Das tut man nicht? Was soll das?

Margaret Heckel
Ursula Weidenfeld

"Es braucht wieder mehr Menschen in diesem Land, die sagen: So etwas tut man nicht“. Das sagte der frühere Bundespräsident Horst Köhler in seiner Berliner Rede in Frühjahr 2009, als er sich mit dem Fehlverhalten von Managern und mit der Gier von Bankern auseinander setzte.  Als die Journalistin Ursula Weidenfeld ihn hörte, dachte sie: Stimmt schon. Aber wer soll das sein? Und wer hat die Autorität (und den Mut), öffentlich zu sagen, was geht und was man auf keinen Fall tun darf? Gemeinsam mit ihrer Kollegin Margaret Heckel entwickelte sie die Idee. Eine Webseite, auf der Menschen in ethischen oder moralischen Konflikten ihre Frage stellen können. Die Antworten geben Personen mit Fachwissen, Ethikexperten oder Menschen mit Lebenserfahrung und Autorität. Das können Lehrer und Ärzte sein, Pastoren, Väter, Mütter, Großmütter, Gewerkschafter, Unternehmer - oder Betroffene, die eine ähnliche Situtation schon einmal bewältigt haben. Jeder mit Kompetenz und Autorität für diese Frage.

Ralf Thietz und Alexander Paschedag von unternehmen online in Dortmund entwickelten die richtige Webseite dazu: direkt, unkompliziert und unaufgeregt.

Das Projekt arbeitet nicht gewinnorientiert, wir zahlen keine Honorare.

Margaret Heckel ist die Autorin des Bestsellers „So regiert die Kanzlerin“. In der Reportage über Angela Merkel verarbeitete sie ihre langjährige Erfahrung als Politikjournalistin, zuletzt als Politikchefin der „Welt“, „Welt am Sonntag“ und „Berliner Morgenpost“. Zuvor leitete sie das Politikressort der „Financial Times Deutschland“ und hat für die "Wirtschaftswoche" aus Leipzig, Berlin und Moskau berichtet. Nach zwei Jahrzehnten im Print-Journalismus hat sie sich im Juli 2009 selbständig gemacht, um Online-Projekte in den Bereichen Politik und Wirtschaft zu entwickeln.

Maren Herbst ist freie Journalistin. Sie arbeitete als Pressesprecherin, schreibt für Zeitungen und Magazine, hat Hörfunkbeiträge verfasst  - und hat Spaß an der Idee, der Moral von heute auf die Spur zu kommen.

Alexander Paschedag, Gründer und Miteigentümer von unternehmen online, hat der Seite ihr Gesicht gegeben. Der Creative Director hat geduldig alle Ideen in Bilder und Formate gebracht.

Ralf Thietz ist ebenfalls Gründer und Miteigentümer der Dortmunder Firma unternehmen online.  Dass die Seite technisch eine vernünftige Basis bekommen hat, verdankt das-tut-man-nicht.de ihm und seinem Team.  Als Unternehmer hält Thietz konkreten Rat immer für besser als allgemeine Debatten über Werte. 

Ursula Weidenfeld ist Wirtschaftsjournalistin, Kolumnistin und Moderatorin in Berlin und Potsdam. Ihre Schwerpunkte liegen in der Analyse wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen. Sie schreibt für zahlreiche Publikationen, unter anderem für das Handelsblatt und den Tagesspiegel. Sie  ist häufiger Gast in Rundfunk- und Fernsehsendungen.  Bevor sie sich im Herbst 2009 selbstständig machte, war sie Chefredakteurin des Wirtschaftsmagazins "Impulse" und stellvertretende Chefredakteurin des "Tagesspiegel". Außerdem arbeitete sie für die Financial Times Deutschland und für die Wirtschaftswoche. 

Kommentar des Tages

Sind Reiche unmoralischer?
Ein Forscher der amerikanischen University of California hat Versuchsreihen mit Reichen und mit Armen durchgeführt. Er hat festgestellt, dass die Reichen rücksichtsloser sind, dass sie stärker auf die eigenen Interessen achten, und dass sie einen rüden Stil beim Autofahren haben. Das sagt noch nicht, dass Reiche schlechte Menschen sind. Aber es sagt etwas darüber aus, wer in marktwirtschaftlichen Systemen eher zu Reichtum und Wohlstand kommt als andere. [>]

Ein Kommentar von:
Ursula Weidenfeld
www.das-tut-man-nicht.de

Sophisticated Mums

09.05.2012

Wo sind eigentlich die Powerfrauen? Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere verlassen sie plötzlich die Unternehmen, orientieren sich neu und suchen ihr Glück woanders. Das hat nicht nur, aber doch sehr viel mit männlichen Platzhirschen zu tun. Wenn den Männern das bewusst wird und sie versuchen, Frauen in den Konzernen zu halten, ist es meistens schon zu spät.

 [>]

Meistkommentiert

Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr - die Reichen und die Kirche [>]
Darf man jüdische Freunde kritisieren? [>]

Meistgelesen

Müssen erwachsene Kinder ihre Eltern pflegen - auch wenn sie einen Widerwillen dagegen haben? [>]
Polizei rufen bei Ruhestörung durch Nachbarn? [>]

So funktioniert das-tut-man-nicht.de

10.10.2009

So etwas tut man nicht. Richtig vermisst wird dieser Satz erst, seitdem man ihn nirgends mehr hört: An Fragen mangelt es nicht. Anständig leben wollen viele - aber Leitplanken für ein anständiges Leben zu setzen, sie zu pflegen und stabil zu erhalten, das ist schwieriger geworden. Wer zweifelt, ob ein Vorhaben in Ordnung ist, oder nicht, bekommt immer vorsichtigere Antworten. Je größer das Problem, desto leiser die Replik.

Wenn Sie wissen wollen, ob Sie etwas tun können - oder ob Sie es lieber lassen sollten - können Sie Ihre Frage an uns schicken. Wir bemühen uns, die richtige Antwort-Person für Sie zu finden. Danach werden Sie vielleicht besser einschätzen können, wie Sie Ihre Frage beantworten können. Können, nicht müssen. Schreiben Sie uns info@das-tut-man-nicht.de [>]