige Antwort-Person für Sie zu finden. Danach werden Sie vielleicht besser einschätzen können, wie Sie Ihre Frage beantworten können. Können, nicht müssen. Schreiben Sie uns info@das-tut-man-nicht.de [>]