Kommentare des Tages


Der Präsident

Der Bundespräsident hat vermutlich Recht, wenn er annimmt, dass über seinen Skandal schon in wenigen Wochen Gras gewachsen sein wird. Er wird das Land dann voraussichtlich weiter repräsentieren, und irgendwann werden wieder alle nicken, wenn er Richtiges und Wíchtiges zum Ehrenamt, zum Zusammenhalt in der Gesellschaft, oder zum Islam zu sagen hat. Alles wird wieder so sein wie vorher? Alles?

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Echte Freunde

Bundespräsident Christian Wulff hat sich vor Jahren von Freunden einen Kredit für ein Haus geben lassen. Das ist nicht schlimm, im Gegenteil. Wer in einer persönlich schwierigen Lage ist, kann froh sein, wenn gute Freunde ihm aus der Patsche helfen. Schlimm wird so etwas erst, wenn der Hilfsbedürftige anschließend nicht dazu stehen kann.

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Wem schuldet der Bundespräsident Loyalität?

Bundespräsident Christian Wulff hat das Verfahren der Euro-Rettung kritisiert. Bei einem Treffen von Nobelpreisträgern und Nachwuchswissenschaftlern in Lindau am Bodensee nannte er den Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB falsch, und er wandte sich gegen die Ausgabe von Euro-Bonds. Mit dieser Ansicht hat der Präsident vermutlich Recht. Und doch ist es falsch und illoyal, so etwas mal eben herauszuplätschern.

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Hilfe zur Selbsthilfe

Es ist eins der beliebtesten Schlagworte der deutschen Hilfsindustrie. Es heißt "Hilfe zur Selbsthilfe". Dahinter steckt der eigentlich einleuchtende Gedanke, dass man Menschen anleiten kann, irgendwann wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Leider klappt das nicht so oft wie gewünscht. Selbsthilfe funkioniert zuverlässig nur bei denen, die es vorübergehend aus der Bahn geworfen hat. Bei den anderen, die diese Spur erst noch finden müssen, ist Selbsthilfe zwar ein schönes Wort. Doch meist steht es für vergeudetes Geld und vergebliche Mühe.

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Atom-Ethikrat: Was hat der Ausstieg mit Ethik zu tun?

Die Bundesregierung hat einen Ethikrat berufen, der den Zeitpunkt und den Charakter des Ausstiegs aus der Atomkraft beraten soll. Damit soll die Kernenergie zu einer Angelegenheit der Wissenschaft, der gesellschaftlichen Gruppen, der älteren Staatsmänner und der Kirchen gemacht werden.  Nur: Eine Frage der Ethik wird wird der Ausstiegs-Fahrplan damit noch lange nicht.

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Atom, Kohle oder Wind - was ist moralisch gute Energie?

Nach der Reaktor-Katastrophe in Japan will Deutschland raus aus der Atomkraft. Je schneller, je besser. Dagegen kann niemand argumentieren, der die Bilder von dem Erbeben, der Flutwelle und dem Atomkraftwerk gesehen hat. Die Risiken der Kernenergie sind offensichtlich zu groß, sie scheinen nicht beherrschbar zu sein. Und was er nicht beherrschen kann, sollte der Mensch sich und seinen Nachfahren nicht zumuten.

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Eine Frage des Anstands

Mehr als alle Beschwerden von Doktoranden und Wissenschaftlern hat mich in der vergangenen Woche ein Anruf einer Schuldirektorin beeindruckt: Sie musste einer Abiturientin die Zulassung zum Abitur verweigern, weil das Mädchen in ihrer Jahresarbeit große Teile abgeschrieben hatte. Ein Jahr Nachsitzen fürs Abschreiben - und wie erklärt man dann einer Jugendlichen, dass Erwachsene dasselbe Vergehen auf die leichte Schulter nehmen?

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Gravierende Fehler

Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg hat gravierende Fehler an seiner Dissertation eingeräumt. Deshalb wird er die Universität Bayreuth auffordern, seinen Doktortitel zu kassieren. Und sich den wichtigen Dingen seines Amtes zuwenden. Ist damit nun alles gut?

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Abschreiben lohnt sich nicht

Warum ist es schlimm, wenn man abschreibt? Ein Lehrer würde antworten: Weil man durch Abschreiben nichts lernt. Ein Schüler würde (im besten Fall) sagen: Weil es meist genau so lange dauert, wie das selber denken.  Ein Wissenschaftler würde anmerken: Weil es Diebstahl geistigen Eigentums anderer ist. Der Wissenschaftler berührt die ethische Seite der Sache. Wer abschreibt, stiehlt. Mit diesem Vorwurf muss sich Bundesverteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg auseinandersetzen.

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Wie gerecht ist gerecht?

In Sachen soziale Gerechtigkeit ist Deutschland Mittelmaß. Das attestiert die Bertelsmann-Stiftung der Erfindernation der sozialen Marktwirtschaft. In einer großen Studie unter den 31 Ländern der OECD, das sind die Industrie- und Schwellenländer, ist Deutschland auf Platz 15. Nicht gut und nicht schlecht also - ist das schlimm?

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Kommentar des Tages

Der Präsident

Der Bundespräsident hat vermutlich Recht, wenn er annimmt, dass über seinen Skandal schon in wenigen Wochen Gras gewachsen sein wird. Er wird das Land dann voraussichtlich weiter repräsentieren, und irgendwann werden wieder alle nicken, wenn er Richtiges und Wíchtiges zum Ehrenamt, zum Zusammenhalt in der Gesellschaft, oder zum Islam zu sagen hat. Alles wird wieder so sein wie vorher? Alles?

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Ein Kommentar von:
Ursula Weidenfeld
www.das-tut-man-nicht.de

Sophisticated Mums

09.04.2011

Schulverwaltungen machen mobil. Mit Medientrainings wollen sie jetzt dem  scheußlichen Phänomen des Cyber-Mobbings beikommen. Die sophisticated mums sind skeptisch: helfen wird das wenig, wenn man über Jahre versäumt hat, Kindern und Jugendlichen beizubringen, zu seiner Meinung öffentlich zu stehen.  [>]

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So funktioniert das-tut-man-nicht.de

10.10.2009

So etwas tut man nicht. Richtig vermisst wird dieser Satz erst, seitdem man ihn nirgends mehr hört: An Fragen mangelt es nicht. Anständig leben wollen viele - aber Leitplanken für ein anständiges Leben zu setzen, sie zu pflegen und stabil zu erhalten, das ist schwieriger geworden. Wer zweifelt, ob ein Vorhaben in Ordnung ist, oder nicht, bekommt immer vorsichtigere Antworten. Je größer das Problem, desto leiser die Replik.

Wenn Sie wissen wollen, ob Sie etwas tun können - oder ob Sie es lieber lassen sollten - können Sie Ihre Frage an uns schicken. Wir bemühen uns, die richtige Antwort-Person für Sie zu finden. Danach werden Sie vielleicht besser einschätzen können, wie Sie Ihre Frage beantworten können. Können, nicht müssen. Schreiben Sie uns info@das-tut-man-nicht.de [>]