Wer darf die Gäste für unsere Hochzeit einladen?

Hochzeit: Hilfe, die Schwiegereltern kapern die Gästeliste!

aboutpixel/Peter Smola

Mein Freund und ich werden im Mai heiraten. Meine künftigen Schwiegereltern übernehmen die Kosten für die Feier, worüber wir uns sehr freuen, da wir uns als Studenten kein großes Fest leisten könnten. Nun gibt es Streit um die Gästeliste. Die Eltern meines Freundes bestehen darauf, dass wir einige entfernte Verwandte einladen, die wir eigentlich nicht dabei haben möchten. Dürfen wir uns durchsetzen? Es ist doch unser Fest, auch wenn wir es nicht bezahlen. Tut man das?

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Von Marina Litterscheidt

Marina Litterscheidt ist seit zehn Jahren Chefredakteurin der Zeitschrift „Magazin HOCHZEIT“. Sie beschäftigt sich vor allem mit Themen rund um Mode und Styling am „schönsten Tag des Lebens“. Ihre eigene Hochzeit liegt 15 Jahre zurück.

Eine wirklich schwierige Frage, die sich nicht so einfach mit ja (das tut man) oder nein (das tut man nicht) beantworten lässt.
 
Früher war es so, dass die Eltern traditionell Gastgeber bei der Hochzeit ihrer Kinder waren. Auf den Einladungen hieß es dann: "Wir geben die Vermählung unserer Kinder bekannt und laden ein ..."  Die Eltern haben dann in der Tat die Gästeliste bestimmt und selbstverständlich auch die Gesamtkosten für die Hochzeit übernommen.
 
Heute ist das nicht mehr so klar geregelt. Selbst wenn die Eltern für die Hochzeit zahlen, sind es doch meist die Kinder selbst, die ihre Hochzeit planen, organisieren und letztlich auch die Gastgeber sind. In der Mehrheit der Fälle werden die Eltern ihren Kindern weitestgehend freie Hand über die Gestaltung ihrer Hochzeit und der Gästeliste lassen. Ausnahmen mag es lediglich in Fällen geben, wo per se höchsten Wert auf Tradition und konventionelle Etikette gelegt wird (zum Beispiel in Adelskreisen). Familien mit weitreichenden gesellschaftlichen Verpflichtungen sind in ihren Entscheidungen nicht unbedingt frei.
 
Um zur Ausgangsfrage zurückzukehren: Wünschenswert wäre eine kluge Zurückhaltung und diplomatische Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten. Denn einerseits hat es weder Stil noch gute Form, wenn die Eltern zwar die Kosten übernehmen, zugleich aber verlangen, ohne Rücksicht auf die Wünsche der Kinder über die Gästeliste zu bestimmen. Das grenzt schon fast an Erpressung. Andererseits darf man ruhig auch dem Brautpaar empfehlen, bei einer großen Hochzeit über den eigenen Schatten zu springen und mit der Einladung vielleicht nicht so nahestehender Gäste Größe zu zeigen.
 
Ich möchte die Zusammenstellung eines Hochzeitskomitees empfehlen, das aus einem Elternteil, dem Hochzeitspaar, einem Trauzeugen und einer anderen neutralen Person besteht. Jeder kann seine Belange vortragen, dann wird entschieden - am besten mit der Unterstützung eines neutralen Organisators, der vermittelt. Das Brautpaar sollte seine Wünsche (in diesem Fall: ein Fest mit Menschen zu feiern, die im Leben des Paares eine bedeutende Rolle spielen) unmissverständlich klar machen. Gleichzeitig wird es sicher hilfreich sein, einzelne Personen nicht kategorisch abzulehnen und die Eltern damit unter Druck zu setzen. Das tut man nicht. Lassen Sie Ihre Eltern an Ihrem Entscheidungsprozess teilhaben. Das tut man nicht

Das kann man tun:.......... 1 Stimme(n)

Das tut man nicht:.......... 1 Stimme(n)

3 Kommentare

Annemarie: 25.05.2010 - 16:05 Uhr

Auf keinen Fall machen

Auch wenn die Eltern die Hochzeit bezahlen, ist es nicht zu tolerieren, dass Hinz und Kunz eingeladen werden. Meine Schwiegermutter lud damals selbst ihre Friseuse, deren Mann und zwei Kinder ein. Dann haben Sie ein Fest, wo Sie keinen Bezug zu den Gästen haben, die Gäste sich nicht für Sie und Sie sich nicht für die Gäste interessieren. Menschen prosten Ihnen zu, die Sie nie wiedersehen werden. Das braucht doch niemand. Ich hatte jetzt den direkten Vergleich: Auf meiner zweiten Hochzeit nur 18 Gäste, aber alles liebe Menschen, die WIR gemeinsam ausgesucht haben, denen wir herzlich verbunden sind und deren Geschenke von Herzen kommen. Mein Tipp: Pfeifen Sie auf das Geld und gestalten Sie ihre Hochzeit, wie Sie sie mögen. Man kann auch mit kleinem Budget sehr schön feiern.

Ilse: 03.05.2010 - 17:05 Uhr

Nicht nur bei Beerdigungen

Es ist doch nicht so schlimm, wenn ein paar zusätzliche Gäste da sind. Meist sieht man sich doch erst bei Beerdigungen. Da ist eine Hochzeit doch viel lustiger. Und vielleicht gefällt Euch ja auch der eine oder andere weitläufig Verwande?

Mathias: 03.03.2010 - 19:03 Uhr

Klasse - das Gleiche ist mir heute passiert!

Ich bin genau in der gleichen Position und hatte heute mit meiner Mutter dewegen den Streit meines Lebens. Ja, natürlich wehrt man sich gegen diese unverschämte Grenzüberschreitung. Wer heiratet denn hier? Die Eltern oder man selbst. Wegen des Geldes sollte man sich auch nicht erpressen lassen. Ich denke, Hochzeiten sind auch immer eine Abnabelung von den Eltern und das ist für beide Seiten schwer. Je konsequenter man als Kind jedoch ist, umso mehr Respekt erhält man am Ende von den Eltern und den Verwandten. Wehren Sie sich ...

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