Hartz IV und die Haushaltshilfe

Lässt man die eigene Freundin bei sich putzen, und das dann auch noch schwarz?

aboutpixel/Uwe Dreßler

Um Beruf und Familie miteinander vereinbaren zu können, suche ich eine Haushaltshilfe. Eine Freundin von mir, die auf Hartz IV angewiesen ist, hat mich gefragt, ob sie den Job inoffiziell übernehmen könnte. Einerseits verstehe ich, dass sie sich etwas dazu verdienen möchte und würde ihr gern den Gefallen tun, andererseits habe ich Skrupel, unsere Wohnung ausgerechnet von einer Freundin reinigen zu lassen - und noch dazu schwarz. Tut man das?

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Von Alice Schwarzer

Alice Schwarzer ist Gründerin und Herausgeberin von EMMA. Die Publizistin ist einem breiten Publikum als wichtigstes Gesicht des Feminismus in Deutschland bekannt. Seit der Umstellung der Monatszeitschrift EMMA auf zweimonatliches Erscheinen 1993 tritt Alice Schwarzer wieder verstärkt als Buchautorin hervor, jetzt mit einem neuen Genre: Essays und Biografien, wie die Fallstudie über den Mord und Selbstmord von Petra Kelly und Gert Bastian (1993) oder das Leben von Marion Gräfin Dönhoff (1996). Insgesamt 26 Bücher als Autorin und 17 als Herausgeberin.

Ja und Nein zugleich. Nein: Ich würde keine Freundin bei mir putzen lassen. Das fände ich einfach erniedrigend. Als Ex-Putze, die während ihres Studiums in Paris mit Putzen dazu verdient hat, weiß ich nur zu gut, dass es nicht die Tätigkeit an sich ist, die beschämend ist, sondern dass es die Umstände sein können.

Was die dazu verdienende Hartz-IV-Empfängerin angeht – da muss ich zugeben: Das würde ich tun. Ich weiß, es ist nicht rechtens. Aber ich finde manche Regelungen wirklich absurd, gerade was die Möglichkeiten des Dazuverdienens bei Hartz-IV-EmpfängerInnen oder RentnerInnen angeht. Das kann man tun

Das kann man tun:.......... 1 Stimme(n)

Das tut man nicht:.......... 1 Stimme(n)

4 Kommentare

guvo: 28.10.2009 - 13:10 Uhr

Lieber eine freie und unbeschwerte Freundschaft

Ihre Freundschaft wäre entwertet, wenn es zu einer wie auch immer rechtlich gearteten Arbeitsbeziehung kommen würde. Sie wären keine Partnerinnen, sondern Leistungsnehmer und Leistungspflichtiger. Klingt nicht mehr so frei und unbeschwert.

js176806: 27.10.2009 - 10:10 Uhr

Ohne Sinn für Verantwortung

""Wenn alle die Steuern zahlen würden, die sie zahlen müssten, müssten wir alle nicht so viel Steuern zahlen." Und Recht hat er!" Nein, er hat absolut nicht recht. Denn der Staat ist gierig, trickreich, maßlos in der Verschwendung von Steuergeldern. Abgaben und Steuern werden ständig erhöht, auch wenn die Steuereinnahmen Rekordniveau erreichen. Dies ist gar nicht so lange her, knapp zwei Jahre. Noch nicht einmal dann werden Schulden abgebaut, sondern sofort wählerstimmengewinnbringende neue Wohltaten finanziert. Es wurden und werden nie Schulden abgebaut noch werden Steuern und Abgaben verkürzt werden, von kurzfristigen Ausnahmen abgesehen, die jedoch kurz danach wieder mehr als kompensiert werden. "Die Regierung ist wie ein Baby. Sie ist ein Verdauungskanal mit einem Appetit an einem und keinerlei Sinn für Verantwortung am anderen Ende." -Ronald Reagan-

Katharina Oberschelp: 22.10.2009 - 23:10 Uhr

Schwarzarbeit ist falsch

Nein, ich würde keinem, der öffentliche Steuergelder bekommt, weil er selbst (angeblich?) zu wenig hat, schwarz was dazugeben. Zu viele haben auf diese Art mehr Netto als so mancher, der seinen Vollzeitjob ausführt. Ein Freund hat mir mal gesagt: "Wenn alle die Steuern zahlen würden, die sie zahlen müssten, müssten wir alle nicht so viel Steuern zahlen." Und Recht hat er!

Annette Ruess: 20.10.2009 - 17:10 Uhr

Schwarz putzen lassen geht nicht!

Das sehe ich doch deutlich anders als Alice Schwarzer: Wenn ich einer Freundin wirklich damit helfen könnte, würde ich sie auch als Haushaltshilfe engagieren. Aber für schwarz putzen lassen, das geht meiner Meinung nach gar nicht. Und es nervt mich zunehmend, dass viele das als Kavaliersdelikt abtun - nach dem Motto: Mein Nachbar tut es doch auch. Es gibt doch inzwischen die Möglichkeit, die Putzhilfe ganz legal als Minijob zu deklarieren.

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