Sind Reiche unmoralischer?

Ein Forscher der amerikanischen University of California hat Versuchsreihen mit Reichen und mit Armen durchgeführt. Er hat festgestellt, dass die Reichen rücksichtsloser sind, dass sie stärker auf die eigenen Interessen achten, und dass sie einen rüden Stil beim Autofahren haben. Das sagt noch nicht, dass Reiche schlechte Menschen sind. Aber es sagt etwas darüber aus, wer eher zu Reichtum und Wohlstand kommt als andere.

 

Vielleicht ist es so, dass zu viele Skrupel Menschen davor bewahren, reich zu werden. Wer im Beruf erfolgreich sein will, braucht Ellenbogen, die er gelegentlich auch ausfahren muss. Wer seinen Wohlstand genießen will, muss ihn zunmindest teilweise gegen die Begehrlichkeiten anderer abschotten. Und wer ein dickes Auto fährt, hat ohnehin fast immer Recht. Vor allem aber haben Reiche Geld, mit dem sie Dienstleistungen bezahlen können. Das macht sie unabhängiger von der Zustimmung ihres Umfelds. Wer aber nicht mehr darüber nachdenken muss, ob sein Verhalten von Dritten gutgeheißen wird, tut es auch nicht mehr. Der desozialisiert sich.

Umgekehrt dagegen sind Ärmere nicht nur eher geneigt, ein Netzwerk gegenseitiger Hilfe aufzubauen. Sie haben ein großes Interesse daran, Beziehungen aufzubauen, für die man nicht bezahlen muss: Die Nachbarin passt auf die Kinder auf, dafür macht man für sie Einkäufe oder mäht den Rasen. Weniger Wohlhabende sind auf Wohlwollen angewiesen. Gegenseitigkeit macht sie zu den sozialeren Menschen.

 

 

 

 

 

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Kommentar des Tages

Sind Reiche unmoralischer?
Ein Forscher der amerikanischen University of California hat Versuchsreihen mit Reichen und mit Armen durchgeführt. Er hat festgestellt, dass die Reichen rücksichtsloser sind, dass sie stärker auf die eigenen Interessen achten, und dass sie einen rüden Stil beim Autofahren haben. Das sagt noch nicht, dass Reiche schlechte Menschen sind. Aber es sagt etwas darüber aus, wer in marktwirtschaftlichen Systemen eher zu Reichtum und Wohlstand kommt als andere. [>]

Ein Kommentar von:
Ursula Weidenfeld
www.das-tut-man-nicht.de

Sophisticated Mums

23.09.2012

Buschkowsky überall: Multikulti ist gescheitert. Mit seiner alten These zieht der weithin bekannte Neuköllner Bürgermeister wieder einmal durchs Land und wirbelt alles auf. Stimmt nicht. In deutschen Schulen ist Multikulturalität längst normal und funktioniert. Nicht die ethnische Herkunft, sondern die soziale Schicht gibt den Ausschlag dafür, wenn ein Stadtviertel auf der Kippe steht.

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So funktioniert das-tut-man-nicht.de

10.10.2009

So etwas tut man nicht. Richtig vermisst wird dieser Satz erst, seitdem man ihn nirgends mehr hört: An Fragen mangelt es nicht. Anständig leben wollen viele - aber Leitplanken für ein anständiges Leben zu setzen, sie zu pflegen und stabil zu erhalten, das ist schwieriger geworden. Wer zweifelt, ob ein Vorhaben in Ordnung ist, oder nicht, bekommt immer vorsichtigere Antworten. Je größer das Problem, desto leiser die Replik.

Wenn Sie wissen wollen, ob Sie etwas tun können - oder ob Sie es lieber lassen sollten - können Sie Ihre Frage an uns schicken. Wir bemühen uns, die richtige Antwort-Person für Sie zu finden. Danach werden Sie vielleicht besser einschätzen können, wie Sie Ihre Frage beantworten können. Können, nicht müssen. Schreiben Sie uns info@das-tut-man-nicht.de [>]