Müll: Meine Mitbewohner hauen alles in dieselbe Tonne
Kann ich meine Nachbarn dazu bringen, ihren Müll ordentlich zu trennen?
Wir haben (2 Haushalte 5 Personen) eine 80l Mülltonne, die nur alle zwei Wochen geleert wird. Am Ende der zweiten Woche ist die Tonne ganz schön voll, ich habe oft Schwierigkeiten, meinen Müll unterzubringen. Wegen der Platzprobleme, nicht aus Überzeugung, trenne ich meinen Müll sehr genau. Meine Nachbarn werfen allerdings alles in die graue Tonne. Ich bin ja keine Müllpolizei, aber wenn ich meinen Müll entsorge, sehe ich zwangsläufig den ganzen Bio- und Grünen Punkt Müll in der Tonne. Sagt man da etwas?
Von Vera Gäde-Butzlaff
„Ich bin nie irgendwo weg, sondern immer irgendwo hingegangen“, beschreibt Vera Gäde-Butzlaff ihre berufliche Laufbahn. Nach ihrem Jurastudium wurde sie 1985 Richterin am Berliner Verwaltungsgericht und befasste sich an der Bau- und Umweltkammer erstmals mit Fragen der Abfallwirtschaft.
1994 wurde sie Vorsitzende Richterin ans Verwaltungsgericht Frankfurt/Oder, 1998 wechselte sie ans Umweltministerium von Sachsen-Anhalt, zunächst als Ministerialdirigentin, dann als Staatssekretärin. Danach folgte der Ruf in den Vorstand der Berliner Stadtreinigung, wo sie nach vier Jahren 2007 den Vorstandsvorsitz übernahm.
Wenn zwei Familien gemeinsam eine Mülltonne nutzen, dann sollte klar sein, dass beide sich entsprechend verhalten. Eine kleine Tonne ist eben preisgünstiger, als eine größere und wenn beide den Nutzen haben, dann sollten sich auch beide entsprechend beteiligen. Da kann man dann schon mal einen netten Hinweis geben. Allerdings sollte die Mülltrennung schon auch aus Überzeugung erfolgen, denn sie ist sinnvoll. Aus Papier und Pappe kann wieder Papier und Pappe erzeugt werden, Glas wird wieder zu Glas und aus Bioabfällen kann man durch Vergärung Energie gewinnen und hat zusätzlich noch einen guten festen und flüssigen Dünger. Zu all diesen Verwertungsmöglichkeiten braucht es aber die saubere Trennung in den Haushalten. Das ist aufwändig ja, aber es ein Beitrag jedes Einzelnen zum Klimaschutz, über den ja auch in Kopenhagen gerade aktuell wieder gestritten wird. Das sollte kein Vorbild sein. Nicht streiten, aber zum Klimaschutz, zum Geld sparen und zu einem fairen Umgang mit einer gemeinschaftlich genutzten Dienstleistung auffordern - das kann man tun. Das tut man nicht
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