In der Christmette aufstehen müssen

Können wir in der Christmette einmal sitzenbleiben - auch wenn die alten Herrschaften noch so böse gucken?

aboutpixel/Marlies Dülsen

Schon jetzt weiß ich, wie es am Heiligen Abend in der Kirche wieder ablaufen wird. Meine Familie und ich werden wie immer mindestens eine Dreiviertelstunde vor Beginn des Gottesdienstes in der Kirche sein und uns Plätze zu suchen. Wenn das Kirchenschiff dann zum Geläut schon aus allen Nähten platzt, drängen die betagten Herrschaften herein und schauen sich Hilfe suchend um. Am Ende spingt erst mein Mann auf, dann ich und schließlich nötige ich die Kinder, ihre Plätze für die Senioren zu räumen. Die Kinder haben schon angekündigt, dass sie diesmal sitzen bleiben werden. Ich glaube, ich werde es ihnen durchgehen lassen. Dann wird vielleicht die eine oder ander alte Dame stehen müssen. Tut man das?

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Von Volker Jastrzembski

Volker Jastrzembski wurde 1966 in Wanne-Eickel geboren. Nach dem Studium der Theologie und der Erwachsenenpädagogik folgte die Ausbildung zum Pfarrer (Vikariat) in Berlin. Jastrzembski arbeitete in einer Kirchengemeinde im Prenzlauer Berg, bei der Evangelischen Akademie zu Berlin und am Union Theological Seminary in New York. Daran schloss sich der Pfarrdienst bei der Evangelischen Akademie Iserlohn an. Seit 2008 ist der promovierte Theologe Pressesprecher der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz . Er ist verheiratet und hat eine Tochter.
 

Ehrlich gesagt, sehe ich das Problem nicht. Es ist schön und festlich, wenn es zu Weihnachten voll in der Kirche ist, und natürlich ist es ein Gebot der Höflichkeit, dass Jüngere für Ältere aufstehen. Das gilt auch und erst Recht am Weihnachtsabend. Ich finde es auch verständlich, dass ältere Menschen nicht sehr lange im Voraus kommen können. Viele Gemeinden behelfen sich inzwischen damit, dass sie für Senioren und Behinderte Sitzplätze reservieren. Vielleicht ist das auch in Ihrer Gemeinde der richtige Weg? Reden Sie mit dem Gemeindepfarrer oder der Gemeindepfarrerin darüber, ob es möglich ist, ausreichend Plätze auszuweisen. Umgekehrt können auch im Kindergottesdienst Plätze für junge Familien reserviert werden. Dann muss sich niemand ärgern.
Ich wünsche Ihnen ein frohes und harmonisches Weihnachtsfest!
Ihr Pfarrer Volker Jastrzembski Das tut man nicht

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Das tut man nicht:.......... 1 Stimme(n)

3 Kommentare

Schenkel Else: 07.01.2010 - 13:01 Uhr

Plätze in der Kirche

Weiß ja nicht, mit wievielen Kinder Sie in die Kirche kommen. Aber könnten die Kinder nicht einen Kompromiß eingehen? Einen Sitzplatz abgeben, und sich gegenseiiiitig im Sitzen und Stehen abwechseln. Passierte mir mal in einer vollbestzten Kirche, wo ein Konzert mit in den Gottesdienst integriert war. Kam kurz vor Anfang, lehnte mich an den Pfeiler. Kurz darauf bot mir ein junges Mädchen Ihren Platz an, mit dem Hinweis, daß Sie nach einer Weile wieder gerne sitzen möchte. So machten wir es abwechseln, und hatten viel Spaß dabei.

Ben: 23.12.2009 - 13:12 Uhr

Alte Menschen haben Zeit

Auch wenn ich Herrn Pfarrer in gewissen Punkten zustimmen möchte, wie z.B. dem Gebot der Höflichkeit. So kann ich nicht verstehen, weshalb man frühzeitig in die Kirche eilt um gute Plätze zu ergattern, wenn man sie dann doch wieder freiwillig abgeben wird. Dann doch lieber kurz vor knapp kommen. Leider wird heutzutage von vielen älteren Menschen dieses Gebot der Höflichkeit in dreißter Weise ausgenutzt. Ich habe nichts dagegen, wenn jemand nicht frühzeitig kommen kann, weil er verhindert ist. Dennoch, viele Senioren haben mehr als genug Zeit in ihrem Leben. Sogar bei weitem mehr, als es Junge Leute haben. Dennoch besitzen sie die Dreißtigkeit, kurz vor knapp in den Saal zu stürmen und einen vorwurfsvoll anzuschauen, dass man ihnen den Platz freimacht. Meine Meinung: So nicht! Ich räume gerne einer alten kraftlosen Dame den Platz, ob im Bus oder in der Kirche, etc. , dazu brauche ich keinen Grund wie das Fest der Liebe. Aber wenn mit einer unfreundlichen Selbstverständlichkeit an mich herangegangen wird, bleibe ich auch gerne mal mit einem fiesen Lächeln sitzen. --> Das kann man tun

inge kloepfer: 23.12.2009 - 08:12 Uhr

Dann kommen wir dieses Jahr später

Danke vielmals für die Antwort. Ich habe meine Kinder bereits darauf eingeschworen, dass sie ihre Plätze in der Christmette nicht werden behalten können, falls sich eine alte Dame oder ein alter Herr Hilfe suchend umschaut. Denn ein Pfarrer hat natürlich recht. Die Kinder reagierten daraudf übrigens pragmatisch: Dann wäre es ja wohl auch nicht notwendig, so zeitig wie die letzten Jahre aufzubrechen. Sie würden sich schon irgendwie nach vorne durchschlagen. So werden wir diesmal wohl kurz vor Beginn derder Mette in der Kirche auftauchen. Sicher auch keine schlechte Idee.

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